Keeper Kevin Keßler erleidet nach Zusammenprall klaffende Platzwunde / TuS Sudweyhe verspielt beim 2:2 eine 2:0-Führung

Erst der Torwart-Schock – dann zeigt Stuhr Moral

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Vier Stuhrer schauen zu, Not-Torwart Janis Oehlerking segelt unter dem Ball hindurch – freie Bahn für Sudweyhes Maik Behrens (links), der zum 1:0 einköpft.

Kreis-Diepholz - Von Arne Flügge. SudweyheKreis-Diepholz - Von Arne Flügge. Es passiert in der 35. Minute: Yannik Meier vom Fußball-Bezirksligisten TuS Sudweyhe rennt auf Kevin Keßler zu. Der Torwart des TV Stuhr wirft sich dem heranstürmenden Angreifer entgegen – beide prallen zusammen. Während Meier gleich wieder aufstehen kann, bleibt Keßler benommen liegen. Der Torhüter erleidet eine klaffende Platzwunde an der linken Augenbraue, muss minutenlang behandelt werden. Es geht für ihn nicht mehr weiter.

„Es war keine Absicht von Yannik. Das war ein Unfall. Wir wünschen dem Torhüter, dass er schnell wieder gesund wird“, sagte Sudweyhes Trainer Wilco Freund.

Da Stuhrs Ersatzkeeper Daniel Bischoff wegen einer Grippe fehlte, ging Feldspieler Janis Oehlerking notgedrungen zwischen die Pfosten. „Janis hat das bei mir in Weyhe schon mal gemacht. Ich wusste, dass er das kann“, meinte Stuhrs Trainer Stephan Stindt. Alledings begünstigte Oehlerking das Sudweyher 1:0, als er nach einer Freistoßhereingabe unter dem Ball hindurchsegelte und Maik Behrens am langen Pfosten zum 1:0 einköpfte. „Der Junge ist eben ein Feldspieler“, nahm Stindt seinen Not-Keeper in Schutz.

Unmittelbar nach dem Wechsel erhöhte Marcel Wöbken für Sudweyhe gar auf 2:0. „Es freut micht sehr für Marcel, denn er war eineinhalb Jahre verletzt“, meinte TuS-Coach Freund.

Die Entscheidung? Keineswegs. Und mit der Einwechslung von Riccardo Azzarello (59.) hatten Stindt und sein Trainerkollege Christian Meyer ein glückliches Händchen. Zunächst prüfte Azzarello TuS-Keeper Jannik Theiß, den Abpraller versenkte Daniel Horeis zum 1:2; dann markierte Azzarello in einer sehr starken Phase der Stuhrer nach Pass von Danny Pankratz den umjubelten 2:2-Ausgleichstreffer. Und wäre Pankratz in der 82. Minute nicht noch an Theiß gescheitert – der TV Stuhr hätte am Ende sogar als Sieger vom Platz gehen können.

Doch das wäre – die gesamten 90 Minuten betrachtet – vielleicht auch ein bisschen zu viel des Guten gewesen. Coach Stindt sprach von einem „verdienten Untentschieden. Es war ein Punkt der Moral, der wichtig für uns ist.“ Sein Sudweyher Kollege Freund konnte trotz der 2:0-Führung unterm Strich ebenfalls mit dem einen Zähler leben, „weil wir plötzlich nervös und hinten anfällig geworden sind“.

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