Tag der Torhüter: Kühn patzt, hält aber Elfmeter / Bavendiek sieht beim 1:4 Rot

Katzenjammer

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Sulingens Jens Grunert war nicht zu stoppen. Der Offensivmann traf drei Mal. ·

Twistringen - Von Arne FlüggeMarcel Bavendiek hatte sich auch lange nach dem Abpfiff noch nicht beruhigt. „Eine klare Fehlentscheidung. Ich stand noch im Strafraum“, wetterte der Torwart des SC Twistringen. Schiedsrichter Steffen Leseberg (SG Wendenborstel) hatte die Situation in der 60. Minute anders bewertet und dem Keeper wegen Handspiels außerhalb des Strafraums Rot gezeigt. Der Anfang vom Ende. In Unterzahl kassierte der SCT noch drei Treffer und verlor das Derby der Fußball-Bezirksliga gegen den FC Sulingen hoch mit 1:4 (1:1).

Während Bavendiek ausgerechnet an seinem 22. Geburtstag derart bestraft worden war, strahlte sein Gegenüber Patrick Kühn nach dem Abpfiff wie ein Honigkuchenpferd. Aus gutem Grund: Nach der Sulinger Führung des starken Jens Grunert (21.), ließ der FC-Torwart einen harmlosen Schuss von Rene Wolter prallen, Niklas Hiller war zur Stelle und drückte den Abstauber zum 1:1 über die Linie. Doch Kühn machte seinen Fehler wett, als er in der 57. Minute einen Foul elfmeter von Hauke Neubert parierte und seine Mannschaft damit im Spiel hielt. „Ich habe ihm in der Pause gesagt, dass er heute noch das Spiel für uns retten wird“, grinste FC-Trainer Dirk Meyer. Und Kühn atmete tief durch: „Bei meinem Fehler ist irgendwie alles zusammengekommen. Zum Glück konnte ich dann den Elfer halten.“

Und nachdem drei Minuten später Bavendiek die Rote Karte gesehen hatte, nahm das Unheil für die Twistringer in Unterzahl seinen Lauf. Jens Grunert gelang nach feinem Pass von Martin Roughley das 2:1 (64.), ehe Benjamin Barth ein tolles Solo von der Mittellinie mit dem Tor zum 3:1 abschloss (69.). „Der darf da nie so durchgehen. So etwas darf nie und nimmer passieren“, schimpfte Twistringens Trainer Marco Hegerfeld, der insgesamt ein „ganz schlechtes Bezirksliga-Spiel“ sah, in dem seine Mannschaft „keinen Bezug zueinander gefunden“ hatte, nie die „Ruhe am Ball hatte“ und es nicht schaffte, „einfach mal unkompliziert zu spielen“. Und: Twistringen nutzte die sich bietenden Chancen nicht: Zwei Mal rettete Kühn per Fußabwehr noch gegen Julian Fuhrmann (78./79.), ehe erneut Jens Grunert nach Vorarbeit von Stefan Rosenthal mit seinem dritten Tor des Tages („Ein geiles Gefühl, endlich durfte ich mal wieder auf der 10 spielen“) endgültig den Deckel draufmachte – 4:1 (87.).

„Die Mannschaft hat mir vorab ein schönes Geschenk gemacht“, strahlte FC-Trainer Meyer, der heute seinen 36. Geburtstag feiert. Dennoch war der Coach trotz des klaren Erfolges nicht zu 100 Prozent zufrieden. „In der ersten Halbzeit haben wir zu wenig den Kampf angenommen, und nach der Pause haben wir unsere Konter nicht clever genug ausgespielt, zudem in Überzahl Torchancen des Gegner zugelassen“, kritisierte der Coach.

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