Jahn Brinkum verschläft beim 27:29 gegen Bremervörde zehn Minuten komplett

Katastrophaler Blackout

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Brinkums Keeper Olaf Sawicki (Bild) und sein Kompagnon Aschkan Sadeghi wurden zu oft von ihrer Abwehr allein gelassen und so zu Eins-gegen-Eins-Situationen gezwungen. ·

Brinkum - Von Daniel WiechertWährend bassgeschwängerte Klänge aus der Gästekabine drangen und das erste Pils bereits schäumte, räumten Nicolas Karnick und Co. mit hängenden Köpfen die Halle auf. Die Stimmungslage hätte unterschiedlicher kaum sein können. Dabei hatte der FTSV Jahn Brinkum beim 27:29 (13:14) gegen den TSV Bremervörde II mehrfach die Chance, am Ende selbst den ersten Verbandsliga-Erfolg einzufahren und sich somit etwas Müßiggang zu gönnen. Stattdessen herrschte triste Niedergeschlagenheit.

Jahn-Trainer Sven Engelmann wirkte nach den 60 Minuten so, als wenn er selbst nicht wirklich begreifen konnte, was sein Team in dieser Partie liegengelassen hatte. Denn nach 20 Minuten schien es so, dass Brinkum an diesem Tag auf die Siegesstraße eingebogen sei. Nicolas Karnick hatte schließlich gerade mit verwandeltem Siebenmeter auf 13:9 erhöht. Doch dann der Bruch. Im letzten Drittel der ersten Halbzeit erzielten die Hausherren keinen einzigen Treffer mehr. Die Gäste, angetrieben von Torsten Junge, knabberten dagegen Tor für Tor den Rückstand ab und gingen mit der Halbzeitsirene mit 14:13 erstmals in Front. „In der Halbzeit habe ich meinen Spielern dann gesagt, dass es an der Zeit ist, den Kopf sofort wieder freizubekommen“, so Engelmann.

Doch es ging zunächst weiter, wie es aufgehört hatte. Direkt nach dem Seitenwechsel vergab der ansonsten gute Nicolas Karnick vom Strafpunkt. Als Maik Bhola den Torbann brach, lief es plötzlich wieder. Brinkum bewegte sich in der Offensive mehr und wirkte nicht mehr so statisch und unter Schockstarre wie vor der Halbzeit. So glich Robert von Bremen erst aus (15:15), um dann auch noch das 16:15 (38.) nachzulegen. Nun war es eine offene Begegnung, und die Führung wechselte ständig. Sechs Minuten vor Schluss stand es noch 24:24, doch dann folgte der Brinkumer Knockout. Die Gäste nutzten Unachtsamkeiten der Brinkumer zu drei Tempogegenstößen, die sie eiskalt zum vorentscheidenden 27:24 verwandelten. „Wir haben vorne viel zu leichtfertige Sachen veranstaltet, da dürfen wir die Bälle nicht so einfach wegrotzen. Und in der Abwehr haben wir den Kampf nicht angenommen. Teilweise herrschte da wohl der Glaube, unsere Keeper machen das schon für uns“, kritisierte Sven Engelmann.

Für den Coach war es auch unverständlich, dass nach dem guten Beginn plötzlich alles ins Wanken geriet: „Ich weiß nicht, warum wir plötzlich aufgehört haben, Handball zu spielen.“ Unerklärlicherweise habe sein Team nach der Vier-Tore-Führung „einen Gang runtergeschaltet“.

Damit ist der Fehlstart für den Oberliga-Nordsee-Absteiger mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Verbandsligaspielen perfekt. „Es ist erschreckend, dass wir solche Spiele, in denen wir auf Augenhöhe sind, Zuhause nicht gewinnen“, sagte Engelmann nach den 60 Minuten gegen den Aufsteiger. „Jetzt müssen wir uns schleunigst in allen Belangen um 200 Prozent steigern“, gab der Coach seiner Mannschaft noch mit auf dem Weg.

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