Startnummer 4

Antoni Grubers Krönung: Swiss-Open-Sieg

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Startnummer 4: Karate-Kämpfer Antoni Gruber

Syke - Laut Antoni Gruber hat Karate mit den reißerischen Action-Filmen von Jean-Claude Van Damme und Co. nicht viel gemein. Vielmehr betont der 14-Jährige, dass sein Sport „weit weniger gewalttätig“ sei.

„Natürlich geht es beim Wettkampf darum, Tritte und Schläge zu landen. Aber immer nur im vorgegeben Rahmen. Ich kann also meinem Gegner nicht einfach einen Kinnhaken verpassen. Das wäre verboten. Größere Verletzungen kommen so also kaum vor.“

Trotzdem zählt Karate sicherlich nicht zu den „Kuschelsportarten“. Auch Gruber kassierte schon etliche Tritte und Schläge gegen den Kopf, steckte diese aber „gut weg. Treffer gehören dazu. Man kann das ja auch meistens abblocken.“ Was der Syker bereits meisterhaft beherrscht. Eigentlich kein Wunder: Schließlich geht der Youngster schon seit acht Jahren für Skip Syke an den Start. „Das begann im Kindergarten. Kumpels von mir haben mich mitgenommen und mir hat das auf Anhieb toll gefallen. Deshalb kam von dem Zeitpunkt an für mich keine andere Sportart mehr in Frage“, schildert Gruber seine Karate-Anfänge.

Zunächst jedoch noch nicht mit durchschlagendem Erfolg. In den ersten vier Jahren lernte das Leichtgewicht – gerade einmal 33 kg bringt der Gymnasiast derzeit auf die Waage – im sogenannten „Kata“ erst einmal eifrig die Grundtechniken, ehe er sich 2013 erstmals im „Kumite“ mit realen Kontrahenten maß. „Vorher ging es nur gegen imaginäre Gegner. Da war das Ziel, durch Prüfungen höherwertige Gürtel zu erlangen. Aber der Wettkampf liegt mir wohl mehr“, erläutert Gruber seinen Wechsel zum Kumite.

Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich schnell zeigen sollte: Bereits 2013 ließ der Schüler mit einem dritten Platz bei der Landesmeisterschaft aufhorchen und zählt seitdem zum Stammgast bei den Deutschen Meisterschaften. So auch im vergangenen Jahr, wo er nur äußerst unglücklich nach Schiedsrichterentscheid (bei einem Unentschieden gewinnt der aus Sicht des Unparteiischen aktivere Sportler) in der dritten Runde ausschied. Doch diese umstrittene Entscheidung schien Gruber nur noch mehr anzuspornen.

Bei den „Croatia Open“ belegte er einen bärenstarken fünften Rang, schnappte sich beim „Banzlei-Cup“ in Berlin – dem immerhin zweitgrößten deutschen Turnier – die Silbermedaille und setzte bei den „Swiss Open“ sogar noch einen drauf. Bei seinem ersten internationalen Auftritt holte der Syker als krasser Außenseiter auf Anhieb Gold. Erfolge, die den ehrgeizigen Gruber hungrig gemacht haben. Dreimal die Woche schuftet der 14-Jährige im Training für seinen großen Traum – eine Medaille bei der DM. „Dann könnte ich mir Hoffnungen machen, in den Bundeskader berufen zu werden“, steckt sich Gruber bewusst hohe Ziele.

Warum auch nicht? Schließlich führte sein Weg in den vergangenen Jahren schnurgerade immer weiter nach oben. Auch wenn es zum Weltruhm eines Jean-Claude Van Damme wohl nicht ganz langen dürfte.

drö

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