Sieben Stammkräfte verlassen Diepholz – doch Sponsor Schaffer will Geld sehen

Kapitale Kettenreaktion nach Kapitän Katts Abschied

Diepholz - Von Cord KrügerDie SG Diepholz ereilt eine Hiobsbotschaft nach der nächsten. Zur neuen Serie bleibt allenfalls ein Rumpfteam vom aktuellen Landesliga-Achten übrig. Kapitän Marcell Katt nimmt in Person von Mittelfeld-Kollege Andre Krause und Defensivmann Marcus Pfannenschmidt gleich zwei Stammkräfte mit zum Bezirksligisten TSV Wetschen. Damit nicht genug der Abgänge: Tim Rewald gab seinen Weggang zum Landesligisten Preußen Espelkamp bekannt, Linksfuß Dino Maieli wechselt zu Landesliga-Absteiger Blau-Weiß Lohne, Nils Unger und Marc Pallentien schließen sich Landesligist VfL Oythe an.

Frank Werner als sportlicher Leiter der SG bestätigte den Aderlass, doch Hauptsponsor Helmut Schaffer will diese Personalien noch nicht abhaken. Erst müsse es „Einigungen mit den aufnehmenden Vereinen geben“, fordert der stellvertretende Abteilungsleiter mit Blick auf adäquate Ausbildungsentschädigungen.

Trotzdem bleiben die Auflösungserscheinungen unübersehbar. Und es gibt weitere Wackelkandidaten in einer Mannschaft, die Rewald als „Super-Truppe“ bezeichnet. Warum er trotzdem zu seinem Heimatclub zurückkehren will, erklärt er mit dem Wunsch, neue Gegner kennen zu lernen. Allerdings sagt er auch: „Wenn so viele aus der ersten Elf gehen, kann das nicht nur was mit uns zu tun haben, sondern es muss sich vielleicht auch was im Verein ändern.“

Werner rätselt über diese Aussage: „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen.“ Ebenfalls zu dünn erscheint ihm Krauses Argument, weiter mit seinem Kumpel Katt trainieren und spielen zu wollen: „Diesen Grund lasse ich in der D-Jugend gelten, nicht im Herrenbereich.“

Wie unter Erwachsenen ging es bei Verantwortlichen und Aktiven allerdings nicht immer zu. Die Kommunikation zwischen Spartenleitung und Spielern lief, so kritisiert ein „Abgänger“, meist nur über Katt. Und der geht nun. Da deuten sich Parallelen zu Kapitän Katt und Romanfigur Captain Ahab an: Ahabs Abtauchen mit „Moby Dick“ und Katts Ausstiegs-Ankündigung rissen gleichermaßen große Teile der Crew mit. „Marcell hat dadurch eine Lawine losgetreten“, bestätigt Werner, dessen „Ärger und Enttäuschung nun dem

Landesliga-Rückzug

war nie ein Thema

Blick auf die Zukunft gewichen sind: Jetzt müssen wir den Umbruch vornehmen.“

Und mit wem? Aus dem erweiterten Kader kehren Cristian Nasui (zum TuS Wagenfeld) und Romulus-Ovidiu Muresan-Kis (bald Spielertrainer beim BSV Rehden II) Diepholz den Rücken. „Es gibt vielversprechende Kontakte“, verrät Werner. Außer vier A-Jugendlichen aus eigenen Reihen kann er noch keine neuen Namen vermelden. Aber er verspricht, dass „ein Gerüst des Teams“ bleibt – und ist vom Bestehen in der Landesliga überzeugt: „Die Frage nach einem Rückzug in eine tiefere Klasse hat sich nie gestellt.“

Auch nicht für den künftigen SG-Trainer Marco Hegerfeld, der schon vor seiner Zusage von den Abgängen wusste: „Mein Entschluss war davon unabhängig. Jetzt haben wir noch eineinhalb Monate, um eine schlagkräftige Truppe zu bilden.“ Denn auch er weiß, dass „zwölf Leute zu wenig sind, um in eine Saison zu gehen. Aber wir haben viele Namen auf dem Zettel.“ In seinem aktuellen Kader will der Noch-Coach des BSV Rehden II nicht „wildern“: „Ich selbst spreche keine Leute davon an.“ Größere Hoffnungen setzt der 37-Jährige auf die Jugend: „Die, die jetzt den Verein verlassen, sind hier zu gestandenen Spielern gereift. Warum soll das mit anderen jungen Leuten nicht funktionieren?“ Für sich sieht er den Neubeginn als Chance: „So kann ich selbst bei den Transfers mitreden und darf nicht nur Leute zum Auffüllen holen.“

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