Wetschens Kapitän

Sören Sandmann, der verlängerte Arm des Trainers

Sören Sandmann (links) und Oliver Marcordes
+
Mannschaftsführer: Wetschens Coach Oliver Marcordes (rechts) stülpt Sören Sandmann symbolisch die Kapitänsbinde über.

Er ist auf wie neben dem Platz unverzichtbar für den TSV Wetschen: Sören Sandmann. Der Kapitän geht voran und genießt beim Landesligisten innerhalb der Mannschaft wie auch im Trainerteam einen hohen Stellenwert.

Wetschen – Er ist zweikampf- und kopfballstark, bringt Ruhe ins Spiel und verfügt über reichlich Erfahrung: Sören Sandmann, Kapitän beim Fußball-Landesligisten TSV Wetschen, ist ein absoluter Führungsspieler. Coach Oliver Marcordes lobt den Linksfuß: „Sören ist mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Er verpasst kein Training und hat sowohl innerhalb der Mannschaft als auch im Trainerteam einen hohen Stellenwert.“ Der 31-Jährige kann auf der linken Seite in der Abwehr wie im Mittelfeld oder auf der Sechs spielen. Am wertvollsten ist er allerdings als Innenverteidiger. Zusammen mit dem drahtigen Lennart Kruse bildet er in der Viererkette das Innenverteidiger-Duo. Auf dieser Position fühlt sich Sandmann auch am wohlsten: „Als Innenverteidiger kann ich der Mannschaft mehr helfen.“

Nach dem erneuten Saisonabbruch ruhte der Trainings- und Spielbetrieb über acht Monate lang. „Ich fand‘s nicht so schlimm, hatte so mehr Zeit für die Familie. Außerdem haben wir im Garten einiges gemacht. Mittlerweile finde ich es aber wieder gut, dass es losgeht. Die Geselligkeit mit den Jungs hat mir schon gefehlt“, unterstreicht der Leistungsträger mit der Nummer 29. Er trägt das Trikot mit dieser Zahl, weil er mit 29 Jahren zum TSV Wetschen gewechselt ist.

Der Spielführer des TSV Wetschen hat schon in den vergangenen Monaten einiges für seine Fitness getan. Jeden Sonntagmorgen hat er sich mit Lukas Heyer zum Laufen getroffen – entweder in Wetschen oder in Hemsloh. „Wir haben im November vergangenen Jahres damit losgelegt“, verrät der Routinier. Angefangen haben sie mit sechs Kilometern, das Pensum dann auf zehn Kilometer gesteigert, dazwischen gab‘s auch immer wieder Sprints.

Immer wieder sonntags: Wetschens Mannschaftskapitän Sören Sandmann trifft sich entweder in Wetschen oder in Hemsloh mit Mittelfeldrenner und „Zugpferd“ Lukas Heyer (links) zum Laufen.

Sandmann kam in der Saison 2019/2020 zum TSV Wetschen, belegte mit der Mannschaft in der Bezirksliga 1 mittels einer Quotientenregelung den ersten Platz (2,12 Punkte) vor dem FC Sulingen (2,06) und stieg auf. In der Landesliga zahlte der Neuling in der Nordstaffel bis zum Abbruch Lehrgeld, holte in fünf Partien nur einen Punkt, hatte ein Torverhältnis von 1:6. „Die kämpferische Leistung passte. Wir konnten nur verteidigen, aber nicht Fußball spielen“, erläutert der Führungsspieler. Gerade im Angriff drückte der Schuh. Doch mit den Neuzugängen Aljoscha Wilms, Ricardo Tenti und Christoph Hainke sieht es in der Offensive nun ganz anders aus. Der 1,81 Meter große und 75 Kilogramm schwere Sandmann erkennt einen Aufschwung: „Die drei Neuen haben gut eingeschlagen, bringen mehr Qualität mit. Wir lassen den Ball besser laufen.“ Er nennt weitere Erkenntnisse aus der Vorbereitung: „Es ziehen alle besser mit, es gibt keinen, der sich hängen lässt. Wir haben jetzt einen ganz anderen Teamgedanken, sind mehr zusammengerückt.“ Der gebürtige Diepholzer rechnet schon mit einem besseren Abschneiden, sagt allerdings auch: „Es wird schwierig, wir denken zunächst einmal nur von Spiel zu Spiel.“

Das Fußball-Einmaleins erlernte Sandmann beim BSV Rehden, er begann in der Pampersliga, wechselte später zusammen mit Christian Hegerfeld zu den D-Junioren des SV Werder Bremen und blieb dort drei Jahre lang. Da ihm der Aufwand mit der Fahrerei zu groß war, kehrte er in seinem zweiten C-Junioren-Jahr zum Bezirksligisten BSV Rehden zurück. Mit den B- und A-Junioren feierte er Aufstiege in die Landesliga und gewann mit beiden Mannschaften auch den Bezirkspokal. In der Spielzeit 2008/2009 stieß der Fan von Borussia Dortmund in den Kader der ersten Herren, sammelte unter Coach Marek Lesniak erste Erfahrungen in der Oberliga Niedersachsen West. In seiner zweiten Oberliga-Serie unter Trainer Uwe Brunn riss sich der damalige Linksverteidiger am 19. Mai 2010 in der Begegnung beim VfL Oldenburg (3:2-Erfolg) im linken Knie das Kreuzband. „Ich bin auf dem Kunstrasen hängen geblieben“, erinnert er sich noch an das Malheur. Der in Hemsloh wohnende Sandmann ließ sich von Dr. Martin Draxler in Georgsmarienhütte operieren.

Beim TuS Sulingen findet Sandmann zurück in die Spur

Unter Neu-Trainer Jürgen Stoffregen lernte der Defensivmann in der Oberliga zwar einiges, fand aber kaum noch Berücksichtigung, deshalb verließ er den BSV Rehden in der Winterpause. Sandmann wechselte zum Landesligisten VfL Oythe – hier kickten auch Marc Pallentien und Nils Unger. Er blieb nur ein halbes Jahr, schloss sich in der Saison 2012/2013 dem Bezirksligisten SV Viktoria 08 Georgsmarienhütte an. In der Winterpause zog er einen Schlussstrich, versuchte beim damaligen Bezirksligisten TuS Sulingen sein Glück.

Hier fand der Mechatroniker zurück zu alter Stärke, stieg mit den Sulestädtern in die Landes- und Oberliga auf und gewann unter den Trainern Walter Brinkmann und Maarten Schops (zweimal) dreimal den Bezirkspokal. Er denkt gern an diese Zeit zurück. Eine Begegnung hat er noch vor Augen: Am 12. August 2018 schlug der TuS Sulingen im ersten Oberliga-Spiel den ambitionierten SV Atlas Delmenhorst vor 729 Zuschauern im Sportpark mit 3:2. „Das war ein absolutes Highlight“, betont der Vater von den zwei Söhnen Thies (3) und Thomke (1).

Am meisten gelernt hat der Verteidiger in seiner Karriere von den Übungsleitern Jürgen Stoffregen und Maarten Schops: „Maarten hat uns taktisch sehr viel beigebracht.“ Das trifft auch auf Oliver Marcordes zu: „Oliver kann super motivieren, da gehe ich schon mit einer Gänsehaut auf den Platz.“

Nach der Karriere könnte der 31-Jährige Jugendtrainer werden

Beruflich hat Sandmann zunächst drei Semester Elektrotechnik in Osnabrück studiert, hier lernte er seine spätere Frau Christina kennen, die er am 23. Februar 2018 heiratete. Er sattelte um, ließ sich zum Mechatroniker ausbilden und absolvierte noch eine Weiterbildung. An der Technikerschule in Diepholz bestand er die Prüfung zum staatlich geprüften Techniker. Heute arbeitet er als Ausbilder in Damme bei Zerhusen Kartonagen GmbH. „Ich bilde Mechatroniker aus“, verrät der Fußballer, der in jungen Jahren vom Brasilianer Ronaldinho geschwärmt hat. In seiner Freizeit erledigt der heimische Kicker gern handwerkliche Arbeiten am eigenen Haus in Hemsloh und kümmert sich mit seiner Frau um den Garten.

Fußball will Sandmann noch einige Jahre spielen, er kann sich durchaus vorstellen, irgendwann einmal als Kinder- und Jugendtrainer einzusteigen. Genügend Lehrmeister hat er ja kennengelernt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“
Eine Reise ins Ungewisse

Eine Reise ins Ungewisse

Eine Reise ins Ungewisse
Becker macht es noch einmal für zwei Jahre

Becker macht es noch einmal für zwei Jahre

Becker macht es noch einmal für zwei Jahre
Rico Volkmann auf Abwegen

Rico Volkmann auf Abwegen

Rico Volkmann auf Abwegen

Kommentare