Kapitän Otten schießt nach 1:4 gegen Trainer Klausmann / Atmosphäre vergiftet

Pulverfass Melchiorshausen: Die Lunte ist gezündet

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„Ich muss mich hinterfragen, ob ich hier noch der richtige Mann bin“, sagt TSV-Trainer Reiner Klausmann.

Melchiorshausen - Von Arne Flügge. Dem TSV Melchiorshausen droht der ganz große Knall. Unmittelbar nach der 1:4 (1:3)-Heimpleite des Bremer Fußball-Landesligisten gegen BTS Neustadt, der vierten Schlappe in Folge, keilte TSV-Kapitän Sascha Otten in Richtung seines Trainers Reiner Klausmann aus. „Das Verhältnis zum Trainer ist zerrüttet“, stellte Otten fest und zündete damit die Lunte des Pulverfasses, auf dem Spieler und Coach schon seit Wochen sitzen.

Dem 30-Jährigen ist besonders übel aufgestoßen, dass Klausmann zuletzt immer Kritik an der Mannschaft in die Medien getragen habe, anstatt mit den Spielern darüber zu reden. „Das ist schade, denn wir wollten hier etwas aufbauen, und ein Trainer stellt sich normalerweise vor sein Team, denn er ist ein Teil des Ganzen“, meinte Otten. Doch diesen Rückhalt habe es von Klausmann nie gegeben.

Zudem, so der Kapitän, sei die Art und Weise, wie der Coach mit den Spielern umgehen würde, nicht in Ordnung. „Fußball ist unser Hobby, an dem wir Spaß haben wollen. Wenn du aber Woche für Woche in der Kabine nur die Keule kriegst, hast du irgendwann keine Lust mehr. Dann muss man sich nicht wundern, dass wir solche Spiele abliefern“, wetterte der Fußballer, „ich vermisse bei ihm auch klare Ansprachen und Vorgaben. Die jungen Spieler wissen manchmal gar nicht, was sie machen sollen.“

Otten hat Zweifel, ob Klausmann überhaupt noch voll und ganz hinter der Sache steht. „Er hat sich zuletzt nicht mehr klar positioniert. Ich weiß nicht, ob er noch Lust hat, mit uns weiterzumachen oder nicht“, sagte der Abwehrspieler, „so arbeiten wir ja nur gegeneinander und nicht miteinander. Vielleicht hat er ja auch schon mit dem Thema abgeschlossen.“

Das, so Klausmann, sei nicht der Fall. Allerdings „hinterfrage ich mich natürlich auch selbst, ob ich hier noch der richtige Mann bin“, erklärte der Coach nach dem Abpfiff: „Schließlich geht es hier nicht nur um mich. Es geht um den Verein, den TSV Melchiorshausen.“ Hinschmeißen werde er die Brocken aber nicht. „Ich würde selbst nur gehen, wenn mir der Verein das nahelegen würde. Denn der Verein hat die Macht und dessen Entscheidung ist zu respektieren. Ich hoffe aber schon, dass die Leute noch hinter mir stehen.“

Auf der anderen Seite will Klausmann aber auch nicht als alleiniger Sündenbock für die sportliche Krise herhalten. Sicher, als Trainer steht er in der Verantwortung. Die Spieler tun dies aber auch. „Wir sind nicht präsent genug auf dem Platz, zeigen keine Leidenschaft. Wenn man Fußball spielen will, muss man sich auch mal bewegen, Zweikämpfe führen und als Team auftreten.“

Das scheint derzeit allerdings schwierig. Dem Vernehmen nach sollen die Meinungen über den Trainer in der Mannschaft gespalten sein. „So wie ich mich hinterfrage, sollten sich auch einige Spieler mal hinterfragen, ob sie hier noch richtig sind“, fordert Klausmann. Der Machtkampf in Melchiorshausen ist damit voll entbrannt, es riecht nach Trennung. Wer gehen wird, gehen muss, wird sich zeigen.

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