Kamil Chylinski: Top-Shooter der HSG Barnstorf/Diepholz – Student in Warschau

Der Mann der weiten Wege

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Kamil Chylinski will öfter mal abgeben – wenn seine Barnstorfer Nebenleute besser postiert sind. Übernehmen will der 22-Jährige stattdessen mehr Verantwortung als Regisseur.

Barnstorf - Von Cord Krüger. Für die HSG Barnstorf/Diepholz ist ihm kein Weg zu weit! Kamil Chylinski klagt nicht, wenn er zwischen Hörsaal und Handball-Halle hin- und herpendelt. Na gut, diesen Spagat aus Studium und Sport müssen viele Aktive unter einen Hut bringen. Doch die Uni des derzeit besten Werfers in Diensten des Oberliga-Zweiten liegt gut 1000 Kilometer entfernt. In Warschau, der Hauptstadt seiner polnischen Heimat. „Es ist schon bemerkenswert, wie Kamil das alles bewältigt, abends oder nachts wieder nach Barnstorf fährt und bei uns immer pünktlich auf der Matte steht“, sagt sein Trainer Dag Rieken. „Ich mag den Jungen.“ Auch, weil „der Junge“ auf dem Feld immer besser wird.

Etwa am Samstagabend beim fünften Saisonsieg der HSG im fünften Spiel. Der Rückraummann steuerte acht Tore zum 34:26 bei der HSG Delmenhorst bei. Und nach dem Duschen hatte er es mal wieder eilig. Der 22-Jährige verabschiedete sich von seinen Teamkollegen und düste direkt ab zum Studium. „Bisher läuft das noch ganz gut“, berichtet der bislang 31-fache Saisontorschütze: „Meistens fahre ich mit meinem Bruder Mateusz.“ Der, wie Kamil seit 2012 in Diensten der HSG, wegen anhaltender Rückenprobleme aber mittlerweile in die Zweite gewechselt, hat sich ebenfalls in Warschau eingeschrieben. „Meistens sind wir jedes zweite Wochenende dort“, schildert Kamil Chylinski, der in zwei Jahren seinen Bachelor und in drei Jahren den Master in der Tasche haben will.

Zu Hause sind die Brüder aber in Barnstorf. „Hier ist es schön ruhig, die Menschen sind nett – nur unsere Familie fehlt natürlich“, sagt Kamil Chylinski. Die Tatsache, dass Freundin Paulina und sein knapp drei Jahre älterer Bruder im Hunte-Ort leben, ist ihm wichtig.

Beide halfen dem Rückraummann auch, nach schweren Rückschlägen wiederzukommen. 2012 setzte den Polen eine Sprunggelenksverletzung lange außer Gefecht, die vergangene Serie verpasste er wegen eines Kreuzbandrisses quasi komplett. „Doch das habe ich alles hinter mir gelassen“, versichert Chylinski: „Ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber ich arbeite weiter daran.“ Nicht nur während der wöchentlich drei Einheiten und dem Spiel mit der Mannschaft, sondern auch für sich allein im Fitness-Studio. „Und beim Training mit meiner C-Jugend bleibe ich ja auch in Bewegung.“ Die Aufgabe macht dem Nachwuchscoach Spaß, die Jungs sehen zu ihm auf. „Ich glaube schon, dass mir das als Spieler weiterhilft.“ Denn ein Defizit hat der Mann, dem Teammanager Björn Jandrich „ein hohes Maß an Spielintelligenz, eine Super-Technik und einen unfassbaren Armzug“ bescheinigt, bei sich ausgemacht: „Ich muss mehr Verantwortung übernehmen, will besser Regie führen und die Mannschaft leiten.“ Hohe Ansprüche, die der erst 22-Jährige an sich selbst stellt.

Rieken ist aber auch so schon zufrieden mit seinem Schlüsselspieler, hofft lediglich: „Kamil muss nach seiner langen Verletzung körperlich noch weiter rankommen, und ich würde mir wünschen, dass er im Spiel einen Vorzug zeigt, der ihn abseits des Feldes jetzt schon ausmacht: seine Schlitzohrigkeit.“ Die zeige der Spaßvogel bereits im Mannschaftskreis.

Chylinski selbst findet es hingegen gar nicht schlecht, dass „ich ruhiger geworden bin, wenn es drauf ankommt. Ich will jetzt nicht mehr alles selbst machen, sondern erkenne auch früh genug mal meine Nebenleute.“ Wer nämlich die Tore wirft, „ist mir egal. Hauptsache, wir gewinnen jedes Spiel.“ Denn als Hauptziel hat er sich nicht eine bestimmte Zahl an Treffern gesteckt, sondern die Dritte Liga. „Wir wollen aufsteigen“, stellt Kamil Chylinski heraus.

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