Doppel-Torschütze erlöst Rehden bei Hannover 96 II

Kamer Krasniqi große Klasse – 4:2

Kollektive Erleichterung: Rehdens Kamer Krasniqi (2.v.l.) feiert sein Tor zur Entscheidung. Jaroslaw Lindner (l.), Niklas Kiene, Jan Roschlaub, Serkan Temin, David Kinner und Julian Popovic (v.r.). eilen zum Gratulieren herbei.
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Kollektive Erleichterung: Rehdens Kamer Krasniqi (2.v.l.) feiert sein Tor zur Entscheidung. Jaroslaw Lindner (l.), Niklas Kiene, Jan Roschlaub, Serkan Temin, David Kinner und Julian Popovic (v.r.). eilen zum Gratulieren herbei.

Hannover – Sekunden von der Uhr nehmen! Es lief schon die vierte Minute der Nachspielzeit, doch die Spannung im Hannoveraner Eilenriedestadion war greifbar. Der BSV Rehden nutzte einen Freistoß 35 Meter vor dem Tor zum Entlastungsangriff: Jaroslaw Lindner ließ den Standard kurz zu Kamer Krasniqi klatschen – der flitzte von links ins Zentrum, hängte dabei noch zwei Abwehrspieler von Hannover 96 II ab – und schob den Ball an Torwart Thomas Kuballa vorbei zum 4:2 (2:0)-Endstand ein. Verrückt nach der 94-minütigen Laufleistung von Rehdens Kapitän Krasniqi, der als Zehner gestern Nachmittag die Akzente setzte und doppelt traf.

„Es könnten so an die 13 Kilometer gewesen sein“, meinte der Matchwinner grinsend, „und das letzte Tor habe ich mir dann gegönnt.“ Ärgerlich fand der 25-Jährige „nur die Gegentreffer – aber Hauptsache gewonnen. So kann es gerne weitergehen.“

Rehdens Trainer Golombek gefällt die erste Halbzeit

Sein Trainer Andreas Golombek würde sich vor allem eine Wiederholung des Auftritts der ersten Hälfte wünschen: „Da haben wir richtig gut gespielt und sind stark ins Pressing gegangen“, lobte der 53-Jährige sein Team. Allerdings sah er von außen auch, „dass zwischendurch ein bisschen die Kräfte schwanden. Und nach dem ersten Gegentreffer haben wir wieder zu viel überlegt.“

Der Fußballlehrer hatte Last-Minute-Neuzugang Kevin Coleman (siehe Extra-Text) gleich in die Startelf beordert. Neben ihm stürmte der erst vorige Woche offiziell zum Team gestoßene Michael Seaton, Offensivkollege Bocar Djumo stand nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre ebenfalls in der Anfangsformation. Für den wegen seiner Roten Karte ausgefallenen Abwehrchef Pierre Becken rückte der am Dienstag verpflichtete Angelos Argyris ins Zentrum der Viererkette; Serkan Temin, eigentlich ebenfalls Innenverteidiger, holte wie zuletzt gegen Oberneuland als Sechser viele Bälle.

Gefälliges Debüt des neuen Stürmers Coleman

Am Freitag hatten die Behörden alle Formalitäten erledigt, sodass Präsident Friedrich Schilling die Verpflichtung des 23-jährigen Stürmers Kevin Coleman für den BSV Rehden vermelden durfte. Der US-Amerikaner spielte zuletzt für Orange County in der 2. Liga der Vereinigten Staaten. „Ein sehr interessanter Mann“, sagt Schilling über die einwöchigen Trainingseindrücke des früheren Junioren-Nationalspielers, der 2016 schon mal nach Deutschland gekommen war. Damals spielte er für die U 19 des 1. FC Kaiserslautern, ehe er 2018 zu Regionalligist SpVgg Bayreuth wechselte. Gestern gab der Last-Minute-Transfer ein ansehnliches Debüt: Der Angreifer stiftete oft Konfusion in Hannovers Abwehr. Nach 59 Minuten war sein erster Arbeitstag per Auswechslung beendet. ck

In dieser Besetzung hatte der BSV die volle Kontrolle und ging in Führung: Daniel Haritonov sprintete bei einem Abwehrversuch dazwischen, zwang Kuballa zur Parade – und den Abpraller hämmerte Josip Tomic aus dem Rückraum flach zum 1:0 in die Maschen (8.). Coleman setzte nach und traf – allerdings aus dem Abseits und daher ungültig (12.). Dann prüfte Alexander Nandzik Kuballa per frechem Freistoß aus spitzem Winkel (15.). Der frühe Vorsprung war zu dieser Zeit längst verdient – in Minute 21 bauten die Gäste ihn aus: Krasniqi hatte Zeit, sich die Ecke auszusuchen – und schloss aus neun Metern zum 2:0 ab (21.). „Ich habe mir den Ball von dem linken auf den rechten Fuß gelegt – und er hat gepasst“, freute sich der Schütze.

Seltsamerweise verlor der BSV danach die Ordnung, außer einem knapp über den Querbalken gesetzten Kopfball von Daniel Eidtner (30.) und einem ebenfalls zu hoch anvisierten Versuch von Rene Rüther (40.) wurde es für Torwart Flemming Niemann aber nicht brenzlig.

Spannung nach Doumbouyas Doppelpack

So ging es in die Pause, die die Schwarz-Weißen zwei Minuten eher beendeten – Hannovers Trainer Christoph Dabrowski hatte in der Kabine anscheinend ausgiebigeren Redebedarf. Die Ansprache verhallte nicht ungehört, denn nun investierte die Zweitliga-Reserve mehr. Umso überraschender fiel das 3:0: Kuballa schoss Djumo wuchtig an – und der Abpraller flog am Keeper vorbei ins leere Tor (62.)! Wer nun gedacht hatte, dass den „Roten“ damit der Stecker gezogen war, sah sich schnell getäuscht: Keine 60 Sekunden später spitzelte Moussa Doumbouya den Ball zum 1:3 über die Linie. Argyris stand am nächsten dran – und kreidete sich laut Golombek später den Fehler an: „Er wusste, dass er da nicht gut verteidigt hat.“

Spieler des Spiels: Kamer Krasniqi

Der Capitano marschierte vorweg: Rehdens Zehner lief unglaublich viele und weite Wege, traf zum 2:0 und hatte in der Nachspielzeit noch genügend Luft, mit dem 4:2 den Sack zuzumachen.

Es folgten 20 Minuten Kampf um jeden Meter Mittelfeld, ehe es dank Doumbouya nochmal so richtig spannend wurde: Der Stürmer stieg bei einer Rechtsflanke am höchsten und köpfte zum Anschluss ein (83.). Hannover warf alles nach vorn, doch Rehden und Krasniqi hatten den längeren Atem.

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