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Kaffenberger verlässt Rehden und folgt Ruf der Heimat

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Von: Cord Krüger

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Marco Kaffenberger am Ball.
Abschied aus dem Norden: Marco Kaffenberger zieht es zurück nach Südhessen. Dort fand der Verteidiger einen Oberligisten als neuen Verein. © Krüger, Cord

Nach vielen Jahren in Norddeutschland zieht es Marco Kaffenberger zurück nach Hessen. Der Rechtsverteidiger von Regionalligist schaltet fußballerisch ein paar Gänge zurück. „Ich möchte jetzt ein bisschen mehr das Leben abseits des Platzes genießen“, sagt der 25-Jährige.

Rehden – Nanu – ein gestandener Regionalligaspieler im besten Fußballer-Alter geht freiwillig zwei Ligen tiefer? Auf den ersten Blick verwundert der Wechsel von Marco Kaffenberger schon, auf den zweiten wird die Sache klar. Denn den Rechtsverteidiger des BSV Rehden zieht es zurück in seine Heimatstadt Reichelsheim. „Es gab gute Gespräche mit Rehden. Aber ich war jetzt elf Jahre aus dem Haus, bin mit 15 ausgezogen und habe alles dem Fußball untergeordnet. Und jetzt ist die Zeit, dass einen die Eltern auch mal brauchen können“, erklärt „Kaffe“. Unweit seiner neuen Wohnung fand er in Gestalt des SV Unter-Flockenbach einen Verein, der souverän die Meisterschaft in der hessischen Landesliga Süd eingefahren hat und zur neuen Serie in der Oberliga startet – also nur eine Klasse tiefer als Rehden. „Ich freue mich drauf. Zum Training muss ich nur 25 Kilometer fahren, und wir haben da eine gute Truppe mit einem guten Mix aus jüngeren und älteren Spielern“, schildert der Defensivallrounder. Zudem „ist dort eben nur dreimal die Woche Training, und ich möchte jetzt ein bisschen mehr das Leben abseits des Platzes genießen“.

Ich war jetzt elf Jahre aus dem Haus, bin mit 15 ausgezogen (...). Jetzt ist die Zeit, dass einen die Eltern auch mal brauchen können.

Marco Kaffenberger

Das musste beim 25-Jährigen bisher oft zurückstecken. „Jeder kann sich vorstellen, dass es auf dem Regionalliga-Level nicht immer einfach mit Fußball und Arbeit ist. Aber ich bin dem BSV unheimlich dankbar für meine drei Jahre hier – und dass ich hier meine Ausbildung machen konnte.“ Als ausgelernter Industriekaufmann wird er auch in seiner neuen, alten Heimat in Südhessen arbeiten. Kaffenbergers Kapitel im Norden, das für ihn 2014 mit der U 19 von Eintracht Braunschweig begann und ihn von Braunschweig II über die Stuttgarter Kickers zu Werders U 23 und von dort nach Rehden führte, ist damit beendet.

Eine „Mischung aus Vollpfosten und Vollprofi“

An seiner Einstellung ändere sich aber nichts, verspricht Kaffenberger: „Ich liebe weiter meinen Sport und will jedes Spiel gewinnen. Und ich werde immer positiv bleiben – auch wenn ich auf dem Platz schon mal eine Drecksau sein kann.“ Eine „Mischung aus Vollpfosten und Vollprofi“, wie er selbst über sich sagt, „aber ich glaube, so einen braucht eine Mannschaft.“

Was ihn in der neuen Liga erwartet, „weiß ich überhaupt nicht, aber ich freue mich drauf“. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen beim Blick auf den Kader nicht schlecht – denn in Gestalt von Ex-Profi Nico Hammann hat der SV Unter-Flockenbach einen weiteren Mann mit höherklassiger Erfahrung im Team. Der 34-Jährige, der unter anderem schon für Arminia Bielefeld, den 1. FC Magdeburg und den SV Sandhausen das Mittelfeld beackerte, ist ebenfalls in der Nähe geboren – im 36 Kilometer entfernten Eberbach.

Apropos Sandhausen: Marco Kaffenberger will sich Rehdens DFB-Pokal-Auftritt gegen den Zweitligisten nicht entgehen lassen: „Ich werde mir das Spiel auf jeden Fall anschauen und hoffe, dass die Jungs das Ding ziehen.“

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