Lars und Jonas Mesloh sind beim FC Sulingen nicht wegzudenken / Vorbild Gattuso

Lars und Jonas Mesloh sind beim FC Sulingen nicht wegzudenken

Das kann auch nicht jeder von sich sagen: Lars (links) und Jonas Mesloh haben ein eigenes Straßenschild. - Foto: FC Sulingen

Sulingen - Von Rafael Kaluza. Vor langer Zeit zog es eine Familie namens Mesloh auf einen Hof in Maasen. Kurzerhand wurde die Straße, dem Familiennamen entsprechend, Mesloh getauft. Was damals noch keiner wissen konnte: Für den FC Sulingen ist diese Anekdote eine glückliche Fügung. Denn in dem kleinen Ort beginnt einige Generationen später die Geschichte zweier Nachfahren, deren große Leidenschaft der Fußball ist.

Schon als Kinder treffen sich die beiden Jungs Lars und Jonas sowie dessen größerer Bruder Hannes bei jeder Gelegenheit zum Kicken auf dem Bolzplatz. Sie hoffen, eines Tages zusammen bei einem Verein zu spielen. Mittlerweile haben es zwei von ihnen geschafft: Lars und Jonas Mesloh sind wichtige Bausteine im Kader des Bezirksligisten FC Sulingen – dort sind sie besser bekannt als „Langer“ und „Jonez“.

Die beiden Meslohs sind keine Brüder, sondern Cousins zweiten Grades. „Ein bisschen kompliziert. Wir sagen, wir sind Cousins – das ist einfacher“, erläutert der fünf Jahre ältere Lars. Der 30-Jährige ist ein flexibler Offensivspieler, der mittlerweile vornehmlich auf der linken Außenbahn zum Zug kommt. „Ich weiß, dass ich technisch nicht der beste bin, aber ich bin ein unangenehmer Gegenspieler, weil ich kämpfe wie ein Wildschwein und ein wenig unberechenbar bin“, beschreibt er seine Qualitäten. „Egal wie, ,der Lange‘ kommt irgendwie noch ran und wurschtelt ihn rein“, ergänzt Mitspieler Jonas schmunzelnd.

Der 25-Jährige sorgt im Gegensatz zu seinem Cousin in erster Linie für eine stabile Defensive, beim FC hat er sich als rechter Außenverteidiger etabliert. Zweikampfstärke und Schnelligkeit nennt „Jonez“ als seine größten Qualitäten. „Der kleine Wadenbeißer Gattuso, der dem Ball hinterher rennt und wieder holt“, verdeutlicht er lächelnd.

Der Trainer schätzt das Gleichgewicht, das beide mitbringen

Trotz ihrer unterschiedlichen Positionen teilen die beiden Meslohs sehr ähnliche Eigenschaften, die sie so wertvoll machen. „Ihr fußballerisches Können ist begrenzt, das wissen beide. Aber man gewinnt Spiele nicht mit elf feinen Technikern. ,Langer‘ und ,Jonez‘ sind Typen, die das Gleichgewicht herstellen“, erklärt ihr Trainer Stefan Rosenthal und gerät ins Schwärmen: „Von der Einstellung und Identifikation sind sie einzigartig und nicht zu toppen. Ich weiß bei beiden, dass ich mich zu 100 Prozent auf sie verlassen kann.“ 

Die Meslohs eint der unbändige Ehrgeiz, selbst im Training müssen sie jedes Spiel gewinnen. Klappt es nicht, ist die Laune erst mal im Keller. „Einmal musste ich schon ungeduscht nach Hause. Da war ich richtig angefressen“, erzählt Lars. Trotz dieses Ehrgeizes ordnen sich beide immer dem Erfolg des Teams unter. Sitzen sie mal nur auf der Bank, wird es ohne Murren akzeptiert – dann werfen sie eben als Joker alles in die Waagschale. 

So wie in der vergangenen Saison in Nienburg. Da wurden beide beim Stand von 1:2 in der Pause eingewechselt. 17 Minuten später stand es 4:2 für Sulingen. Lars Mesloh hatte zwei Tore vorbereitet und erzielte zur Krönung später noch den 5:3-Endstand.

Lars' Wette um ein Freistoßtor läuft noch

Aber auch neben dem Feld gehen die Meslohs voran und sind absolute Garanten für die gute Stimmung im Sulinger Team. „Sie sind die Partybiester, die immer dabei sind, wenn etwas ansteht“, berichtet Rosenthal.

Lustige Anekdote: Bei einem Mannschaftsabend vor zwei Jahren initiierten die Meslohs mit zwei Teamkollegen eine spektakuläre Wette. Lars war sich sicher, dass er irgendwann ein Freistoßtor erzielen würde und hatte dabei Sönke Hartkamp auf seiner Seite. Problem: Der Angreifer ist nicht für seine Schussstärke bekannt und darf gar keine Standards schießen. Grund genug für Janis Ehlers und Jonas dagegenzuhalten. Einsatz: Eine Kiste Whisky. Zwei Jahre hat „Langer“ für diese Mission Zeit, bisher wartet er allerdings vergeblich, dass ihm ein erster Versuch gewährt wird.

Möglicherweise klappt es damit ja in dieser Saison, wobei die Meslohs erst mal wichtigere Prioritäten haben. Mit dem FC wollen sie oben mitspielen und am besten in den Top Fünf landen. Ein ambitioniertes Ziel – von den ehrgeizigen Meslohs aber keine Überraschung.

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