Fußball und Studium in den USA

Brinkums Rahmig zieht es nach Texas ans College

Julius Rahmig
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Vorfreude aufs Unbekannte: Noch-Brinkumer Julius Rahmig ist ab September im texanischen Jacksonville „Zu Hause“.

Vor ein paar Jahren lehnte er noch ab, jetzt nutzt Julius Rahmig die Gelegenheit und zieht in die USA. Dort spielt er Fußball und studiert. Der Brinkumer SV verliert laut Coach Mike Gabel derweil „einen ganz tollen Menschen“.

Brinkum – Jedem einzelnen seiner Brinkumer Fußballer schrieb Mike Gabel vor dem Pokalfinale einen Brief. Diese sollten als Extramotivation für das Match gegen den Bremer SV dienen. Nun ging das Endspiel zwar mit 1:2 verloren – doch im Fall (mindestens) eines Spielers war das im Nachhinein zweitrangig. Die Geste und der Inhalt waren es, die Julius Rahmig berührt haben. „Da stand etwas drin, nach dem Motto, dass er stolz auf mich ist, und dass er mir alles Gute wünscht“, erzählt der BSV-Akteur, „das war auf jeden Fall das Schönste, was er mir zum Abschied hätte mitgeben können.“ Rahmig zieht es in die USA.

„Am 30. Juli fliege ich“, berichtet er. Das Ziel: Jacksonville, Texas. Am (Junior-)College wird er dann Fußball spielen und studieren. Was genau? So richtig weiß Rahmig das selbst noch gar nicht. „Business- oder Sportmanagement“, sagt er und erklärt: „Die ersten zwei Jahre sind es nur Grundfächer, danach muss ich das College wechseln und schauen, was und wie ich es mache.“

Erst einmal überwiegt beim 22-Jährigen nun die Vorfreude auf das Unbekannte. Denn so richtig glücklich hat ihn sein Fernstudium im Sportmanagement nicht gemacht. Was allerdings weniger am Fach als mehr an der Art und Weise lag. „Nur zu Hause zu sitzen, war nicht das einzig Wahre“, meint Rahmig lächelnd.

Irgendwann sei sein Bruder dann mit der Idee ins gemeinsame Zimmer geplatzt, es doch noch mal mit einem möglichen Stipendium zu versuchen. Schließlich hatte Julius Rahmig in seiner Zeit im Nachwuchsleistungszentrum des SV Werder bereits Anfragen gehabt. Vor knapp sieben Jahren hatte er sich noch nicht wirklich damit beschäftigt („Das lief über Facebook und wirkte sehr unseriös, ich wollte lieber in Deutschland Profi werden“), dieses Mal bemühte er sich aktiv – und hatte Erfolg.

Über die Agentur seines Kumpels Timo Sürstedt und einige Weiterleitungen meldete sich der Coach vom Jacksonville-College, und nach einiger Bedenkzeit und zwei Absagen an Schulen in Kalifornien und Oregon sagte er in Texas zu. „Das ist ein fußballerisch gutes College, und dort schauen auch einige Leute zu, was hilft, sich für die Zeit nach den beiden Jahren zu empfehlen“, erklärt Rahmig.

Auf einem guten Niveau weiter seiner Leidenschaft Fußball nachgehen zu können, ist ihm wichtig. So wichtig, dass er sich für die Weihnachtsferien schon wieder in Brinkum angemeldet hat. Anfang Dezember kehrt er für ein paar Wochen zurück – und wird beim BSV-Training ein gern gesehener Gast sein.

Denn in der Mannschaft hat Rahmig mit Nicolai Gräpler oder auch Hyoungbin Park gute Freunde gefunden. Und auch die Beziehung zu Gabel hätte kaum besser sein können. „Wir verstehen uns sehr gut“, betont der 39-Jährige. Auf dem Rasen, aber auch virtuell. „Im ersten Jahr haben wir häufig über Fifa (Fußballsimulation, d. Red.) geredet, um ins Gespräch zu kommen“, erzählt Rahmig, der 2019 vom gerade neuen Brinkum-Coach Gabel geholt wurde: „Im zweiten Jahr haben wir dann auch viel über Fußball, übers Team oder auch über Kaderplanung gesprochen, da holt Mike sich ja gerne auch mal Meinungen aus der Mannschaft.“

Durch seine Ausbildung im Bremer Nachwuchsleistungszentrum kannte Rahmig diese Art der Verbindung zu einem Trainer nicht. „Du hattest immer so eine Distanz“, meint er, „Mike war der erste, zu dem es so einen freundschaftlichen Kontakt gab.“

Gabel jedenfalls vermisst seinen Allrounder schon jetzt. „Wir verlieren einen ganz tollen Menschen“, sagt er: „Jeder Spieler muss einer Mannschaft mehr geben, als er ihr nimmt. Und Julius hat der Mannschaft viel, viel gegeben.“ Ein Kompliment, das bei Rahmig runtergehen wird wie Öl. Fast so sehr, wie ein handgeschriebener Brief.

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