Startnummer 1

Juliane Barthel (Segeln)

+
Juliane Barthel machte bereits mit sechs Jahren ihren Segelschein. Knapp 26 Jahre später feierte sie ihren größten Karriere-Erfolg.

Marburg – Von Felix Schlickmann. Das Segelzentrum auf der Insel Portland vor der Küste von Weymouth: Es ist ein ehemaliges Olympiarevier. Die Spiele von London 2012 wurden an diesem Ort ausgetragen. Wo, wenn nicht dort, wäre die perfekte Stelle, um den bisher größten Karriere-Erfolg zu feiern? Genau das hat Juliane Barthel vom Segler-Club Dümmer geschafft. In Großbritannien wurde sie im vergangenen Jahr Weltmeisterin in der RS Aero 7-Klasse.

„Es war ein cooles Gefühl, ich habe mich riesig gefreut“, strahlt die 32-Jährige und stellt auch die perfekten Rahmenbedingungen heraus: „Es war alles sehr professionell organisiert, eine runde Veranstaltung.“ Obwohl – so perfekt waren die Gegebenheiten während des Wettkampfes dann doch nicht. Denn das britische Wetter in diesen Tagen als windig zu bezeichnen, wäre wohl untertrieben. Dadurch blieb es allerdings „spannend bis zum Schluss. Vor allem, was Kenterungen anging.“

Barthel selbst kenterte nur in einem der zwölf Durchgänge. Trotz Sturmwarnung musste sie jedoch für die letzte Fahrt noch mal auf das Wasser. In dem Wissen, gute Chancen auf den Sieg zu haben, „denkt man sich schon: ,Scheiße, ich will es jetzt nicht versauen.‘“ Doch sie versaute es nicht und holte nach dem zweiten Platz 2017 diesmal den Titel bei den Damen. Von insgesamt 103 Startern wurde sie 14. – nun darf sich die gebürtige Osnabrückerin also Weltmeisterin nennen.

Vor knapp 26 Jahren war das natürlich noch nicht absehbar. Im Alter von sechs Jahren machte sie damals ihren Segelschein. Die Sportart liegt in der Familie: „Meine Großeltern haben es vorgemacht, meine Eltern sind Regatten gesegelt. So bin ich selbst dazu gekommen.“

Angefangen hat Barthel in der Schiffsklasse „Optimist“, dem Boot für Kinder und Jugendliche. Von da an sei sie „immer dabei geblieben“, wenn auch teils nur hobbymäßig. Denn ihr Studium in Ulm sorgte dafür, dass es nahezu unmöglich wurde, regelmäßig auf das Wasser zu kommen. Erst als sie begann, in Marburg als Ärztin zu arbeiten, fing sie in der „Aero“-Klasse wieder richtig mit ihrer Leidenschaft an.

Begeistert ist die 32-Jährige vor allem vor den immer neuen Herausforderungen, vor die sie beim Segeln gestellt wird: „Das Spiel mit dem Wind und den Wellen bei immer unterschiedlichen Bedingungen macht einfach Spaß. Außerdem kommt man viel rum, und die Truppe ist nett.“

Mit dieser Truppe war Barthel auch im Frühjahr am Gardasee in Italien. In einem Trainingslager bereitete sie sich auf die kommende Saison vor, in der sie neben der WM und der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft in Travemünde nur kleine Regatten segelte. „Dort herrschen einfach ideale Bedingungen“, erklärte sie und schob mit Blick auf die Saison 2019 nach: „Auch für dieses Frühjahr ist das wieder geplant.“

Damit will sich die Weltmeisterin auf die kommende Europameisterschaft im August vorbereiten, die ebenfalls am Gardasee stattfindet. In diesem Jahr ist die EM das große Ziel. Ob sie ihren WM-Titel in diesem Jahr verteidigen kann, weiß sie nämlich noch nicht: „Die WM ist Ende des Jahres in Australien. Erstens weiß ich nicht, ob ich mir da freinehmen kann, und zweitens ist es natürlich ein großer logistischer Aufwand.“ Sollte es klappen, wäre das aber natürlich ein echter Höhepunkt. Einer, der den bisherigen WM-Titel als Highlight sogar noch übertreffen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Debakel für Union und SPD bei Europawahl

Debakel für Union und SPD bei Europawahl

Höheres Interesse an Europawahl in Deutschland

Höheres Interesse an Europawahl in Deutschland

Hoeneß' Treueschwur für Kovac - Note "1 minus" für Double

Hoeneß' Treueschwur für Kovac - Note "1 minus" für Double

Museumsmarkt in Twistringen

Museumsmarkt in Twistringen

Meistgelesene Artikel

Garaf und Meyer wechseln wohl nach Neuenkirchen

Garaf und Meyer wechseln wohl nach Neuenkirchen

16 von 18 Spielern geben Behrens Zusage

16 von 18 Spielern geben Behrens Zusage

Weyers starker Sprung ins kalte Wasser

Weyers starker Sprung ins kalte Wasser

Pech für Okel: Bänderriss bei Rico Volkmann

Pech für Okel: Bänderriss bei Rico Volkmann

Kommentare