Spielausschuss hat drei Varianten

Jugendfußball im Kreis Diepholz: Spiele ab 17. April? 

Kind mit Fußball im Arm
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Trainieren dürfen Nachwuchsfußballer bis 14 Jahre bereits, aber spielen noch nicht: Stichtag zum Wiedereinstieg soll im Kreis Diepholz der 16. April sein – dafür müsste aber die Corona-Situation entsprechend sein. Foto: imago images

Das Fußballtraining im Jugendbereich hat teilweise wieder Fahrt aufgenommen - aber wie und wann gehen die Ligen weiter? Stephan Meyer, der Vorsitzende des Jugendspielausschusses im Kreis Diepholz, verrät die Szenarien.

  • - Am 24. März steht eine Videokonferenz mit den Vereinen an, im Bestfall würden am 17. April die Qualifikationsrunden beginnen.
  • - Auch am Pfingstwochenende soll gespielt werden.
  • - Wenn der Ball allerdings bis Mitte Mai ruht, sind die Spielzeiten kaum noch sportlich zu Ende zu bringen.

Rehden – Stephan Meyer (51) kann sich noch sehr gut an einen Kreisjugendtag vor ein paar Jahren erinnern – und an einen Satz, den er damals sagte: „Wenn mir die ganze Organisation mal auf die Nerven gehen sollte, besuche ich ein Jugendspiel, dann weiß ich wieder, warum ich das Ganze mache.“ Momentan fällt diese Option flach, denn die Nachwuchsfußballer dürfen sich noch nicht im Wettbewerb messen. „Und das“, gesteht der Vorsitzende des Jugendspielausschusses im Kreis Diepholz, „geht mir mächtig ab. Wenn man durch den Kreis fährt und sieht, dass auf den Plätzen fast nichts passiert: Das ist schon hart.“

Ob bald Besserung eintritt, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den aktuell stetig steigenden Inzidenzzahlen ab. Wie bei den Senioren gibt es im Kreis Diepholz nun auch für den Juniorenbereich konkrete Pläne, um die Saison sportlich zu beenden. Und das ist das klare Ziel von Meyer, der seit 2014 Spielausschussvorsitzender und seit mehr als 30 Jahren Fußball-Funktionär ist (lange als Trainer und Jugendleiter beim BSV Rehden): „Solange wir einen Strohhalm haben, greifen wir danach. Einen Abbruch oder eine Annullierung möchten wir möglichst nicht.“

Vereine brauchen Planungssicherheit

Am Montagabend stellte Meyer dem Kreisjugendausschuss die Szenarien für eine Saisonfortsetzung vor, am 24. März folgt eine Videokonferenz mit den Vereinen: „Da wollen wir das Ganze dann noch mal präsentieren. Wir möchten den Vereinen einfach etwas an die Hand geben, damit sie zumindest ein bisschen planen können.“

Bei Variante eins wird davon ausgegangen, dass ab dem 29. März auch in Niedersachsen Wettkampfsport im Jugendbereich erlaubt ist. „Ich bin sehr positiv eingestellt und hoffe, dass es hinzukriegen ist“, sagt Meyer. Falls ja, soll es zunächst eine gut zweiwöchige Vorbereitungszeit im Mannschaftstraining geben. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre dürfen zwar schon seit dem 8. März wieder auf den Platz, „aber das ist dann eben keine richtige Vorbereitung, weil zum Beispiel Testspiele bisher nicht erlaubt sind“, erklärt der Rehdener und ergänzt mit Blick auf die älteren Jugendlichen, die momentan noch zum Zuschauen verdammt sind: „Wir wollen mit diesem Termin eine Gleichbehandlung für alle Altersklassen von der G- bis zur A-Jugend gewährleisten.“

Es zahlt sich jetzt aus, dass wir an den Quali-Runden festgehalten haben. Bei noch zwei bis vier Spielen ist es realistisch, diese Gruppen sportlich zu beenden.

Stephan Meyer, Vorsitzender des Jugendspielausschusses im Kreis Diepholz.

Ab dem 17. April würde damit begonnen, zunächst die Qualifikationsrunden (noch zwei bis vier Spielen in den unterschiedlichen Jahrgängen) zu beenden. Anschließend folgen Meisterrunden. „Maximal in Vierergruppen, um eine Flexibilität zu behalten“, betont Meyer. Auch an Pfingsten werden Spiele angesetzt. Dieser „Fahrplan“ würde auch bei einem späteren Wiedereinstieg in den Pflichtspielbetrieb gelten – allerdings nur bis zum 3. Mai. Eine mögliche Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus wäre in diesem Fall nicht nötig.

Bezirk startet später

Für die „Diepholzer“ Jugendmannschaften auf Bezirksebene (C- bis A-Junioren) gibt es einen anderen Termin zum Wiedereinstieg als im Kreis Diepholz. Jörg Edema, Jugendspielleiter im NFV-Bezirk Hannover, nannte auf die Frage nach einem Re-Start das Wochenende vom 30. April bis 2. Mai: „Unser vorderstes Ziel ist es, die Hinrunden zu beenden.“ Dann gebe es Tabellen für eine mögliche Quotientenregelung. töb/mr

Könnte erst nach dem 3. Mai mit der Vorbereitung gestartet werden, dann wäre Variante zwei erste Wahl. Den Quali-Runden ab dem Pfingstwochenende (22./23. Mai) würden sich Entscheidungsturniere mit den Gruppenersten anschließen, alle anderen Teams hätten dann schon Sommerpause. Wenn der Ball allerdings bis Mitte Mai ruht, wäre es auch im Jugendbereich laut Meyer nicht mehr möglich, die nach den Absagen der Hallenrunden und Pokalwettbewerbe ohnehin schon erheblich verschlankte Saison sportlich zu beenden. „Dann könnte ich mir Freundschaftsspiele oder -turniere auf freiwilliger Basis vorstellen“, meint Meyer. Variante drei quasi.

Bei all der Hoffnung auf eine rasche Rückkehr: Meyer hat auch Verständnis für Vereine, die in der aktuellen Situation auf ihren geliebten Fußball verzichten möchten: „Wenn Mannschaften zurückgezogen werden, kann ich nicht böse sein.“ Sportliche (wie Abstieg) oder finanzielle Folgen hätte dies ohnehin nicht. Neu ist: Auch bei Nichtantreten wegen Corona bekommen die Teams momentan keine Bestrafung.

Turniere in den Sommerferien? Meyer: „Wir müssen trommeln“

In seiner langen Funktionärskarriere hat Stephan Meyer einiges erlebt, aber eine Situation wie die aktuelle in der Corona-Pandemie noch nicht. Dass Jugendliche nicht spielen dürfen, sei nur schwer hinnehmbar: „Für mich ist das Wichtigste, dass die Kids in nächster Zeit noch mal auf den Platz dürfen – wenigstens einige Male. Meistertitel und Platzierungen sind völlig zweitrangig.“ Meyer, der bei BASF im Schichtdienst arbeitet, sieht die große Gefahr, dass sich noch mehr Kinder und Jugendliche vom Fußball abwenden könnten als in den vergangenen Jahren – bedingt durch Corona, die Kontaktbeschränkungen und das lange Amateursportverbot. „Auch die Vereine machen sich Sorgen, dass sie die Verbindung zu den Kindern und deren Eltern verlieren. Das ist das Schlimmste, was passieren kann“, mahnt Meyer. Um den negativen Trend zu bremsen, müssten den Nachwuchsfußballern zusätzliche Angebote gemacht werden. „Wir müssen trommeln, anders geht es nicht“, betont Meyer: „Wir überlegen, was wir neben den Projekten des DFB noch machen können.“ Eine Idee ist, für die Jüngsten (G- und F-Junioren) Turniere während der Sommerferien (ab 22. Juli) zu organisieren. „Das ist der Grundstock im Nachwuchsbereich“, sagt Meyer: „Und wir müssen aufpassen, dass wir nicht von unten ausbluten.“ mr

Sorgt sich um den Fußballnachwuchs: Jugendspielausschuss-Chef Stephan Meyer.

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