Startnummer 5

Michael Harbarth: Landes-Bronze trotz Verletzungspech

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Startnummer 5: Michael Harbarth

Sulingen - Als Michael Harbarth von seiner dritten Nominierung zur Sportlerwahl erfährt, ist er überrascht. Denn der ehrgeizige Judoka ist mit dem vergangenen Jahr gar nicht zufrieden: „Ich finde, ich habe fast nichts erreicht.“ Tatsächlich lief es 2015 eher bescheiden für den Sulinger.

Nach einem tollen Start mit starken Wettkämpfen für seine beiden Vereine, den TuS Sulingen und den Osnabrücker TB, verletzte er sich im März bei dem ersten von drei Ranglistenturnieren. Die schockierende Diagnose: eine ausgekugelte Hüfte und mehr als ein halbes Jahr Pause. Erst im November stand Harbarth wieder auf den Matten.

In dieser Zeit verpasste der 24-Jährige die anderen beiden Ranglistenturniere und damit jede Chance, sich darüber für sein großes Ziel – die Deutschen Meisterschaften 2016 – zu qualifizieren. Der Plan B waren die Deutschen Pokalmeisterschaften am 28. November in Künzell. Über einen starken dritten Platz bei den niedersächsischen Landesmeisterschaften qualifizierte er sich dafür. „Da habe ich nur einen Kampf verloren, damit bin ich sehr zufrieden“, berichtet Harbarth. Allerdings zog er sich bei dem Turnier die nächste Blessur zu – eine hartnäckige Knieverletzung, die ihn bis heute behindert.

Alles andere als optimal verlief daher die Vorbereitung auf die Pokalmeisterschaften. Harbarth, der in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm kämpft, brachte vor dem Turnier ein paar Kilos zu viel auf die Waage. „Ich bin einer, der sehr im Gewicht schwankt. Manchmal muss ich in einer Woche acht Kilo abnehmen – das zehrt an der Fitness“, erklärt der Kampfsportler.

Dennoch hatte sich Harbarth für die Pokalmeisterschaften viel vorgenommen, doch es folgte der nächste Rückschlag. Gleich den ersten Kampf verlor er gegen einen eigentlich bekannten Gegner. „Ich habe am Boden einfach nicht aufgepasst“, gibt Harbarth zu. Weil er dann nicht mal in die Trostrunde kam, war das Turnier für ihn schon gelaufen und damit jegliche Hoffnung auf die Deutschen Meisterschaften 2016. „Ich habe mich ziemlich dumm angestellt und zusätzlich Pech gehabt“, ärgert sich Harbarth bis heute.

Unterm Strich stand für ihn im Jahr 2015 somit „nur“ der starke dritte Platz bei den niedersächsischen Landesmeisterschaften – zu wenig für Harbarths eigene Ansprüche. Denn der Sulinger sprüht vor Ehrgeiz. Fünf Mal in der Woche trainiert er, dazu kommt zurzeit zweimal Physiotherapie wegen seiner Knieprobleme – und das, obwohl er neben dem Judo alles andere als beschäftigungslos ist. Der Informatik-Student ist gerade im siebten Semester und will im September seinen Bachelor in Hannover abgeschlossen haben. Dazu arbeitet er als Software-Tester 20 Stunden in der Woche im Home Office für ein Unternehmen in München und ist noch in der DLRG aktiv. „Schlafen wird überwertet“, meint Harbarth schmunzelnd. Gerade wegen dieser Einstellung ist er auch im für ihn durchschnittlich verlaufenen Jahr Kandidat bei der Sportlerwahl. Während seiner Verletzungspause machte er kurzerhand seine C-Trainerlizenz im Leistungssport. Es unterstreicht seine Hingabe für den Judo-Sport. Und auch wenn er nach seinem Bachelor Hannover verlassen sollte, um einen Master zu machen oder ins Berufsleben einzusteigen, wird er seiner Leidenschaft sicher treu bleiben. Schließlich hat er sich noch einiges vorgenommen für die Zukunft: „Mein Ziel ist es, erstmal wieder richtig fit zu werden und dann, mich für die Deutschen Meisterschaften 2017 zu qualifizieren – möglichst über die Ranglistenturniere.“

Auf Vereinsebene kann sich Harbarth, der mit dem Osnabrücker TB noch in der Landesliga kämpft, langfristig einen Wechsel in die Regionalliga oder sogar die zweite Bundesliga vorstellen. Sollte er sich diese ehrgeizigen, aber durchaus realistischen Ziele erfüllen, erscheint es sicher, dass dies nicht seine letzte Nominierung für die Sportlerwahl bleiben wird.

kal

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