Werder Bremen 0:3 gegen Saarbrücken

Joker Franziska sticht im Aufstellungs-Poker

Pure Enttäuschung: Werder-Coach Cristian Tamas (li.) und Spitzenspieler Mattias Falck nach dessen Niederlage gegen Patrick Franziska.
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Pure Enttäuschung: Werder-Coach Cristian Tamas (li.) und Spitzenspieler Mattias Falck nach dessen Niederlage gegen Patrick Franziska.

Bremen – „Bremen ist doch eine schöne Stadt. Von mir aus bleiben wir auch noch eine Nacht länger hier“, meinte Patrick Franziska am Sonntag. Der 28-jährige Spitzenspieler des 1. FC Saarbrücken wirkte auch deshalb so gelöst, weil er sich mit dem amtierenden Deutschen Meister in der Tischtennis-Bundesliga mit 3:0 beim SV Werder Bremen durchgesetzt hatte und so weiterhin auf Halbfinalkurs steuert.

Eigentlich wollten die Saarbrücker am Montag mit dem Auto zurück fahren, aber aufgrund der Wetterlage könnte sich das noch um einen Tag verschieben.

„Möchte nach Tokio“

Neben Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ist der Saarbrücker Patrick Franziska schon fest für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Von den aktuellen Diskussionen um die Austragung lässt er sich nicht beeindrucken. Am Rande der Partie am Sonntag in Bremen meinte er: „Ich möchte nach Tokio. Momentan gibt es fast jeden Tag andere Meldungen. Ich denke, dass es die Japaner trotz der Corona-Krise hinbekommen, für entsprechende Sicherheit der Athleten zu sorgen.“

Franziska, aktueller Nationalspieler bei Bundestrainer Jörg Roßkopf, stand im Aufstellungs-Poker der Gäste im Mittelpunkt. Wie schon in den beiden vorangegangenen Partien dieser beiden Clubs, die Saarbrücken gewann, tauchte er auf dem Spielberichtsbogen an Position zwei auf, obwohl der viermalige Team-Europameister klar die Nummer eins bei den Saarländern ist. „Wir haben das deshalb so gemacht, damit ich, wenn es eng wird, auch Doppel spielen kann“, sagte Franziska. Hintergrund: Die Nummer eins eines Teams darf nicht Doppel spielen.

Und so musste Franziska gleich zum Auftakt gegen Werders Spitzenmann Mattias Falck ran. „Ich hatte heute mit meiner Aufschlag-Annahme einige Probleme – vor allem im fünften Satz“, meinte Vize-Weltmeister Falck. Im entscheidenden Durchgang war Franziska, der schon fest für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert ist, der stabilere Spieler, lag schnell mit 5:1 und 9:1 vorn und ließ sich das Match mit 11:3 nicht mehr nehmen.

Stenogramm

SV Werder Bremen - 1. FC Saarbrücken 0:3: Mattias Falck - Patrick Franziska 8:11, 12:10, 11:8, 5:11, 3:11; Kirill Gerassimenko - Darko Jorgic 9:11, 6:1, 10:12; Marcelo Aguirre - Shang Kun 11:8, 11:4, 6:11, 9:11, 2:11.

Zu einer wesentlich klareren Angelegenheit wurde die zweite Partie. Für Werder stand da der Kasache Kirill Gerassimenko am Tisch, der zwar etliche Zauberbälle spielte, aber am Ende mit 0:3 Sätzen gegen den 22-jährigen Slowenen Darko Jorgic verlor. Und den lobte Teamkollege Franziska ganz besonders: „Wir konnten uns die Umstellung in der Aufstellung auch deshalb gut leisten, weil Darko momentan wirklich gut drauf ist. Er hat das heute toll gemacht.“

Cristian Tamas bleibt Werder-Trainer

Für Werder wäre aber immer noch etwas drin gewesen. Im Duell der beiden Linkshänder gewann Marcelo Aguirre gegen den Chinesen Shung Kun die ersten beiden Sätze mit 11:8 und 11:4. „Ich hätte Marcelo den Sieg so gegönnt, weil er zuletzt nicht so erfolgreich gespielt hat“, meinte Bremens langjähriger Trainer Cristian Tamas. Gestern wurde auch öffentlich, dass der 41-Jährige der Chef an der Weser bleibt. „Ja, stimmt. Cristian bleibt uns auch weiterhin erhalten“, erklärte Werder-Manager Sascha Greber.

Aber zurück zu Aguirre, dessen Bleiben in Bremen noch nicht gesichert ist („Wir sind in Gesprächen“, meinte Greber). Der 28-Jährige verlor nach starkem Start den Faden und gab die folgenden Sätze noch mit 6:11, 9:11 und 2:11 zum 0:3-Endstand ab.

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