Doppel-Interview mit Ralf Voigt vom Bremer SV

Brinkums Manager Jörg Bender: „Stolpersteine gibt es noch genug“

Jörg Bender
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Ist vor dem Liga-Hit am Sonntag noch recht entspannt: Brinkums Manager Jörg Bender.

Es ist DIE Knaller-Partie der Bremen-Liga: Der Brinkumer SV empfängt am Sonntag den Bremer SV. Es geht um einiges – aber noch nicht um die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft, glauben die Manager Jörg Bender und Ralf Voigt.

Brinkum/Bremen – In den vergangenen mindestens zehn Jahren hat dieses Duell die Verbands- oder Bremen-Liga elektrisiert: Brinkumer SV gegen Bremer SV. Am Sonntag ab 14.00 Uhr steigt eine weitere Auflage des Klassikers am Brinkumer Brunnenweg. Es ist das Duell Zweiter gegen Erster – nur ein Punkt trennt beide Teams. Vor diesem Hit haben wir uns mit den Managern Jörg Bender (Brinkumer SV/62) und Ralf Voigt (Bremer SV/56) unterhalten.

Ist im Team und Umfeld schon eine gewisse Anspannung zu spüren?

Bender: Noch nicht. Es ist recht entspannt. Wir gehen das gelassen an.

Voigt: Anspannung ja, aber die ist noch nicht sehr groß.

Brinkum hat die Generalprobe 2:1 gegen Neustadt mit gewonnen, der Bremer SV hat Hastedt mit 10:0 abgefertigt. Ist der Bremer SV deshalb der Favorit?

Bender: Ich glaube schon. Für den Bremer SV spricht die Routine und Erfahrung. Aber auch wir haben unsere Chance.

Voigt: Die letzten Ergebnisse spielen überhaupt keine Rolle. Das wird ein 50:50-Spiel.

Wäre ein Sieg des Bremer SV schon eine Vorentscheidung im Titelkampf?

Bender: Nein. Da kann noch viel passieren. Stolpersteine gibt es noch genug.

Voigt: Nein. Dafür gibt es noch zu viele Spiele.

Vor welchem Spieler des Gegners haben Sie am meisten Respekt?

Bender: Vor einzelnen Leuten nicht, aber deren Mittelfeld ist schon sehr gut.

Voigt: Wir haben vor jedem Spieler Respekt, aber der Brinkumer Angriff ist schon sehr gut.

Brinkums Ramien Safi und Bremens Oskar Garcia Garcia führen mit 19 bzw. 17 Treffern die Torjägerliste an. Wer macht am Ende das Rennen?

Bender: Ist mir egal. Wir betreiben Mannschaftssport.

Voigt: Das ist mir sowas von wurscht. Deshalb werden wir nicht sagen, dass der oder der jetzt einen Elfmeter schießt.

Es werden ja viele Zuschauer erwartet. Gibt es wegen Corona Besonderheiten beim Einlass?

Bender: Es wird eine personenbezogene Registrierung geben. Wenn wir auf Kunstrasen spielen, vielleicht auch eine Höchstgrenze von Besuchern.

Schließt nicht aus, den BSV-Kader in der Winterpause zu verstärken: Manager Ralf Voigt.

Wie sieht es mit Transfers in der Winterpause aus?

Bender: Wir müssen nichts tun, weil das Team gut funktioniert. Aber die Tür ist nicht zu.

Voigt: Wir behalten alles im Auge und haben auch einige Spieler auf dem Zettel. Aber fix ist nix.

Werden Sie dem Staffelleiter empfehlen, dieses Match an das Ende der Rückrunde, dann vielleicht als Finale um den Titel, zu legen?

Bender: So weit lehne ich mich nicht aus dem Fenster. Der Staffelleiter ist da frei.

Voigt: Mir ist es völlig egal, wann wir das Rückspiel gegen Brinkum machen.

Brinkum durfte zuletzt nicht in die Regionalliga aufsteigen, weil der Norddeutsche Fußball-Verband das nicht wollte. Was erwarten Sie nun?

Bender: Ich werde im Winter eine Anfrage an den Bremer Verband stellen, wie das nun geregelt wird.

Voigt: Meiner Meinung nach wird es regulär, also wieder mit einer Aufstiegsrunde, laufen.

Welche Auflagen müsste Ihr Verein im Falle des Aufstiegs noch erfüllen?

Bender: In erster Linie benötigen wir einen Zaun, um die Gästefans abzutrennen.

Voigt: Auch bei uns muss ein Zaun her. Zudem hätten wir gern eine Flutlichtanlage. Da wäre es schön, wenn uns der DFB endlich das Geld aus dem Pokalspiel gegen die Bayern überweisen würde.

Der FC Oberneuland spielt da, wo Sie mit Ihrem Verein hinwollen. Was kann man sich vom FCO abschauen?

Bender: Dass man im Falle des Aufstiegs nicht unbedingt den größten Teil des Kaders austauschen muss.

Voigt: Wie der FCO würden auch wir unseren Kader nur punktuell verstärken.

Letzte Frage: Wie geht das Match am Sonntag aus?

Bender: Wir gewinnen mit 2:1.

Voigt: Hauptsache gewinnen – egal wie hoch.

Wird Brinkums Coach Mike Gabel zum Puzzlekönig? Viele Fragezeichen hinter Schlüsselspielern

Über kaum einen Mannschaftsteil wird beim Bremer SV mehr gesprochen als über das Mittelfeld. Auch Mike Gabel, Trainer beim Brinkumer SV, bezeichnet die Zentrale als Prunktstück des Primus: „Dort sind sie sehr stark.“ Doch am Brunnenweg sieht es gar nicht mal so anders aus, der Konkurrenzkampf tobt nirgendwo so stark wie auf dieser Position – wenn denn alle fit sind. Das Problem: Es sind längst nicht alle fit.

Für Spitzenspiele wie dieses wünscht sich der neutrale Zuschauer Bestbesetzungen auf beiden Seiten. Brinkums Ausnahmekönner Can Ercan (Gabel: „Ihn können wir nicht ersetzen“) ist ohnehin schon länger raus, Kapitän Jannik Bender nach seiner privaten Pause erst seit einer Woche wieder im Training. Hinter Hyoungbin Park (Knieprobleme) und Dennis Janssen (Schienbeinverletzung) stehen große Fragezeichen. Ob die beiden Mittelfeldstützen und Antreiber den Härtetest im nächsten Training überstehen?

Diese Frage stellt sich auch bei Rechtsverteidiger Richard Mc Mensah Quarshie (Zerrung) und Stürmer Bowen Wang (Erkältung). Gabel geht von viel Grübelei bei der Startelf- und Kadernominierung aus: „Da habe ich noch einiges zu überlegen.“ Der 39-Jährige könnte vor der bisher größten Partie der Saison zum Puzzlekönig werden müssen.

„Egal, wer den ,Dreier‘ holt: Das gibt Riesenschwung“, prophezeit der Coach: „Das ist ein Spiel, das eine gewisse Tragweite für die nächsten Monate hat.“ Vorteile für den Gegner sieht Gabel in der Erfahrung. „Was ich an ihnen gut finde, ist ihre Altersstruktur“, sagt er zum „ballsicheren, ausgeglichenen“ Bremer Team: „Sie sind ein bisschen abgezockter.“

Am Sonntag werde die „Tagesform“ entscheiden, glaubt der Coach: „Es hängt von Kleinigkeiten ab. Insgesamt erwarte ich ein wahnsinnig enges, umkämpftes Spiel.“

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