Trainer Behrens und Bezirksligist trennen sich

„Jockels“ letzte Wochen in Diepholz: Wunsch nach Neuem

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An der Rückendeckung für Jörg Behrens (r.) als Trainer der SG Diepholz hat es nicht gehapert. Spartenleiter Frank Werner (l.) steht auch weiter hinter ihm. Beide meinen jedoch, dass nach fünf Jahren ein Wechsel für beide Seiten neue Impulse freisetzen kann. 

Diepholz - Gleichwohl waren beide Gesprächspartner nach der laut Behrens „echt guten Unterhaltung“ erleichtert: „Frank hat mir eine schwere Entscheidung abgenommen. Denn einerseits ist es nicht einfach, nach elf Jahren hier aufzuhören. Andererseits glaube ich: Eigentlich reicht es, und ich sollte mal was Neues ausprobieren.“

Diesen Neuanfang traut Werner ihm zu. Der damals 30-Jährige hatte dies schon im Sommer 2012 bewältigt – nach dem knappen Abstieg der Blau-Gelben aus der Landesliga unter seinem Vorgänger Marco Hegerfeld. Sponsoren und viele auswärtige Kicker stiegen aus, „Jockel“ Behrens und Sparten-Chef Werner lotsten junge Akteure aus Diepholz und der Umgebung an den Mühlenkamp, führten die nahezu komplett umgekrempelte Mannschaft im ersten Jahr auf Platz sechs. „Wir mussten einiges ummuddeln“, räumt der Physiotherapeut ein: „Fünf, sechs Jungs aus meiner zweiten Mannschaft habe ich hochgezogen, die waren dann plötzlich Bezirksliga-Spieler.“ Doch die Integration klappte. Es folgten ein neunter, fünfter und ein achter Rang – trotz häufiger Verletzungssorgen und weiterer Ausfälle. „Wir wollten und wollen weiter in der oberen Tabellenhälfte landen. Die Frage nach dem Aufstieg hat sich für uns aber nicht gestellt, dafür reicht unsere Qualität nicht“, unterstreicht Werner. Andere Vereine nahmen und nehmen da mehr Geld in die Hand. Doch Behrens hätte gern einen solchen „greifbaren Erfolg gehabt“, wie er im Nachhinein einräumt.

Freien Fall der SG verhindert

Andererseits darf er für sich verbuchen, den freien Fall der SG verhindert zu haben. Andere wie der Barnstorfer SV, der SC Twistringen und der TuS Syke fanden sich nach dem Abstieg aus der Landesliga schnell in der Kreisliga oder gar tiefer wieder. „Dieses Risikos waren wir uns bewusst“, räumt „Jockel“ ein: „Es war eine Menge Arbeit, aber wir haben die Mannschaft in ruhigeres Fahrwasser geführt.“ Zudem hat er Fußballer in ihrem oft ersten oder zweiten Jahr nach der A-Jugend zu Herrenspielern geformt. „Und ich glaube, es gibt nicht viele, die gar nichts von mir gelernt haben.“

Umso schwerer fiel ihm der Abschied. Am Abend, nachdem er und Werner der Mannschaft vom gemeinsamen Entschluss berichtet und laut Behrens in „viele überraschte und fragende Gesichter“ geblickt hatten, „lag ich noch lange wach und habe über die letzten elf Jahre nachgedacht. Es ist schon reichlich Wehmut dabei.“

Umso erleichterter nahm der Coach zur Kenntnis, dass es kein Abschied im Bösen war: „Im Sommer ist für mich hier erstmal Schluss. Erstmal. Ich bin ja erst 35!“ Wer ihn an der Hunte beerbt, steht noch nicht fest. „Wir sind in guten Gesprächen“, schildert Werner, „vielleicht können wir schon Ende der Woche den neuen Mann präsentieren.“

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