Turbulenzen um Oberliga-Reserve: Rehdens Vereinsboss fehlt der Unterbau

Jetzt stellt Schilling sogar die Regionalliga in Frage

„Wir sind alle traurig“, sagt Rehdens Vereinsboss Friedrich Schilling über die Turbulenzen der Bezirksliga-Mannschaft, die keinen Unterbau für den Oberliga-Kader darstellt. ·
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„Wir sind alle traurig“, sagt Rehdens Vereinsboss Friedrich Schilling über die Turbulenzen der Bezirksliga-Mannschaft, die keinen Unterbau für den Oberliga-Kader darstellt. ·

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Katerstimmung, Schuldzuweisungen und der vorzeitige Schlussstrich für eine komplette Mannschaft: Der BSV Rehden blamiert sich. Zum zweiten Mal in nur einem Monat streckte am Sonntag die zweite Herrenmannschaft – oder das, was von ihr übrig ist – kampflos die Waffen und sagte ihr Auswärtsspiel ein paar Stunden vor Anpfiff ab. Wohlgemerkt: in der Bezirksliga. „Wir sind alle traurig“, räumte Vereinsvorsitzender Friedrich Schilling ein, der das Thema jetzt zur Chefsache deklariert hat. Sogar um die Zukunft der Ersten, aussichtsreicher Dritter der Oberliga, sorgt er sich.

„Man muss sich schon fragen, ob wir überhaupt die Regionalliga angehen sollen, wenn wir keinen Unterbau haben“, sagt Schilling klipp und klar. Doch vorerst denkt er – wie Trainer von Abstiegskandidaten – nur von Spiel zu Spiel. So ließ der BSV-Boss bereits jetzt durchblicken, dass der Auftritt der Zweiten am Samstag gegen Bezirksliga-Spitzenreiter FC Sulingen gesichert sei: „Dann stehen uns ja die Oberliga-Spieler zur Verfügung.“ Denn die verzichten bekanntlich aufs aus der Wertung genommene Duell bei Pleite-Club Kickers Emden und haben damit frei. Die Sulinger müssen im Kampf um Meisterschaftspunkte also faktisch einen Zwei-Klassen-Unterschied bewältigen. Nach dem von Rehden II an den Tabellenzweiten STK Eilvese hergeschenkten 5:0-Sieg fühlt sich der FCS nun zum zweiten Mal binnen sieben Tagen böse verschaukelt vom BSV.

Dessen Spielertrainer Baya Baya war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Doch er hatte alles versucht, einen Kader für den Auftritt in Eilvese zusammen zu kratzen. Der Coach kam am Samstag zum Spiel der Bezirksliga-A-Junioren und bat um Hilfe – doch diesmal mussten die Youngster passen. Offensivmann Michael Runge, bereits zweimal in Bayas Startelf und einmal mit einem Tor erfolgreich, wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die A-Jugendlichen einfach nicht zum Treffpunkt erschienen seien: „Wir hatten Horst Vogler, den Teammanager der zweiten Herren, bereits vor drei Wochen darüber informiert, an welchen Terminen wir nicht bei der Zweiten aushelfen können, denn wir haben jetzt selbst wieder Spiele und schreiben nebenbei auch noch Abi.“

Das Ende des

„weißen Balletts“

Ihr Coach Rainer Mannel zeigte Verständnis: „Ich habe den Jungs zwar verdeutlicht, dass ihnen der Verein viel ermöglicht, zum Beispiel für gute Ausrüstung sorgt – da muss man helfen, wo es geht. Aber es war nur vereinbart worden, dass sie in den Ferien zur Verfügung stehen.“ Dass nun jedoch die Prüfungen Priorität haben, akzeptiert Mannel voll und ganz: „Mit Fußball wird später keiner von ihnen seinen Lebensunterhalt bestreiten. Da geht die berufliche Zukunft vor.“

Unterdessen hat das „weiße Ballett“ ausgetanzt. So nannte sich die dritte Herrenmannschaft des BSV in ihren weißen Trikots, von Sascha Hegerfeld aus Spaß an der Freude am Fußball aufgebaut. Gestern verschwand sie aus der 3. Kreisklasse West. Schilling hatte noch am Sonntag den Kreis-Spielausschuss-Vorsitzenden Michael Steen benachrichtigt und das Team abgemeldet. Seine Meinung: Es könne nicht sein, dass die Dritte spiele, während die Zweite nicht genug Leute beisammen habe.

Vorbei die Zeit jener „brisanten Derbys“ der Freizeitkicker gegen ihre Kumpels vom SV Barver II und TSV Wetschen III mit vereinsinternen Vor- und Nachberichten, die der Brisanz von Klassikern a la Real Madrid gegen FC Barcelona ähnelten. Doch dass nun Zweite und Dritte fusionieren, scheint unwahrscheinlich – denn bei den Routiniers hält sich die Lust auf Auswärtsfahrten bis an den Deister arg im Rahmen.

Immerhin: Hegerfeld sind die Kicker nie ausgegangen, stattdessen gab er in dieser und der vergangenen Serie Personal an die Zweite ab. Am Sonntag hätte der BSV III jedoch selbst gegen Drentwede II ran gemusst. Doch dann kam das Aus.

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