Etat des Brinkumer SV lässt keine großen Sprünge zu

Jetzt sollen auch kleinere Brötchen schmecken

Brinkums Manager Frank Kunzendorf (hinten rechts) präsentiert seine Neuzugänge. Das sind (hinten v.l.): Diyar Kücük, Tim Schleusener und Alexander Behrens sowie (vorn v.l.): Rojhat Kaya, Saimir Dikollari und Yannick Böhling. Nicht auf dem Bild sind Tom Trebin und Jan-Christoph Kornau. - Foto: Töbelmann

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Das wird spannend: Kann der Brinkumer SV weiterhin in der Bremen-Liga im vorderen Bereich mitspielen? Das 7:0 aus der Vorwoche im Pokal gegen den Liga-Konkurrenten TSV Grolland lässt diesen Schluss zu.

Auch die Rückkehr von Torjäger Saimir Dikollari ist positiv. Aber es gibt auch Fragezeichen. Mit dem gekürzten Etat konnte der BSV auf dem Transfermarkt keine großen Sprünge machen und holte zumeist junge Spieler. Zudem verließen einige Säulen den Verein oder fallen wegen Verletzungen länger aus.

Trainer Kristian Arambasic ist Realist: „Mit diesem Kader können wir ganz vorn nicht angreifen. Selbst Aufsteiger Oberneuland hat einen größeren Etat als wir.“

Aber dennoch gibt sich der A-Lizenz-Inhaber kämpferisch und verfolgt dabei gleich mehrere Ziele: „Wir wollen mehr als die 53 Punkte aus der Vorsaison holen und dabei weniger als die zuletzt 48 Gegentore kassieren. Aber auch die Futsal-Meisterschaft und der Bremer Hallencup genießen neben dem Pokal einen großen Stellenwert. Im Futsal zum Bespiel sind wir Bremer Meister und wollen uns erneut für die Norddeutsche Meisterschaft qualifizieren.“

Einfach wird das alles nicht. Wenn ein Trainer sagt, „dass wir in dieser Saison verstärkt auf das Wir-Gefühl und die Fitness setzen wollen“, dann ist das eigentlich ein Synonym dafür, dass man in der Kaderplanung kleinere Brötchen backen musste. Der Abgang des lange und immer wieder verletzten Innenverteidigers Esin Demirkapi nach Neustadt, und auch der Verlust des bärenstarken Abräumers Artur Degtjarenko (ging nach Bornreihe in die Oberliga) konnten nicht kompensiert werden.

Hinzu kommt, dass sich die Offensivkräfte Marcel Dörgeloh und Lars Tyca jeweils mit Schambeinentzündungen herumplagen, die leicht eine mehrmonatige Pause nach sich ziehen können.

Für den vorderen Bereich ist sicherlich positiv, dass Saimir Dikollari aus Uphusen an den Brunnenweg zurückgekehrt ist. Aber wird er mit nun 32 Jahren, Schichtdienst und demnächst anstehenden Vaterpflichten auch wieder zur alten Stärke finden? Versuchen wird es der Kämpfer allemal. In den neu hinzugeholten Rojhat Kaya und Dynar Kücük gibt es neben Dennis Krefta oder Marcel Brendel auch Alternativen. Doch die beiden Erstgenannten kamen von unterklassigen Clubs.

Auch in der Abwehr werden die Karten neu gemischt, denn Ex-Kapitän Esin Demirkapi reißt eine Lücke. Innenverteidiger Nummer eins ist ist Jendrick Meissner, obwohl er mit erst 19 Jahren noch nicht über viel Erfahrung verfügt. Die hätte Jürgen Heijenga zu bieten, doch der 29-Jährige ist zwar stark im Luft-Duell, hat aber bei der Spieleröffnung so seine Defizite. So wird sich Heijenga wohl mit Mirkan Pakkan (28) um den Platz neben Meissner „balgen“.

Niklas Frank hat beste Karten

Und wer wird Nachfolger von Degtjarenko bei den „Abfangjägern“? Von dieser Gattung lässt Arambasic meist zwei spielen. Kapitän Jannik Bender sollte da die allerbesten Karten haben. Aber auch Hendrik Stannius oder Daniel Block dürfen Ansprüche anmelden.

Weniger knifflig ist da die Besetzung der Keeperposition. Nach dem Weggang von Mathis Peters (nach Celle in die Landesliga) ist Niklas Frank die Nummer eins. Ihm halten Ralph Müller und der von Union 60 gekommene Tim Schleusener den Rücken frei.

Ob diese Personalsituation und der vor der Saison angekündigte, dann aber verworfene Rücktritt von Manager Frank Kunzendorf dazu taugen, die angestrebten sportlichen Ziele auch zu erreichen, muss abgewartet werden. Zu unterschiedlich präsentierte sich der BSV bislang. Dem Pokal-Highlight gegen Grolland und einem guten Trainingslager in Nordholz stehen eben auch die faden Auftritte beim Ristedter „Württemberg-Cup“ gegenüber.

Aber Arambasic ist als Kämpfer bekannt: „Ich gehe zwar nicht mit einem SuperGefühl in die Saison, aber wenn wir die ersten Wochen einigermaßen positiv überstehen, dann können wir auch unsere Ziele erreichen.“ Diese jedoch sind notgedrungen kleiner als in den Vorjahren, als man dem Liga-Primus Bremer SV auf Augenhöhe begegnen wollte. Sollte dies in dieser Saison klappen, wäre das eine Sensation.

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Umstrittener Handelfmeter entscheidet furioses Derby

Umstrittener Handelfmeter entscheidet furioses Derby

Heyer hat genug

Heyer hat genug

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Phoenix zündet das Feuer

Phoenix zündet das Feuer

Kommentare