Fußball-Kreisliga so spannend wie lange nicht mehr / Neun Teams im Aufstiegskampf

„Jetzt geht’s erst richtig los“

Sykes Spielertrainer Matthias Rose weiß trotz Platz neun: „Wenn wir gut starten, ist der Aufstieg drin.“

Kreis-Diepholz - SYKE (ole) · Walter Brinkmann hatte es geahnt. „Wer das Rennen um den Aufstieg macht, entscheidet sich erst am vorletzten, letzten Spieltag“, vermutete der Coach des TuS Sulingen bereits im Sommer – und lag damit womöglich richtig. Zur Winterpause in der Fußball-Kreisliga tummeln sich gleich neun Teams im Kampf um zwei Bezirksliga-Plätze. Darüber hinaus ist das Niveau so hoch wie selten zuvor – besser geht’s nicht.

„Super spannend“, freut sich Coach Christian Meyer, der mit seinem TV Stuhr als derzeit Zweiter besonders aussichtsreich im Rennen liegt: „Es sind so viele gute Mannschaften in der Liga, das macht wirklich Spaß.“ Auch Brinkmann ist begeistert: „Gefühlsmäßig haben alle Teams in diesem Jahr eine Schippe draufgelegt.“

Warum? Der 48-Jährige, dessen Team als Sechster ebenfalls eine Rolle im Aufstiegskampf spielt, vermutet, die Trainerwechsel könnten „neuen Schwung gebracht“ haben. So tauschten vor Saisonbeginn gleich acht der ersten neun Mannschaften den Coach. „Alle wollen jetzt“, spürt Brinkmann, dem ein „heimlicher“ Blick auf die Homepages und Trainingspläne der anderen Vereine verriet: „Die trainieren alle wie Landesligisten, bis zu sechs Einheiten pro Woche, Wahnsinn.“

Daran könne man sehen, mit wie viel Engagement die Teams dabei sind, erklärt Brinkmann: „Das Verhalten ist wirklich sehr professionell für Kreisligisten, das motiviert alle.“ Auch Frank Fischer, Übungsleiter des Tabellendritten SV Heiligenfelde, schwärmt vom neuen, deutlich besseren Niveau in der Kreisliga. „Das ist ganz anders als noch vor drei, vier Jahren.“ Mit dem Ergebnis: „Jeder kann gegen jeden gewinnen oder verlieren“, erklärt Brinkmann.

Entsprechend zurückhaltend äußert sich der ehemalige Twistringer Coach in Sachen Aufstieg. Das Saisonziel „oberes Tabellendrittel“ möchte Brinkmann – trotz lediglich drei Punkten Rückstand auf Platz zwei bei einem Spiel weniger – auf keinen Fall nach oben korrigieren. „Nur die Mannschaften, bei denen wirklich alles perfekt läuft, können am Ende oben stehen“, erklärt er – lässt sich dann aber doch entlocken: „Das schließt uns nicht aus.“

Auch Meyer will die Zielsetzung – offiziell – nicht ändern. Der TVS-Coach weiß, gehen drei der ersten vier Partien verloren, „stehen wir auf einmal auf Platz sieben“. Dass der Weg aber auch in die andere Richtung gehen kann, ist Meyer ebenso klar: „Wenn wir aus den ersten Spielen gut rauskommen, können wir angreifen.“ Alles sei möglich in dieser Liga. „Die Saison geht jetzt erst richtig los“, freut sich Frank Fischer auf Teil zwei der Spielzeit. Für den Heiligenfelder Übungsleiter ist jetzt entscheidend: „Wer startet wie?“

Auf Rang neun, damit aber keinesfalls abgeschlagen, lauert der TuS Syke. Lediglich vier Zähler Rückstand auf den TV Stuhr haben Spielertrainer Matthias Rose und seine Mannschaftskollegen – und das bei zwei Spielen weniger. Spitzenreiter SV Bruchhausen-Vilsen, der mit 14 Zählern mehr auf dem Konto auf den ersten Blick enteilt erscheint, hat sogar vier ausgetragene Begegnungen mehr. Und so weiß Rose: „Wenn wir gut starten, ist der Aufstieg drin.“

Neun Teams kämpfen also um den Bezirksliga-Aufstieg – und das, zumindest für Brinkmann, ohne „wirklichen Favoriten“. Spannender und besser geht’s nicht . . .

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