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Sportlerwahl: Eine echte „Ostseewoman“ - Kerstin Klasen überzeugt auf der Triathlon-Langdistanz

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Von: Christiane Golenia

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Geschafft! Kerstin Klasen meisterte den anspruchsvollen Ostseeman-Triathlon. Ihr Trainer Martin Ott war im Ziel einer der ersten Gratulanten.
Geschafft! Kerstin Klasen meisterte den anspruchsvollen Ostseeman-Triathlon. Ihr Trainer Martin Ott war im Ziel einer der ersten Gratulanten. © el

Sport gehörte bei ihr irgendwie schon immer zum Leben. Im Fußball schaffte sie es bis in die Bezirksauswahl. 25 Jahre lang spielte sie Tischtennis. Und gelaufen sei sie eigentlich schon immer. Doch jetzt ist Kerstin Klasen vor allem eins: eine leidenschaftliche und erfolgreiche Triathletin. Beim Ostseeman in Glücksburg finishte die 54-Jährige ihre erste Langdistanz als Siebte ihrer Altersklasse W 50 in ausgezeichneten 12:37:46 Stunden. Dass es – oder sie – einmal so weit kommen würde, damit hatte sie bei ihrem ersten Triathlon vor zehn Jahren ganz sicher nicht gerechnet.

Schwarme – Über viele Jahre richtete ihr Verein, der TSV Schwarme, den Familientriathlon aus. Gemeinsam mit Freunden meldete sich Kerstin Klasen 2013 zum Einsteigerwettbewerb, dem „Brötchenrad-Triathlon“ an – und gewann. „Dabei wollte ich damals nur mal sehen, wie das so in echt geht“, erinnert sich Klasen. 2014 folgte schon die erste richtige Triathlonsaison mit dem Schwarmer Frauenteam. 2016 übernahm sie zusätzlich im Verein als Spartenleiterin die Arbeit und Verantwortung für die gesamte Triathlonabteilung.

Erfolg im Harz

Der Gedanke, mal auf der Langdistanz zu starten, war im Spätsommer 2020 gekommen, nachdem sie im Harz die schwere Mitteldistanz „Die Hölle von Q“ als Dritte ihrer Altersklasse gefinisht hatte. Danach war Trainer Martin Ott überzeugt, dass nun auch eine Ironmandistanz gelingen würde. Also erfolgte für 2021 die Anmeldung zum Ostseeman in Glücksburg. Die umfangreiche Vorbereitung lief überwiegend nach Plan. Umso bitterer war es dann, dass der Wettkampf einige Wochen vor dem Start abgesagt wurde. Klasen verschob ihren Startplatz nach 2022 und motivierte sich für ein weiteres Jahr Vorbereitung – nach dem Motto: „Was lange währt, wird endlich gut!“

Auch Ehemann Jens unterstützt lautstark

Und das wurde es dann tatsächlich im August diesen Jahres. Beim Schwimmen in der Flensburger Förde gehörte sie mit ihren 1:39 Stunden nicht zu den Schnellsten, doch das war in Ordnung: „Ich kam gleich gut in meinen Rhythmus, der sich bei mir zwar nicht durch ein hohes Tempo auszeichnet, mich aber trotzdem gut durch die 3,8 Kilometer getragen hat.“ Die vier Radrunden über insgesamt 180 Kilometer spulte sie in 5:56 Stunden ab und machte lautstark unterstützt von Ehemann Jens, Trainer Martin Ott und weitere Fans ordentlich Boden gut. Und als es dann beim Marathon zum Ende hin schwerer wurde, zeigte sich, dass sie darauf auch mental gut vorbereitet war: „Zu keinem Zeitpunkt dachte ich, dass ich es nicht schaffen würde. Immer einen Schritt vor den nächsten setzen, dann erreicht man das Ziel.“

„Kerstin Klasen, you are an Ostseewoman“

Unvergessen dann der Zieleinlauf: „Die letzten Laufschritte auf dem blauen Teppich im strahlenden Sonnenschein, der jubelnde Anhang und die Lautsprecher-Ansage: ,Kerstin Klasen, you are an Ostseewoman’ – Gänsehaut pur, Stolz, Freude, Erleichterung.“ Der Wettkampf war von Anfang bis Ende gelungen, und auch Gesamtplatz 28 bei den Frauen völlig in Ordnung, schließlich wurden beim Ostseeman zugleich die deutschen Meisterschaften ausgetragen.

Wenige Tage später beim Nordseeman

Das kräftezehrende Rennen hatte Klasen offenbar schnell verdaut. Nur sechs Tage später ging sie bereits wieder im Sprint beim Nordseeman in Wilhelmshaven für ihr Verbandsliga-Mixed-Team erfolgreich auf Punktejagd.

Ihre Karriere als Triathletin will Klasen weiter fortsetzen, solange sie Spaß daran hat. Mit einer gesunden Portion Ehrgeiz geht es nun in die Saisonvorbereitung für 2023: „Ich rücke in die Altersklasse W 55 auf. Da bietet sich auf den kürzeren Distanzen ein Start bei Deutschen Meisterschaften an. Dafür verlasse ich jetzt im Schwimmtraining tatsächlich auch schon mal meine Komfortzone.“

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