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Die „Katze von Limonar“

Javier Sotomayor
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Javier Sotomayor

Fast schon ehrfürchtig blickt der damals 25-jährige Javier Sotomayor auf der Hochsprunglatte. Sie ist auf einer Höhe platziert, die vorher noch nie ein Leichtathlet übersprungen hatte. Immer wieder atmet der Kubaner aus der Kleinstadt Limonar tief durch, schließt die Augen. Sotomayor, 1,93 Meter groß, feuert sich an, nimmt Anlauf und springt ab. Die Latte wackelt – doch sie fällt nicht.

2,45 Meter. Weltrekord. So hatte es sich am 27. Juli 1993 im spanischen Salamanca abgespielt. Sotomayor setzt einen Rekord, der bis heute noch Bestand hat – und bekommt prompt den Spitznamen „Katze von Limonar“ verpasst.

Sotomayor wurde damit zu einem der bedeutendsten Sportler seines Landes – und zu einem meiner Sportidole. Er gewann 1992 in Barcelona Olympiagold, holte zwei Weltmeistertitel unter freiem Himmel und vier in der Halle. In seiner Karriere sprang er 230-mal über 2,30 Meter und höher; 21-mal 2,40 Meter und höher.

Doch 1999 begann das Denkmal zu bröckeln. Bei den Panamerikanischen Spielen gewann „Soto“ zunächst das erwartete Gold, wenige Tage später wurde er positiv auf Kokain getestet. Seine Medaille wurde ihm aberkannt, er selbst für zwei Jahre gesperrt. Der damalige kubanische Staatschef Fidel Castro schaltete sich sogar höchstpersönlich in den Fall ein, weshalb die Sperre auf ein Jahr reduziert wurde. Dadurch konnte Sotomayor an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney teilnehmen, wo er mit Silber seine letzte Medaille bei einem Großereignis gewann. Nach einem weiteren positiven Dopingtest auf das Anabolikum Nandrolon 2001 beendete er seine Karriere und entging damit der fälligen lebenslangen Sperre. Seine Unschuldsbeteuerung hat bis heute Bestand. So wie sein legendärer Weltrekord.

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