SPIELER DES WOCHENENDES Mansaray spielt sich frei beim BSV Rehden

Japanische Philosophie hilft Mansaray

Shamsu Mansaray gibt mit Ball am Fuß Vollgas.
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Schnelligkeit, Power und Dynamik machen die Spielweise von Shamsu Mansaray (re.) aus.

Shamsu Mansaray ist erst 21 Jahre, hat aber bereits einige Brüche in seiner Fußballkarriere. Doch der Offensivmann des BSV Rehden ist ein Stehaufmännchen. Dabei hilft ihm Kintsugi.

  • Mansaray sprüht beim 3:1 gegen HSC Hannover vor Energie.
  • „Einfach riesige Lust aufs Fußballspielen.“
  • Er verfolgt eine besondere Lebenseinstellung.

Rehden – Der Diagonalball von Rechtsverteidiger Rhami Ghandour flog durch den Hannoveraner Herbsthimmel, ditschte fünfmal auf, ehe Shamsu Mansaray ihn mit dem rechten Außenrist beruhigte. Es war die Ouvertüre zum Tanz mit Yannick Bahls. Der HSC-Verteidiger stellte die Außenbahn zu. Mansaray war es egal, er nahm einfach die Innenbahn, drang in den Strafraum ein, nahm Tempo raus, spielte den Ball gewitzt durch Bahls‘ Beine, war mit dem nächsten Haken an der Grundlinie, passte quer – und Addy-Waku Menga schoss zum Rehdener 1:0 ein. Am Ende stand ein 3:1 für den Regionalligisten BSV Rehden gegen den HSC Hannover. Und Shamsu Mansaray hatte bei allen drei Treffern seine Füße im Spiel gehabt. Er sprühte nur so vor Energie. „Es war ein Tag, an dem ich einfach eine riesige Lust aufs Fußballspielen verspürt habe“, betont der offensive Außenbahnspieler.

Das war nicht immer so. Obwohl erst 21 Jahre jung, gibt es schon Brüche in seiner Fußballkarriere. Nach frühen Jugendjahren beim FC Huchting und Werder Bremen landete Mansaray über den JFV Nordwest beim VfL Osnabrück. Ein Weg, der in eine Sackgasse mündete. „Ich hatte den Sprung zum Profisein knapp verpasst“, sagt Mansaray. Er fiel in ein Loch: „Ich habe mich richtig down gefühlt.“

Ich habe für mich gelernt, dass egal, wie zerbrochen etwas ist, aus dieser Sache noch immer etwas sehr Schönes entstehen kann.

Shamsu Mansaray

Eines Abends schaute er sich mit einem Kumpel ein paar Videos an, zufällig stießen sie auf die Kintsugi-Lehre. „Diese Philosophie hat mir dabei geholfen, mich aufzurappeln“, verrät Mansaray. Ursprunglich ist Kintsugi eine japanische Reparaturtechnik, bei der beispielsweise Porzellanbruchstücke durch eine Kittmasse – die auch aus Goldspuren besteht – erneuert, veredelt werden. Daraus entstand eine Lebenseinstellung, dass schwierige Zeiten dazugehören und man durch diese als Ganzes gestärkt herauskommt. „Ich habe für mich gelernt, dass egal, wie zerbrochen etwas ist, aus dieser Sache noch immer etwas sehr Schönes entstehen kann“, erklärt der Athlet.

Im Sommer 2018 war Mansaray vereinslos. Er spielte beim Oberligisten TB Uphusen vor, Coach Fabrizio Muzzicato gab ihm eine neue Chance: „Er war sehr wichtig für mich. Er hat mir gezeigt, dass ich sehr wohl noch etwas draufhabe.“

Der Zusammenhalt beim BSV Rehden ist ein Erfolgsfaktor

Das beweist er nunmehr auch seit Wochen beim BSV Rehden. Mansaray kam in allen sechs Liga-Spielen zum Einsatz, in den vergangenen vier Partien stand er in der Startformation. Die Schwarz-Weißen haben in diesem Zeitraum zehn von zwölf möglichen Zählern gesammelt.

Es läuft also. Und das hat für Mansaray viel mit dem Zusammenhalt des Teams zu tun: „Wenn ich die Tür zur Kabine aufmache, fühle ich mich, als würde ich zu meiner Familie kommen.“

Von Daniel Wiechert

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