SV Heiligenfelde und SV „Friesen“ Lembruch liebäugeln mit der Frauen-Landesliga

Janshen: „Wir wollen aufsteigen“

Alisha Lenz (r.) von der SG Hoyerhagen bei einem Zweikampf.
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Hat ihr Studium abgeschlossen, weiß aber noch nicht, ob sie weiterspielt: Alisha Lenz (r.) von der SG Hoyerhagen.

Auch die verschiedenen Fußball-Frauen-Mannschafen sehnen das Ende der Corona-Pandemie entgegen, wollen wieder auf die Plätze. Fünf Trainer von sechs befragten Teams machen in der Saison 2021/2022 weiter, nur Mareike Bode steigt beim Bezirksligisten TuS Sulingen als Übungsleiterin neu ein.

Syke – Still ruht der See beim Amateurfußball: Auch im Kreis Diepholz durfte seit Ende Oktober 2020 nicht mehr gegen den Ball getreten werden. Mittlerweile wurden in Niedersachsen sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich die Serien abgebrochen und annulliert. Wie beurteilen die Trainer der hiesigen Frauenfußball-Teams die Entscheidung? Hier kommen ihre Meinungen.

Dazu gibt’s noch ein paar wichtige Personalien und Zielsetzungen für die neue Saison – wann auch immer sie starten kann.

SC Weyhe

Dem Verbandsligisten kommt eine Sonderrolle zu, da er im Bremer Verband auf Punktejagd geht und in der Hansestadt noch kein endgültiger Saisonabbruch beschlossen wurde. Allerdings rechnet SCW-Coach Rolf Schwenke auch nicht mehr mit einer Fortführung der Saison: „Derzeit spricht alles dagegen. Aber noch ist ja nichts offiziell. Ich warte die finale Entscheidung ab.“

Sollte es weitergehen, wären die Weyherinnen laut Schwenke „gut vorbereitet. Die Mädels sind regelmäßig gelaufen, und jeden Montag fand ein Fitness-Workout vor dem PC statt. Konditionell sollten wir also schnell wieder auf der Höhe sein, falls wir zum Beispiel noch mal im Pokal ran müssten. Das würden wir hinbekommen.“

Wahrscheinlicher ist für Schwenke indes ein Neustart im Spätsommer: „Davon gehe ich aus. Das macht ja auch einfach mehr Sinn.“

Ändern wird sich dann beim SCW wahrscheinlich relativ wenig. Schwenke steht auch in der kommenden Spielzeit auf der Kommandobrücke, und der Großteil der Spielerinnen gab für die neue Serie ebenfalls bereits grünes Licht. Zudem hofft Schwenke noch auf externe Neuzugänge: „Die würden uns gut zu Gesicht stehen. Wir sind zwar mit einigen Kandidatinnen schon in guten Gesprächen, aber während Corona ist das leider nicht so einfach, Verstärkungen an Land zu ziehen. Aber auch wenn niemand mehr zu uns stößt, am Saisonziel ändert das nichts. Wir wollen weiter junge Talente ausbilden und sicher in der Verbandsliga bleiben.“

SG Hoyerhagen

Der Landesligist rechnete laut Trainer Philipp Homfeld bereits länger mit einer Annullierung der Saison: „Ich hätte mir schlichtweg eine frühere Entscheidung gewünscht. Es war doch sonnenklar, dass die Saison nicht mehr zu Ende gespielt werden würde. Auch wenn wir gerne sportlich die Klasse gehalten hätten – und nicht am grünen Tisch.“

Mittlerweile hat die SGH aber Planungssicherheit. Frühestens Ende August dürfte es wohl weitergehen, doch in welcher Spielklasse Hoyerhagen dann an den Start gehen wird, kann Homfeld „noch nicht sagen. Das hängt davon ab, welches Team mir weiterhin zur Verfügung stehen wird. Ich präferiere zwar ein weiteres Jahr in der Landesliga, aber entschieden haben wir das noch nicht.“

Schließlich stehen laut Homfeld hinter dem Verbleib einiger Spielerinnen noch größere Fragezeichen: „Ein paar sind mit der Schule fertig, wollen studieren und wissen noch nicht, wohin es sie dann verschlägt. Andere wie Alisha Lenz sind mit dem Studium fertig und konnten auch noch nicht genau sagen, ob sie weitermachen. Ich hoffe, dass spätestens in zwei Wochen Klarheit herrscht.“

Homfeld selber hängt hingegen auf alle Fälle ein weiteres Jahr als Coach dran, das steht bereits fest: „Ich mache weiter. Das wird bei uns ganz unbürokratisch per Handschlag geregelt. Allerdings hoffe ich noch auf Unterstützung eines Co-Trainers. Alleine ist das ziemlich viel Aufwand. Zumal ich mich in den Endzügen meines Studiums befinde und viel um die Ohren habe.“

SV Heiligenfelde

Für den Bezirksligisten stellt der Saisonabbruch laut Trainer Frank Janshen ein verlorenes Jahr dar: „Wir wollten unbedingt in die Landesliga hoch und hatten unsere ersten drei Spiele ja auch alle gewonnen. Es lief also genau nach Plan. Ich kann sämtliche Entscheidungen zwar verstehen, aber es ist bitter.“

Allzu lange mag sich Janshen jedoch nicht mit vergossener Milch aufhalten: „Unsere Ziele bleiben bestehen. Wir wollen aufsteigen, und zum Glück haben mir alle Spielerinnen ihre Zusagen gegeben. Vielleicht können wir sogar noch die eine oder andere Verstärkung an Land ziehen.“ Auch Janshen steht in der kommenden Saison auf der SVH-Kommandobrücke, wie er bestätigt: „Ich hätte zwar noch gerne eine zweite Kraft an meiner Seite, aber ich bleibe so oder so an Bord. Es macht mir viel Spaß, und wir haben ja noch einiges vor.“

Trotz der ambitionierten Ziele verzichtete Janshen während der Corona-Pause auf eine Kontrolle seiner Schützlinge: „Da vertraue ich meinem Team voll und ganz. Die Mädels haben sich ganz bestimmt fit gehalten. Da habe ich null Bedenken.“

SV Friesen Lembruch

Heiligenfeldes Ligakonkurrent aus Lembruch freute sich ebenfalls nicht über die Zwangspause und anschließende Annullierung der Spielzeit. Allerdings will Trainer Lars Schaale das nicht als Kritik an den Entscheidungen verstanden wissen: „Die Zahlen ließen ja leider nichts anderes zu. Aber wir hatten uns einiges vorgenommen und hätten gerne mit Heiligenfelde um den Titel gekämpft.“

Doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben, wie Schaale unmissverständlich feststellt: „Dann unternehmen wir halt einen neuen Anlauf. Auf Sicht würde uns die Landesliga schon reizen. Zumal wir außer Jennifer Becker, die es leider beruflich nach Nienburg zieht, keine Abgänge zu verzeichnen haben.“

Im Gegenteil: In Lena Wichering (kommt vom TuS Stemwede) zogen die „Friesinnen“ einen zuverlässigen Backup für die erstklassige Stammkeeperin Caro Bussmann an Land, und darüber hinaus hat Schaale noch zwei weitere gute Nachrichten zu vermelden: „Unsere Goalgetterin Jennifer Eilemann hat ihre langwierigen Rückenprobleme auskuriert, und auch Jasmin Hake bleibt uns erhalten. Sie hätte zu ihrem Stammverein SV Mörsen-Scharrendorf zurückkehren können, fühlt sich aber bei uns pudelwohl und möchte bleiben. Zum Glück. Sie passt toll ins Team.“

Und die Chemie zwischen Schaale und seiner Mannschaft scheint ebenfalls zu stimmen. Ohne jegliche Diskussion verlängerte er seinen Vertrag und freut sich bereits auf den Spätsommer: „Ich habe den Kontakt zu den Mädels zwar per Videoschalte halten können, aber wir wollen alle endlich wieder auf den grünen Rasen zurück.“

TuS Sulingen

Während Schaale beim Südkreisvertreter also weiterhin das Sagen hat, zieht sich bei den Sulestädterinnen der bisherige Chefcoach Maurice Krüger ins zweite Glied zurück. Für ihn übernimmt Mareike Bode, die zuvor lange Zeit im Kasten des Bezirksligisten stand, nun aber nur noch in Notfällen für Theresa Franzlüning einspringen möchte.

Stattdessen freut sich Bode schon auf die neue Herausforderung: „Ich wollte ja eigentlich die B-Mädchen übernehmen, aber dann hat mich Maurice gefragt, ob ich mir seine Nachfolge vorstellen könnte. Und da die Mannschaft die Idee ebenfalls super fand, musste ich nicht lange überlegen.“

Krüger rückt ins zweite Glied

Krüger hingegen ist nicht völlig aus der (Sulinger) Welt und arbeitet künftig als Co-Trainer Bode ein.

Für den Trainer-Frischling die „ideale Lösung“, und auch Krüger bezeichnet den Teil-Rückzug als „alternativlos. Ich habe beruflich einfach zu viel zu tun. So ist es für beide Seiten besser. Ich halte den Kontakt zur Mannschaft und kann Mareike hoffentlich etwas helfen.“

Davon ist Bode felsenfest überzeugt: „Ohne die Unterstützung von Maurice hätte ich nicht sofort zugesagt. Das macht alles etwas einfacher für mich.“ Ebenfalls positiv: Der gesamte Kader bleibt zusammen.

Auch Leistungsträgerin Sabrina Sander steht weiterhin bei personellen Engpässen zur Verfügung und soll die vielen jungen Talente etwas anlernen. Entsprechend hoffnungsfroh geht Bode in ihre erste Saison als Cheftrainerin: „Ich denke, ein solider Mittelfeldplatz sollte möglich sein.“ Und mit einem Schmunzeln fügt sie noch hinzu, was sie taktisch vorhat: „Mein Ansatz ist deutlich offensiver als der von Maurice. Unter meiner Regie wollen wir mehr nach vorne spielen.“

TSV Weyhe-Lahausen

Für jugendlichen Angriffsfußball standen die Lahauserinnen bereits in der vergangenen Spielzeit. Der Bezirksliga-Neuling überraschte mit einem erfrischenden Offensivfeuerwerk und stellte zweifelsohne eine Bereicherung dar. Deshalb hätte Coach Max Hurdalek die Serie auch „nur zu gerne durchgespielt. Aber wir hatten schon Anfang des Jahres mit einer Annullierung gerechnet. Davon musste man ja ausgehen.“

Fit hielten sich die Spielerinnen von Hurdalek dennoch die ganze Zeit, wie der TSV-Trainer schildert: „Wir hatten in den vergangenen Monaten ein ziemlich abwechslungsreiches Programm. Einmal pro Woche gab es mit der gesamten Mannschaft eine Videoschalte, und ansonsten sind alle viel gelaufen, saßen auf dem Rad oder waren mit Inlinern unterwegs.“

Trotzdem ersetzt dies laut Hurdalek natürlich nicht die Arbeit auf dem grünen Rasen: „Wir brennen alle schon total, dass wir endlich wieder auf den Platz dürfen. Der Ball fehlt uns allen total.“

Erfreulich für Lahausen: Hurdalek verlängerte per Handschlag um ein weiteres Jahr, zudem stoßen zur neuen Saison in Tomke Bruck, Leni Glathor sowie Yana Gross drei talentierte B-Mädchen zum Kader. Darüber hinaus rückt noch Jacqueline Schulze aus der zweiten Mannschaft auf, sodass Hurdalek der kommenden Serie tiefenentspannt entgegenblickt: „Wir haben keine Abgänge zu verzeichnen und in Tomke, Leni, Yana sowie Jacqueline tolle Neuzugänge. Okay, Yana ist leider wohl den Großteil der Spielzeit in den USA, aber insgesamt traue ich es uns absolut zu, dass wir uns dauerhaft in der Fußball-Bezirksliga etablieren.“

Konkurrenz belebt das Geschäft: Neuzugang Lena Wichering vom TuS Stemwede setzt Lembruchs Stammtorhüterin Caro Bussmann (Bild) etwas unter Druck.
Macht weiter: Trainer Frank Janshen hat verlängert und greift mit dem SV Heiligenfelde neu an.
Hält zur Stange: Sulingens Leistungsträgerin Sabrina Sander (l.) soll den jüngeren Spielerinnen Tipps geben.

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