Medaillensammlerin Ute Ahmels schwimmt in die internationale Spitze und hat noch lange nicht genug

70 Jahre und schneller denn je

National und international spitze: Schwimmerin Ute Ahmels räumte bei Welt- und Europameisterschaften Top-Platzierungen ab.

BRUCHH.-VILSEN (mme) · Ob Kreis-, Bezirks- oder Landesmeisterschaften, ob Deutsche, Europa- oder Weltmeisterschaften – Schwimmerin Ute Ahmels aus Bruchhausen-Vilsen war in den letzten Jahren überall dabei.

Und das mit grandiosen Ergebnissen: Etliche Male wurde sie Landesmeisterin ihrer Altersklasse über 50, 100 und 200 Meter Brust. Auf Deutschen Meisterschaften sackte sie Silber- und Bronzemedaillen ein, bei den Weltmeisterschaften 2004 in Italien schlug sie auf dem sechsten, siebten und achten Platz an. Den bisherigen Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere aber erreichte sie bei den diesjährigen Europameisterschaften im spanischen Cadiz: Ute Ahmels wurde Vize-Europameisterin der AK 70 über 100 und 200 Meter Brust in 1:47,81 beziehungsweise 2:00,49 Minuten.

Die Grundlagen für diese Erfolge legte die 70-jährige Vilserin schon vor vielen Jahren. Gleich, nachdem der Zweite Weltkrieg beendet und auch in ihrem damaligen Wohnort endlich Frieden eingekehrt war, lernte sie im Bassumer Freibad schwimmen. „Das Schwimmen habe ich mir als Sechsjährige selbst beigebracht. Einen Schwimmmeister gab es zu der Zeit noch nicht“, weiß sie zu berichten. Aber Schwimmen war nicht die einzige Sportart, die sie als junges Mädchen liebte. Auch als Turnerin war sie aktiv, und so war es kein Zufall, dass sie ihre ersten Wettkämpfe als Turmspringerin bestritt. Bis nach Twistringen, Diepholz oder Sulingen reiste sie Anfang der fünfziger Jahre, um vom 1-, 3- oder 5-Meter Brett ins heiß geliebte Wasser zu springen. „Ein Auto hatten wir nicht“, erzählt sie, „die Strecken wurden oft im Pferdewagen zurückgelegt: Ein paar Bänke wurden in einen Leiterwagen gestellt, zwei Pferde davor gespannt, und ab ging die Post mit bis zu zehn Kindern an Bord.“

Im Erwachsenenalter standen zunächst Tischtennis und Tennis im Zentrum ihrer sportlichen Aktivitäten. Dann aber wollte Ahmels das Sportabzeichen machen, und so wurde wieder Schwimmen trainiert. „Das machte mir erneut solchen Spaß, dass ich dabei blieb. Und auch meine Zeiten waren nicht schlecht“, berichtet die Seniorin, die heute für das Grafen-Schwimmteam Hoya-Bruchhausen ins Wasser springt.

Auf Anregung von Trainer Manfred Faltus nahm sie wenig später an Masters-Wettkämpfen – wie die Seniorenmeisterschaften heute heißen – teil. „Manni Faltus kümmerte sich auch um meinen Schwimmstil und machte mich auf Fehler aufmerksam. Meine Leistungen besserten sich dadurch ständig“, zollt sie Trainer Faltus großen Respekt. So kam es, dass die Brustspezialistin zunächst an Kreis- und Bezirksmeisterschaften teilnahm, dann immer mehr erste Plätze auf Landesebene belegte, und schließlich auch bei Europa- und Weltmeisterschaften mit von der Partie war. Und eins weiß die Seniorin ganz genau: Den Schwimmsport an den Nagel hängen will sie noch lange nicht.

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