Fußball-Bezirksliga nimmt wieder Fahrt auf / FC Sulingen mit mehr Alternativen

Jagd auf Wetschen ist eröffnet

Sudweyhes Marcel Wöbken ist wieder fit. Foto: töb

Syke - Von Carsten Drösemeyer. Ab morgen rollt in der Fußball-Bezirksliga wieder der Ball: Mit zwei Nachholspielen als „Vorspeise“ (siehe links), ehe zwei Wochen später die Jagd auf Spitzenreiter TSV Wetschen richtig eröffnet wird. Grund genug, die zwölf Kreisteams nach dem Stand der Vorbereitung zu befragen und Veränderungen im Kader abzuklopfen – in tabellarischer Reihenfolge:

TSV Wetschen

Die Wetscher bereiten sich im Stile eines Tabellenführers vor und genießen derzeit die Sonne im einwöchigen Trainingslager im türkischen Belek. Trainer Thomas Otte, der arbeiten muss und nicht dabei ist, meint: „Das Wetter wird den Jungs gut tun. Zuvor konnten wir leider nur wenig mit dem Ball machen. Mal ein Gang in die Soccerhalle oder ins Fitnesscenter, mehr ließ der ständige Regen kaum zu.“ Es gab ja aber noch den Sulinger Wintercup. „Der war für uns extrem wichtig“, bestätigt Otte: „Da konnten wir gegen hochkarätige Gegner testen. Wenn jetzt noch der letzte Feinschliff in der Türkei gelingt, sehe ich uns auch ohne personelle Verstärkungen gut gerüstet.“

FC Sulingen

Auch der Tabellenzweite fühlt sich fit genug für die heiße Phase. Trainer Frank Fischer spricht von einer „insgesamt guten Vorbereitung. Wir hatten mit dem TuS Sulingen und dem TSV Wetschen starke Testspielgegner, eine tolle Teamfahrt nach Hannover und konnten im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich trainieren.“

Zudem freut sich Fischer über das „Winterschnäppchen“ Marcel Biler vom Landesligisten STK Eilvese: „Das ist ein Spieler, der auf der rechten Außenbahn richtig Dampf machen kann – ich halte viel von ihm.“ Weil auch Mathis Reichert und Niklas Hoffmann nach ihren Verletzungen wieder zur Verfügung stehen, strahlt Fischer Zuversicht aus: „Wir haben einen starken Kader mit ordentlichem Konkurrenzkampf. Ich hoffe, wir mischen bis zum Schluss ganz oben mit.“

SV Heiligenfelde

Ein Ziel, das der Dritte aus Heiligenfelde ebenfalls verfolgt. Dafür hat auch der SVH nachgerüstet: Mit Nick Gerken vom JFV Stuhr, den Coach Torben Budelmann schon mal trainiert hat. Sein Urteil: „Nick macht einen prima Eindruck. Er stellt für unsere Defensive eine eindeutige Verstärkung dar.“

Weil der eigene Platz wegen des Wetters kaum zu nutzen war, wichen die Heiligenfelder oft auf den Syker Kunstrasen aus – und feiern dort morgen auch ihren Jahresauftakt gegen Wagenfeld. „Natürlich trainieren und spielen wir lieber im eigenen Stadion. Aber so war immerhin die Vorbereitung ordentlich durchzuziehen“, sagt Budelmann: „Völlig zufrieden bin ich nicht, aber ich sehe uns auf einem guten Weg.“

TV Stuhr

Deutlich unzufriedener wirkt der Tabellenvierte in Gestalt von Stephan Stindt. Obwohl Stuhr sogar über einen eigenen Kunstrasenplatz verfügt, redet der TVS-Coach von einer „eher mäßigen Vorbereitung. Ständig haben uns Testspielgegner abgesagt. Auch im Training sind aufgrund von Grippewellen häufiger Spieler ausgefallen. Bislang lief es eher suboptimal.“

Zudem verließen Stuhr in Christian Leitner (hört aus beruflichen Gründen auf) und Patrik Scheen (spielt jetzt American Football) zwei Spieler.

TuS Sudweyhe

Beim Tabellensechsten herrscht eitel Sonnenschein. Nach schwachem Saisonstart sorgte das neue Trainerduo Sven Helms/Benjamin Jacobeit für den Turnaround, sodass Sudweyhe im Idealfall noch ganz oben anklopfen kann – es laut Helms aber nicht muss: „Wir sind mit unserer derzeitigen Platzierung sehr zufrieden. Alles darüber hinaus ist ein Bonus.“

Der möglich erscheint, da Sudweyhe dank des eigenen Kunstrasens bereits seit sechs Wochen voll trainiert – und sich zudem über zwei Rückkehrer freut. Helms: „Marcel Wöbken und Patrick Weniger stoßen nach langen Verletzungen wieder dazu.“

TuS Lemförde

Die Überraschungsmannschaft des Jahres, die 2019 auf Rang sieben beendete, ist laut Trainer David Schiavone ebenfalls „gut durch den Winter gekommen. Wir konnten trotz des Schmuddelwetters relativ viel trainieren und sogar noch einen richtig starken Neuzugang an Land ziehen.“ Andre Albuquerque war zuletzt für Preußen Espelkamp II in der Landesliga auf Torejagd. Für Schiavone ein absoluter Glücksgriff: „Andre kommt aus der Jugend des BSV Rehden und ist bestens ausgebildet. Ich sehe ihn bei uns auf der Zehner-Position, er kann aber auch im Sturm spielen. Eine Sofortverstärkung.“

TSV Bassum

Beim Zehnten aus Bassum ist fast alles beim Alten geblieben. Mit zwei Ausnahmen: TSV-Urgestein Max Hahnel gibt sein Comeback und dürfte die Mittelfeldoptionen von Trainer Torsten Klein erhöhen. Dafür muss Bassum aber für den Rest der Saison auf Stratege Alexander Pestkowski verzichten. „Alex fällt wegen einer Knie-OP einige Monate aus. Ein schwerer Schlag“, seufzt Klein – freut sich ansonsten jedoch über eine „richtig starke Vorbereitung. Wir haben früh angefangen, konnten unser Programm voll durchziehen und waren beim Wintercup in Sulingen gut in Form. Allerdings müssen wir bei nur vier Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz äußerst wachsam bleiben.“

TuS Sulingen II

Noch wachsamer sollten die Sulestädter sein. Nur das bessere Torverhältnis trennt das Team vom ungeliebten Relegationsrang. Trotzdem ist TuS-Coach Mustafa Cali optimistisch, sich mit dem Klassenerhalt verabschieden zu können: „Immerhin kehren in Maurice Krüger und Lauritz Mühlenhardt zwei lange verletzte Leistungsträger zurück. Das macht mir Mut.“ Auch die Vorbereitung stellte Cali zufrieden: „Wir konnten unsere talentierten A-Jugendlichen gut integrieren und sind auch konditionell bereits recht weit.“

TSV Okel

„Wir wollen alle unbedingt in der Bezirksliga bleiben – und am Ende schaffen wir das auch“, prophezeit TSV-Spielertrainer Rico Volkmann: „Allerdings würden wir gerne noch den Relegationsplatz verlassen und uns direkt retten.“ Hoffnung macht Volkmann dabei eine „prima Vorbereitung“ des Aufsteigers: „Gerade unsere Hallenturniere liefen super, und auch konditionell werden wir topfit sein.“

SC Twistringen

Neun Punkte Rückstand – bei einem Spiel weniger – weist der SCT zum rettenden Ufer auf. Zu viel, um noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Nicht für Twistringens Co-Trainer Michael Schultalbers: „Mit Christoph Harms und Julian Fuhrmann sind wichtige Offensivkräfte wieder an Bord. Beide haben uns in den letzten Monaten sehr gefehlt und entlasten unseren Goalgetter Lennart Bors.“

Zudem krallten sich die „Blaumeisen“ vom JFV Rehden zwei vielversprechende Talente: Hannes Fortkamp soll die SCT-Defensive stärken, Janik Dieckmann für Wucht im Angriffszentrum sorgen. Schultalbers glaubt fest an die Wende: „Wir trainieren hart und wollen die Aufholjagd starten.“

SG Diepholz

Ohne Neuzugänge muss der Vorletzte auskommen. Trotzdem hat die SGD laut Trainer Marcell Katt die Hoffnung auf ein Happy End längst nicht aufgegeben: „Bei einem guten Start ist einiges möglich. In Viktor Bart ist eine wichtige Offensivkraft wieder fit – und wir arbeiten hart, dass wir am Ende über dem Strich landen. Die Kondition stimmt, fehlt nur noch der Feinschliff.“

TuS Wagenfeld

Auch beim Schlusslicht TuS Wagenfeld stirbt die Hoffnung zuletzt. Zumindest ließ sich die Vorbereitung gut an, wie der neue Trainer Jörg Rodewald schildert: „Wir konnten relativ häufig auf den Platz und mit Testspielsiegen Selbstbewusstsein tanken. Vielleicht schaffen wir ja noch ein Wunder.“

Helfen sollen zwei Neue: Rodewalds Filius Patrick, der in der Jugend bei Arminia Bielefeld ausgebildet wurde, wechselt vom Landesligisten Eilinghausen zum TuS. Der Ex-Rehdener Ricardo Tenti stößt aus Ströhen hinzu, bekam allerdings keine Freigabe und muss noch ein Weilchen auf sein Debüt warten. Trotzdem freut sich Rodewald: „Patrick hilft uns als Innenverteidiger direkt, Ricardo am Ende der Saison im Sturm.“

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