Spieler des Wochenendes

Christoph Albers: Immer Kirchdorf, immer Vollgas

+
Er geht voran: Und dann schießt Christoph Albers vom TuS Kirchdorf auch noch wichtige Tore.

Kirchdorf - Von Malte Rehnert. Das hat er nun davon, dass er in Kirchdorf so viele Leute kennt und ein sehr geselliger Typ ist. Im August will Christoph Albers seine Freundin Katharina heiraten – und das Zelt auf dem Hof der Familie wird dann aus allen Nähten platzen. Die Mitspieler vom Fußball-Bezirksligisten TuS Kirchdorf sind natürlich dabei, ebenso die Kollegen von der Feuerwehr sowie die Schützenbrüder und -schwestern. „Um die 200 Gäste“ werden eingeladen. „Wenn man feiert, dann richtig“, meint Albers: „Zeltfeten finde ich generell gut. Und da möchte man niemanden außen vor lassen.“

Anders als sein vier Jahre älterer Bruder Henrik, der mal beim FC Sulingen, TuS Steyerberg und SC Twistringen Station machte, hat Christoph Albers (30) nie den Verein gewechselt. „Klar freut man sich, wenn man mal angerufen wird. Aber ein ernsthaftes Thema war das nicht. Wir haben im Sommer immer viel zu tun mit der Landwirtschaft. Wenn man woanders hingeht und dann die Vorbereitung nicht mitmachen kann, ist das auch blöd“, findet er. Deshalb blieb er stets beim TuS, in dessen erster Mannschaft er bereits mit 17 debütierte. Seit neun Jahren ist er mittlerweile Kapitän, der damalige Trainer Frank Sieling hatte ihn dazu gemacht. 

„Ich war selbst gar nicht dabei und habe erst etwas später davon erfahren“, erinnert sich Albers, der für seine Mannschaft sportlich noch immer extrem wichtig ist: Beim 4:0 gegen Diepholz bereitete er am Sonntag den ersten Treffer vor, holte einen Elfmeter (nebst Roter Karte für SGD-Keeper Cederick Heuer) heraus, verwandelte den Strafstoß – und schlug noch mal zu. „Er ist sehr gut drauf, keine Frage“, lobt Trainer Christian Jeinsen. Auch dank Albers sprang Kirchdorf nach mehreren Monaten auf einen Nichtabstiegsplatz und hat wieder berechtigte Hoffnung auf den Klassenerhalt. 

„,Chrissi‘ ist ein Kapitän, der vorangeht, immer Vollgas gibt. Ein Charaktertyp, der auch mal Klartext redet, emotional ist. Und ein absolutes Vorbild“, schwärmt Jeinsen: „Wenn eine Konfirmation in Hannover ist, kommt er fürs Spiel her und fährt anschließend wieder hin. So ist er.“ Die Bindung zwischen Trainer und Kapitän sei „sehr eng“, urteilt Jeinsen und fügt mit einem Schmunzeln an: „Manchmal ist Christoph bestimmt ein bisschen genervt, weil ich ihn fast täglich anrufe.“ Albers lacht, als er von Jeinsens Aussage hört. „Ja, er meldet sich ganz schön oft“, sagt er: „Aber ich finde es gut, wenn man viel spricht. Das ist auch ein Grund, warum es in den fünf Jahren mit Christian so gut funktioniert.“

In den Telefonaten war sicher auch Albers’ Position auf dem Platz des Öfteren Thema. In dieser Saison half der Stürmer schon mehrfach im defensiven Mittelfeld aus. „Er ist zweikampfstark, abgeklärt und hat die nötige Ruhe – hervorragend“, meint Jeinsen. Auch der Angreifer kann sich mit seiner alternativen Rolle durchaus anfreunden, hat aber natürlich auch nichts dagegen, wenn er sich im Sturm austoben darf. Wie in den vergangenen Wochen, als er sein Saisontorekonto von zwei auf sieben erhöhte. Jeinsen dazu: „Wenn er vorne ist, macht er die Tore.“

Vermutlich wird der Landwirt, der nach Spielen mal „Last mit dem Rücken“ hat, deshalb im Endspurt im Angriff bleiben. Ob Kirchdorf sich rettet, vermag er nicht zu sagen: „Es wird auf jeden Fall super-eng.“ Doch selbst wenn es nicht reichen sollte: Albers würde seinen TuS Kirchdorf, bei dem er seit über zehn Jahren auch noch Jugendtrainer ist (aktuell C-Junioren), gewiss nicht verlassen: „Ich bin hier sehr verwurzelt und freue mich, dass alle zur Stange halten.“

Wie lange er noch in der „Ersten“ mitmischt, entscheidet Christoph Albers „von Jahr zu Jahr“. Wenn er mal aufhört, hat er eine Alternative: „Ich spiele gerne Tennis.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Fotostrecke: Werder-Profis verabschieden sich in den Sommerurlaub

Fotostrecke: Werder-Profis verabschieden sich in den Sommerurlaub

100 Liter pro Quadratmeter: Straßen im Süden unter Wasser

100 Liter pro Quadratmeter: Straßen im Süden unter Wasser

Bewertungen beim Onlineshopping nicht blind vertrauen

Bewertungen beim Onlineshopping nicht blind vertrauen

Der Mann mit der roten Kappe: Niki Lauda bleibt unvergessen

Der Mann mit der roten Kappe: Niki Lauda bleibt unvergessen

Meistgelesene Artikel

Philipp Tubee ist Spieler des Wochenendes

Philipp Tubee ist Spieler des Wochenendes

FC Sulingen II siegt im Elfmeterschießen in Barnstorf

FC Sulingen II siegt im Elfmeterschießen in Barnstorf

Sudweyhes flexible Institution

Sudweyhes flexible Institution

Raub trifft dreifach und verkündet Abschied

Raub trifft dreifach und verkündet Abschied

Kommentare