Bundesliga-Staffelleiter denkt an „Nord-Pokal light“

Nach Saison-Absage: Vernunft im Korbball-Kosmos

Heiligenrodes Janina Rickmann (links) beim Korbwurf.
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Kein Bundesliga-Spielbetrieb in dieser Saison: Auch Heiligenrodes Janina Rickmann (links) muss sich in Geduld üben.

Die Saison im Korbball (Bundesliga und Niedersachsenliga) fällt aus - durchaus nachvollziehbar, finden die betroffenen Vereine.

  • Saison-Absage im Korbball sorgt für Enttäuschung - aber auch Verständnis.
  • Alternative Spielformen werden geprüft - etwa ein Pokalwettbewerb.
  • Die Vereine werden im Training kreativ.

Syke – Neue Terminkalender, Absagen und Verschiebungen sind im Sport während der Corona-Pandemie bereits zur Normalität geworden. Nun hat es auch wieder den Korbballsport erwischt: Auf die Verschiebung des Saisonstarts der Bundes- und Niedersachsenliga folgte die endgültige Absage der Spielzeit 2020/2021.

„Es war ja leider abzusehen, dass ein Saisonstart in der nächsten Zeit nicht möglich sein wird, daher standen wir in der letzten Woche im engen Austausch mit dem Technischen Komitee (TK) Korbball. Wir wollten kein Hin und Her, sondern Planungssicherheit für die Vereine schaffen“, erklärt Holger Schulze, Staffelleiter der Bundesliga Nord. „Natürlich haben wir auch über eine verkürzte Saison – zum Beispiel ohne Rückrunde – gesprochen. Doch niemand kann sagen, wann diese wirklich beginnen kann, und irgendwann wird es zeitlich einfach zu eng“, führte Schulze aus. Er hat jedoch bereits Ideen, wie die Clubs im Frühjahr Spielpraxis sammeln könnten. „Ich hoffe, dass wir im zweiten Quartal – natürlich ohne Zuschauer – einen ‚Nord-Pokal light‘ spielen können, sodass sich nur zwei Mannschaften in der Halle treffen. Dabei absolvieren die Bundesliga- und Niedersachsenligateams vier Spielrunden inklusive einer Trostrunde.“ Diese kleine Wettkampfform soll auch dazu beitragen, die Spielerinnen weiterhin zu motivieren, sodass sie ihrem Korbballsport treu bleiben.

Über ein solches Testspieleformat würde sich Seckenhausens Trainerin Camilla Hahn freuen. Denn: „Den normalen Spielbetrieb sehe ich im gesamten Jahr wackeln. Daher war auch die Absage der jetzigen Saison unausweichlich und geht völlig in Ordnung. Auch wenn wir noch einen winzigen Funken Hoffnung hatten.“

Austragung der deutschen Korbball-Meisterschaften: Ist dreimal jetzt Sudweyher Recht?

Irgendjemand hat wohl etwas dagegen, dass die deutschen Meisterschaften im Korbball vom TuS Sudweyhe veranstaltet werden. Im vergangenen Mai sollte es soweit sein. Die Sudweyher um Spartenleiter Thorsten Hollendiek hatten schon viele Vorarbeiten geleistet. Doch dann wurde das Ganze wegen der Corona-Pandemie abgesagt und sollte im Juni 2021 nachgeholt werden. Wieder hatte sich Sudweyhe zur Verfügung gestellt – und wieder wird wegen Corona nichts draus. „Ich war froh, dass mir Klaus Tropsch recht früh Bescheid gegeben hat, dass die deutschen Meisterschaften wieder nicht stattfinden werden“, sagt Hollendiek. Zur Erklärung: Tropsch kümmert sich im Deutschen Turner Bund um die Korbball-Belange. Der Sudweyher Spartenleiter kann die erneute Absage verstehen: „Bei den momentan hohen Infektionszahlen macht es doch keinen Sinn. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass die Bundesliga-Saison als Vorlauf doch auch wegfällt, weil die ganze Saison schon abgesagt worden ist.“

Und wie soll es mit den deutschen Meisterschaften nun 2022 weitergehen? Hollendiek selbst befürwortet auch einen dritten Sudweyher Anlauf. „Von mir aus würden wir es machen“, sagt der 60-Jährige. Und schiebt jedoch auch ein kleines Aber hinterher: „Wir haben von Tropsch gesagt bekommen, dass wir ein Vorrecht für die Austragung im nächsten Jahr bekommen. Aber ich muss die ganze Sache natürlich erst einmal mit unserem Verein besprechen. Zudem muss ich mal horchen, ob uns auch wieder die Helfer zur Verfügung stehen, um ein solches Event ausrichten zu können.“

Große Investitionen hat der TuS bisher noch nicht vorgenommen. „Wir hatten insgesamt 400 Paar Socken mit dem DM-Logo für alle Spielerinnen bestellt. Mal sehen, was wir mit denen machen“, schmunzelt Hollendiek. töb

Auch beim TuS Sudweyhe halten sie die Entscheidung des TK für nachvollziehbar und richtig. „Die Mannschaft hat Verständnis und zeigt sich trotzdem motiviert, zwei Mal die Woche online ein Krafttraining zu absolvieren. Erst war ich skeptisch, aber die Mädels geben mir tolles Feedback, und wir haben wirklich viel Spaß“, berichtet Co-Trainerin Julia Hoffmann. „Zeitlich wird es einfach zu eng, und eine Saison ist unter den Bedingungen des Trainingsrückstands nur schwer möglich. Die ganze Mannschaft hofft jetzt auf eine halbwegs normale Saison ab September“, ergänzt Trainerin Andrea Bothmer.

Zuvor hatte der Niedersächsische Turnerbund am 4. Januar die Planungen für eine Saison 2020/2021 in der zweithöchsten Spielliga eingestellt. Landesfachwart Ralf Hilbrecht wies darauf hin, dass ein Start der Niedersachsenliga nicht beliebig weit nach hinten geschoben werden kann. „Außerdem wäre es nicht ratsam, sofort nach der Öffnung der Sporthallen einen Wettkampfbetrieb zu starten“, betont Hilbrecht.

Der TV Stuhr reagierte bereits im November kreativ und hält sich online fit. „Wir sind natürlich enttäuscht, aber die Entscheidung war absehbar und vernünftig. Das Onlinetraining hilft uns auch, in Kontakt zu bleiben. Jeder der Mannschaftssport betreibt, weiß, wie wichtig der soziale Kontakt ist“, betont Oliver Ihde, Trainer des TV Stuhr. „Ich fürchte aber, dass die Pandemie eine Gefahr für die Vereine darstellt, da müssen wir als Trainer versuchen, entgegenzuwirken. Da habe ich auch Verständnis dafür, dass Übungsleiter gerade weniger oder gar kein Geld bekommen.“

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