Startnummer 9: Dennis Neumann

Dennis Neumann

Trägt die Nummer 22 seines Vorbilds Torsten Frings: Sulingens Dennis Neumann (rechts). Foto: Flügge

Sulingen. Es war eine große Geste, eine ganz große sogar: Als Dennis Neumann nach dem Gewinn des Fußball-Bezirkspokals im Sommer den „Pott“ erhalten hatte, reichte der Kapitän von Fußball-Landesligist TuS Sulingen die Trophäe gleich an Mitspieler Tim Rieckhof weiter. Er durfte den Pokal dann jubelnd der Mannschaft präsentieren; Rieckhof, für den es vor seinem Wechsel zum Bremer SV das letzte Spiel für die Sulinger gewesen war. „Es hat mich berührt. Das werde ich nie vergessen“, sagt der Linksverteidiger noch heute.

Dennis Neumann hatte diese Entscheidung spontan und aus den Emotionen heraus getroffen. „Tim hatte ein Riesenspiel gemacht, er hat bis zuletzt alles für die Mannschaft gegeben. Er hatte sich diesen Moment verdient“, erklärt Neumann: „Wir sind eine verschworene Truppe, in der jeder dem anderen alles gönnt.“

Seine Geste nach dem 4:0 in Bad Pyrmont hat dem Innenverteidiger noch mehr Sympathien eingebracht und ihn für einen Moment dahin gerückt, wo er eigentlich nicht so gerne steht: in den Mittelpunkt. Denn Fußball ist ein Mannschaftssport, und ohne das Team kann der Einzelne nicht erfolgreich sein, lautet das Credo des 28-Jährigen. Und daher mache ihn die Nominierung zur Sportlerwahl zwar einerseits glücklich, „andererseits gibt es im Kreis so viele gute Fußballer. Da ist mir das fast schon ein wenig unangenehm.“

Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Teamspirit und dazu noch ein herausragendes fußballerisches Talent. Das sind die wohl hervorstechendsten Charaktermerkmale des Dennis Neumann. „Er liebt und lebt den Fußball und die Gemeinschaft in der Mannschaft. Gleichzeitig stellt Dennis sich nicht in den Vordergrund. Das hat eine ganz große und besondere Qualität“, sagt sein Trainer Maarten Schops.

Seit fast sieben Jahren ist Neumann jetzt Kapitän des TuS Sulingen. Er hat die Entwicklung des Clubs von der Kreisliga bis in die Landesliga-Spitze mitgemacht. „Angefangen bin ich beim TuS Sulingen mit fünf Jahren als kleiner Hosenscheißer“, schmunzelt Neumann, „und heute kriegen mich hier keine zehn Pferde mehr weg.“ Neumann ist bodenständig, auch mal Kummerkasten für Kollegen, trägt das Herz am rechten Fleck. Als Kapitän auch mal auf den Tisch zu hauen, wenn etwas nicht so läuft, „musste ich aber erst noch lernen. Wenn du mit 21 Jahren Kapitän einer Mannschaft wirst und noch viele ältere Spieler dabei sind, dann ist das nicht so einfach“, räumt der Fußballer ein.

Doch mittlerweile weiß er, der Kumpeltyp, sich Gehör zu verschaffen. „Ich bin zwar immer noch nicht das große Sprachrohr, doch jetzt fällt es mir leichter, auch mal klare Ansagen zu machen, wenn mal gar nichts im Spiel klappt.“ Und diese Worte, sagt Trainer Schops, „kommen dann auch bei den Jungs an“. Für den Belgier ist Dennis Neumann „ein feiner Mensch, sozial, zuverlässig, immer im Dienst der Mannschaft und des Ganzen“. Er sei eben nicht nur der Kapitän des Trainers, sondern des gesamten Teams, von allen voll akzeptiert. „Und das ist schon ein großer Unterschied zu manch anderen Spielführern“, ergänzt Schops.

Natürlich hat sich Neumann auch sportlich noch einmal enorm weiterentwickelt. „Er ist zu einer Persönlichkeit, einer Identifikationsfigur und zu einem Führungsspieler gereift“, erklärt Schops. Und solche Leute brauche man, wenn eine Mannschaft ihren eingeschlagenen Weg auch auf den Platz bringen will. „Ich bin mir der Verantwortung, die ich habe, bewusst. Und ich trage sie gerne“, sagt der gelernte Speditionskaufmann und Junior-Chef der Firma „W&W Projektservice“. Denn mittlerweile hat Neumann trotz seiner erst 28 Jahre schon immens viel Erfahrung gesammelt, die er an die jungen Spieler weitergeben will. Die enge Verzahnung mit dem eigenen Nachwuchs hat die Sulinger immerhin so erfolgreich gemacht.

Schließlich war auch Dennis Neumann einmal einer dieser jungen Wilden. Der eingefleischte Werder-Fan („Derzeit leider auch mit einem weinenden Auge“) spielte viele Jahre im defensiven Mittelfeld. Sein Vorbild daher? Na klar: Torsten Frings! „Auch er hat lange auf der Sechs gespielt, war ein Arbeiter, einer, der vorneweg marschiert ist und auch mal den Mund aufgemacht hat. Damit habe ich mich immer identifiziert“, berichtet Neumann. Und daher trage er auch seit Jahren die Rückennummer 22 – so wie Frings es tat.

Mittlerweile ist Neumann, der in seiner Freizeit mit den Kumpeln „gern mal ein paar Dartpfeile“ wirft, neben Manuel Meyer als Innenverteidiger eine feste Größe im Team. „Er hat die Position gefunden, auf dem seine Qualitäten am besten zum Tragen kommen“, sagt Trainer Schops. Was „Manu“ Meyer, der seit fünf Jahren mit Neumann zusammenspielt, nur bestätigen kann: „Dennis ist menschlich und fußballerisch ein Top-Mann. Wenn er neben mir auf dem Platz steht, fühle ich mich sicherer. Er macht kaum Fehler, ist immer wach und verliert nur ganz selten mal einen Zweikampf.“ Privat lobt Meyer die ruhige und sachliche Art seines „Vorzeige-Kapitäns“, wie er ihn nennt.

Allerdings wird Dennis Neumann vor jeder Partie einmal kurz zur Furie. „Wenn wir vor dem Spiel den Kreis machen, dann explodiert er. Er pusht uns, motiviert uns mit einer unglaublichen Lautstärke. Und er findet dabei immer die richtige Worte“, berichtet Meyer.

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