„Ich spüre den Hunger in mir“

Brinkums „Vorzeigemensch“ Saimir Dikollari hat Lust auf Tore

Saimir Dikollari genießt beim Brinkumer SV sehr hohes Ansehen. - Foto: Töbelmann
+
Saimir Dikollari genießt beim Brinkumer SV sehr hohes Ansehen.

Brinkum - Von Malte Rehnert. Ajon Dikollari ist zwei Jahre alt und freut sich immer total, wenn sein Vater ihn mal mit zum Fußball nimmt. „Wenn es mit dem Mittagsschläfchen passt, ist er gerne dabei“, sagt Saimir Dikollari, Stürmer beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Gegen den Blumenthaler SV spielte der amtierende Meister am Freitagabend. Zu spät für Dikollari junior, der seinem Papa jedoch einen Auftrag mit auf den Weg gab. „Ich habe ihn gefragt, wie viele Tore ich schießen soll. Er hat gesagt: viele“, erzählt Dikollari mit einem Grinsen. Er gab dann auch sein Bestes und steuerte zum 5:3-Heimsieg drei Treffer bei.

Für den torverwöhnten 34-Jährigen war es der erste Dreierpack der Saison – und es brachte ihn näher heran an sein persönliches Ziel, das er sich seit Jahren steckt: So viele Tore zu schießen wie er Spiele absolviert. Zwölfmal kam er in dieser Spielzeit bisher zum Einsatz, elf Treffer stehen nun auf dem Konto.

„Das gegen Blumenthal war ganz sicher der alte Saimir“, schwärmt BSV-Manager Jörg Bender über den gebürtigen Albaner, dessen Bilanz in seinen vergangenen drei Jahren in Brinkum sehr eindrucksvoll ist: 32 Tore, dann 26 und noch mal 26.

In dieser Saison lief es dagegen anfangs gar nicht gut. Nicht für Dikollari, nicht für Brinkum. „Es war ein schwieriger Start für uns, dazu kamen Verletzungen. Da spielt sich dann vieles auch im Kopf ab“, erinnert sich Dikollari. Doch nun zeige die Formkurve „steil nach oben“, der Sieg gegen Blumenthal war der dritte in Folge: „Wir befreien uns gerade Stück für Stück aus der Schlinge. Der unbedingte Biss ist wieder da, wir erarbeiten uns mehr Chancen. Da ist ein Ruck durchs Team gegangen“, findet Dikollari: „Auf diesem aufsteigenden Ast wollen wir bleiben.“

Dem Brinkumer Torjäger ist deutlich anzumerken, dass er vor Ehrgeiz sprüht. „Einsatz und Willen kann man ihm niemals absprechen. Da ist er ein Vorbild“, lobt Bender. Dazu passt, dass Dikollari nach dem positiven Trend der vergangenen Wochen auch verbal vorangeht und sagt: „Der Bremer SV und Oberneuland sind weit weg, aber dahinter ist alles offen. Platz drei oder vier sollte unser Ziel sein. Das Zeug dazu haben wir.“

Er selbst gibt viel, um seiner Mannschaft weiter zu helfen und ein ganz wichtiger Bestandteil zu bleiben. Als Industrielackierer auf einer Schiffswerft in Lemweder arbeitet der 34-Jährige im Schichtdienst, kann nur alle zwei Wochen mit dem Team trainieren. „Sonst gehe ich aber regelmäßig laufen, um mich fit zu halten. Das hat viel mit Selbstdisziplin zu tun. Man muss schon Lust haben, sich zu quälen – und die habe ich noch.“

Solange das so ist, mag er auch nicht allzu intensiv darüber nachdenken, wie lange er noch auf dem aktuellen Niveau spielen kann: „Ich spüre den Hunger auf Erfolg in mir. Und ich merke, dass ich in der Bremen-Liga noch gut mithalten kann. Das Alter ist für mich nur eine Zahl.“ Lockere Gespräche über die Zukunft nach dieser Saison habe es bereits gegeben, sagt Dikollari: „Aber für Konkretes ist es noch zu früh.“ Für Bender steht bereits jetzt fest, dass Brinkum seinen erfolgreichsten Torjäger der vergangenen Jahre nicht aufs Abstellgleis schieben wird – obwohl der Umbruch weiter vorangebtrieben werden soll. „Keiner wird Saimir hier wegschicken. Er identifiziert sich mit Brinkum, denkt immer zuerst an die Mannschaft. Mit seiner Art und seinem Charakter ist er ein Vorzeigemensch“, meint der BSV-Manager, der sich auch gut vorstellen kann, Dikollari irgendwann mal in einer Trainerfunktion in Brinkum zu sehen: „Ich werde nicht vergessen, ihn darauf noch mal anzusprechen.“

Dikollari an der Seitenlinie statt auf dem Platz? Gut möglich, findet er: „Das kann später durchaus etwas für mich sein. Ich habe schon mal geguckt, wann Lehrgänge sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

EM-Mitfavorit Spanien verzweifelt an Schweden-Catenaccio

EM-Mitfavorit Spanien verzweifelt an Schweden-Catenaccio

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Meistgelesene Artikel

„Unser Mittelfeld ist das Herz der Mannschaft“

„Unser Mittelfeld ist das Herz der Mannschaft“

„Unser Mittelfeld ist das Herz der Mannschaft“
Fußball-Sparte des SC Twistringen beschenkt

Fußball-Sparte des SC Twistringen beschenkt

Fußball-Sparte des SC Twistringen beschenkt
Schwentker sogar schneller als Kutscher

Schwentker sogar schneller als Kutscher

Schwentker sogar schneller als Kutscher
Brinkumer SV holt Dennis Janssen

Brinkumer SV holt Dennis Janssen

Brinkumer SV holt Dennis Janssen

Kommentare