Seckenhauser sehnt Fußball-Re-Start herbei

Sven Sauer: „Ich muss doch sehen, ob das Knie hält“

Die Familie ist Sven Sauer wichtig. Zu ihr gehören Ehefrau Yvonne, Tochter Charlotte, Sohn Julius und seit zwei Jahren auch der Entlebucher Sennenhund Oskar. Der Ort des Bildes soll aber auch zeigen, dass der Fußball in Seckenhausen für Sauer auch einen hohen Stellenwert genießt.
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Die Familie ist Sven Sauer wichtig. Zu ihr gehören Ehefrau Yvonne, Tochter Charlotte, Sohn Julius und seit zwei Jahren auch der Entlebucher Sennenhund Oskar. Der Ort des Bildes soll aber auch zeigen, dass der Fußball in Seckenhausen für Sauer auch einen hohen Stellenwert genießt.

Fußball-Rente? Nix da! Auch mit 46 Jahren ist Sven Sauer von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst noch heiß, will möglichst bald mit seiner Altliga-Truppe wieder spielen. Und die Mannschaftsfahrt mit überraschendem Ziel ist auch längst geplant.

Weyhe – Das war wohl mit das kürzeste Comeback aller Zeiten: Am 2. Oktober 2020 steht Sven Sauer im Altliga-Match bei der SG Dreye in der Startelf der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. „Aber nach nur einer Minute war schon wieder Schluss. Das  Knie. Da haben wir aber schon 1:0 geführt. Leider war das Tor nicht von mir“, sagt der 46-Jährige und muss dabei schmunzeln.

Seine Kollegen bestritten ihr letztes Match am 25. Oktober – dann war Schluss. Corona. Das ist mehr als sieben Monate her. Hat sich Sauer jetzt an ein Leben ohne Fußball gewöhnt, oder brennt der Vertriebsleiter einer Firma für Baumaschinen schon auf den erneuten Re-Start?

Auf der Terrasse seines Hauses in Kirchweyhe gibt Sauer, der nie für einen anderen Verein als Seckenhausen gespielt hat, Einblicke in die Zeit ohne den Fußball, aber auch Ausblicke in die nähere Zukunft.

Steckbrief

Name: Sven Sauer
Alter: 46 Jahre
Wohnort: Weyhe-Kirchweyhe
Beruf: Vertriebsleiter in der Baumaschinenbranche
Verein: TSG Seckenhausen-Fahrenhorst
Größte Erfolge: Bezirksklassen-Aufstiege mit der ersten Herren der TSG; Double-Gewinner 2019 mit dem Altliga-Team der TSG.
Privates: Seit 17 Jahren verheiratet mit seiner Jugendliebe Yvonne; die Kinder Charlotte und Julius sind 14 und 12 Jahre alt

„Das Training am Dienstag hat mir in den letzten Monaten schon gefehlt. Ich bin im Jahr mit dem Auto beruflich 45 000 Kilometer unterwegs und habe immer versucht, dass ich es zum Training schaffe. Ab und an ist mir das nicht geglückt“, sagt der ehemalige Torjäger der ersten Herren der TSG und fügt noch hinzu: „Zudem bin ich immer noch ein Wettkampf-Typ. Die Punktspiele haben mir schon gefehlt – vor allem die sozialen Kontakte.“

Aber Sauer ist weit davon entfernt, nun in der Tatenlosigkeit zu versinken, was man übrigens auch seiner Figur ansieht. „Der Schnitt ohne Fußball war bei mir nicht so extrem, weil ich drei- bis viermal in der Woche laufen gehe. Da kommen schon mal zehn Kilometer pro Strecke zusammen“, sagt Sauer, der dann auch regelmäßig von Frau Yvonne und den Kindern Charlotte und Julius begleitet wird. Nicht zu vergessen ist Oskar, der zweijährige Entlebucher Sennenhund, der fest zur Familie gehört. „Oskar braucht viel Bewegung – und die bekommt er auch“, unterstreicht Sven Sauer just in dem Moment, als Oskar mal wieder im Garten einem Lederball nachjagt, der als solcher kaum noch zu erkennen ist.

Auch der Sauer-Nachwuchs ist sehr sportlich. Charlotte (14) hat sich dem Cheerleading verschrieben, und Julius (12) spielt in der E-Jugend des SC Weyhe Fußball. „Aber ich fahre mit Papa auch oft zu seinen Spielen nach Seckenhausen und gucke zu“, sagt Sauer junior. Frau und Tochter haben dann sturmfreie Bude. „Wir sind nicht so die Fußball-Fans und können uns auch zu Hause ganz gut beschäftigen“, versichert Yvonne, die bei der Kreissparkasse in Syke beschäftigt ist. Und fügt noch hinzu: „Jetzt, wo am Freitag keine Spiele sind, ist es auch sehr schön, dass Sven zu Hause ist.“

Die ganze Seckenhauser Mannschaft kann es kaum erwarten

Sport mit Familie und Hund, guter Job, in dem es brummt, weil die Baubranche boomt – da müsste es bei Sven Sauer doch eigentlich auch ohne Fußball gehen. Mit 46 und einem immer mal wieder lädierten Knie hätte er ja auch sagen können: Das war’s. Sauer wäre dann als amtierender Altliga-Double-Gewinner abgetreten , denn die vergangene und aktuelle Spielzeit wurden bekanntlich wegen Corona abgebrochen.

Aber der Stürmer ist weit davon entfernt, aufs Fußballer-Altenteil zu wechseln: „Ich bin wirklich heiß darauf, dass es bald wieder losgeht. Ich muss doch sehen, ob das Knie nach einer Belastung noch hält. Vielleicht setzt Marco (Marco Rösch ist sein Trainer/die Red.) jetzt auch noch ein Training an, damit wir uns alle mal wiedersehen.“

Aber Sauer ist mit seinem offenbar immer noch lodernden Feuer für den Fußball nicht allein im Seckenhauser Team. Ganz im Gegenteil. „In der Gruppe wird immer wieder gefragt, wann es denn wieder losgehen kann“, berichtet Sauer.

Um die Gemeinschaft zu stärken, wollen die TSG-Spieler auch auf ihre Mannschaftsfahrt nicht verzichten. „Die Resonanz war überwältigend. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir schon 17 Anmeldungen. Das sagt doch schon alles über den Zusammenhalt in der Truppe“, freut sich Sauer bereits auf die Zeit mit seinen Jungs. Vom 2. bis 4. Juli soll es losgehen. Wie immer, ohne vorher das Ziel zu wissen. „Marco hat das organisiert. Ich weiß nur, dass ich am 2. Juli am Bremer Hauptbahnhof sein soll. Erst dann werden wir erfahren, wohin die Reise geht“, rätselt Sauer.

Das ist in Sachen Fußball aber auch die einzige Ungewissheit. Dass Sauer wieder spielen möchte, ist für ihn in Stein gemeißelt. Diese Vorfreude kann ihm das Corona-Virus nicht nehmen.

Mit Seckenhausens Altliga-Team holte sich Sven Sauer (hinten, Vierter v.l.) unter anderem die Staffelmeisterschaft in der 1. Kreisklasse Nord.

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