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„Ich liebe diese Mannschaft!“

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Von: Cord Krüger

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Party auf des Gegners Platz: Auch dank des Doppelpacks von Kevin Coleman (hinten, 6. von rechts) triumphierte der BSV Rehden in Drochtersen. Und Trainer Kristian Arambasic (Mitte, in Jeans) war mächtig stolz auf seine Halbfinal-Helden, deren Traum vom DFB-Pokal nun weiterlebt.
Party auf des Gegners Platz: Auch dank des Doppelpacks von Kevin Coleman (hinten, 5. von rechts) triumphierte der BSV Rehden in Drochtersen. Und Trainer Kristian Arambasic (Mitte, in Jeans) war mächtig stolz auf seine Halbfinal-Helden, deren Traum vom DFB-Pokal nun weiterlebt. © Krüger

Drochtersen – Kristian Arambasic musste alles erst mal sacken lassen – sogar sich selbst. Also nahm der Coach des BSV Rehden nach diesem intensiven Niedersachsenpokal-Halbfinale doch noch mal auf der Gästetrainerbank der SV Drochtersen/Assel Platz, die er am Samstag in den 93 Minuten zuvor durch permanentes Getiger in seiner Zone verschmäht hatte. „Ich liebe diese Mannschaft!“, adelte der 44-Jährige seine Regionalliga-Fußballer, „die Jungs fighten, sind sehr diszipliniert und setzen alles um.“ Der Lohn: ein 3:2 (1:0)-Sieg beim starken Drochterser Regionalliga-Konkurrenten.

Nun im Finale gegen Hildesheim oder Meppen

„Und jetzt haben wir ein Bonusspiel“, nannte der A-Lizenz-Inhaber das Finale (genauer Termin steht noch nicht fest), das entweder gegen Regionalligist Borussia Hildesheim oder Drittligist SV Meppen auszufechten ist. Der Sieger zieht dann in den DFB-Pokal ein. Was für Aussichten!

Kapitän und Torschütze Krasniqi: „Es war ein Fight“

Bis dahin wartet auf den BSV noch harter Abstiegskampf, bis Montag hatten die Spieler aber erst mal frei. Zeit zum Wundenlecken, denn „das war ein Fight – wie zu erwarten“, schnaufte Rehdens Kapitän Kamer Krasniqi und besah sich sein zerrissenes Trikot: „Aber die Jungs sind in jeden Zweikampf reingegangen und haben kaum ein Duell verloren.“

Drochtersens Neumann: „Rehden hat zu Recht gewonnen“

Allen voran Angelos Argyris, der fast jeden Ball gewann. „Ich weiß nicht mehr, ob das so war“, gestand der Grieche nach dem Ringelpiez im Spielerkreis samt wildem Pogo unter lautem „Finale“-Gejohle: „Ich habe das Spiel schon vergessen. Wichtig war, dass wir dem Gegner lange keine Chance gelassen haben.“ Seine Innenverteidiger-Kollegen Pierre Becken und Serkan Temin aus der Dreierkette standen ihm in nichts nach. So bekam der Ex-Rehdener Alexander Neumann keinen Stich. „Im Endeffekt hat Rehden zu Recht gewonnen“, räumte Drochtersens Stürmer ein: „Wir hatten zu wenig Ideen.“

Abwehrchef Becken leitet Colemans ersten Streich ein

Neumanns „Bekämpfer“ Becken glänzte zudem als Vorbereiter des 1:0: Der Abwehrchef spielte hinter der Mittellinie steil in den Lauf von Kevin Coleman, der flitzte über rechts durch und schob die Kugel vorbei am herausgeeilten Keeper Patrick Siefkes zum 1:0 ein (12.). „Ich habe den Raum im Augenwinkel gesehen, Pierre hat mir den langen Ball gegeben, ich hatte keine Verteidiger vor und hinter mir, der Goalie kam raus – und ich hatte Zeit“, beschrieb der US-Amerikaner seine Führung.

Kaffenberger mit blutender Wange früh raus

Und fast hätte er Krasniqi noch das 2:0 aufgelegt, doch dessen Schuss rauschte links vorbei (20.). Argyris zwang Siefkes per Freistoß zur Parade (22.) – spätestens jetzt war Rehdens 1:0 verdient. Nach einer halben Stunde setzte es jedoch den ersten schmerzhaften Dämpfer für die Schwarz-Weißen: Marco Kaffenberger bekam bei seiner Grätsche gegen Jannes Elfers dessen Fuß ins Gesicht und musste mit blutiger Wange vom Platz. „Zum Glück kann er den Kiefer bewegen, es ist nichts gebrochen“, gab Arambasic hinterher Entwarnung.

Es war der Auftakt zu einer harten letzten Viertelstunde vor der Pause, in der etwa Rehdens Josip Tomic und Drochtersens Tjorve Mohr mächtig einstecken mussten.

Nach Colemans 3:0 noch gezittert

Nach der Pause agierten die Gäste mit dem kühleren Kopf – und jubelten bald: Siefkes ließ einen Schuss von Tomic abklatschen, Krasniqi nahm die Kugel an und schloss eiskalt ab (52.). „Gut, dass wir früh in der zweiten Halbzeit getroffen haben“, fand Coleman. Er selbst legte bald darauf nach: Bocar Djumo tanzte Siefkes auf der linken Seite aus, schob den Ball in die Mitte – und von dort drückte ihn Coleman zum 3:0 in die Maschen (61.). Totenstille im mit 754 Zuschauern gut gefüllten Kehdinger Stadion – aber nur knapp eine Minute, bis der aufgerückte Innenverteidiger Mohr bei einer Ecke das 1:3 köpfte (63.).

Spieler des Spiels: Kevin Coleman

Hier hätten noch acht bis 13 andere Rehdener stehen können, doch der BSV-Stürmer traf doppelt, machte links, rechts sowie in der Mitte viele Bälle fest und war stets schnell unterwegs.

Die Gastgeber warfen nun alles nach vorn, was Rehden Räume zum Kontern eröffnete. „Wir sind fast überall durchgebrochen“, fasste es Arambasic zusammen. Doch Siefkes reagierte stark gegen Djumo (67.) und per Fußabwehr gegen Daniel Haritonov (70.). So machte es Felix Niebergall mit dem 2:3 von links ins lange Eck noch mal spannend (82.). „Aber die Jungs haben die Ruhe bewahrt“, freute sich Arambasic. Drochtersens Neumann trauerte dieser Phase nur ein bisschen hinterher: „Mit etwas Glück kriegen wir da noch das dritte Tor. Zu dieser Zeit hätte es aber auch schon 4:0 oder 5:0 stehen können.“

NFV-Pokal, Halbfinale

SV Drochtersen/Assel - BSV Rehden 2:3 (0:1) - Drochtersen: Siefkes - Giwah (84. Rusch), von der Reith, Mohr, Elfers - Khodabakhshian (71. Golke), Sattler - Ioannou, El Saleh (74. von Essen), Wulff (46. Niebergall) - Neumann. Rehden: Niemann - Becken, Temin, Argyris -Kaffenberger (32. Kiene), Tomic, Popovic, Krasniqi Haritonov - Coleman (90.+2 Menga), Djumo (84. Roschlaub). Tore: 0:1 (12.). Coleman, 0:2 (52.) Krasniqi, 0:3 (61.) Coleman, 1:3 (63.) Mohr, 2:3 (82.) Niebergall). Schiedsrichter: Jost Steenken (Vorwärts Nordhorn). Zuschauer: 754.

Von Cord Krüger

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