16-jährige Jenni Dähne steht im Kasten der Sudweyher A-Junioren

„Ich habe keine Angst vorm Ball“

Den Ball fest im Griff: Die 16-jährige Jenni Dähne will ihre Klasse auch bei den Sudweyher A-Junioren in der Landesliga beweisen.
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Den Ball fest im Griff: Die 16-jährige Jenni Dähne will ihre Klasse auch bei den Sudweyher A-Junioren in der Landesliga beweisen.

Sudweyhe – Das ist wohl eine der ungewöhnlichsten Storys im Jugendfußball im Kreis Diepholz. Wenn demnächst die Saison in der A-Junioren-Landesliga beginnt, dann steht beim TuS Sudweyhe die 16-jährige Jenni Dähne zwischen den Pfosten. In jüngeren männlichen Jahrgängen kommt es schon mal vor, dass Mädchen (meist im Feld) zusammen mit Jungen in einem Team stehen. Aber im ältesten Jugendjahrgang in einer derart hohen Klasse – das ist schon außergewöhnlich.

Geplant war das so auch nicht. Eigentlich wollte Sudweyhe mit Timo Gundlach in die Saison gehen. Aber um den 20. Juni herum erklärte der 18-Jährige seinem Trainer Nils Dähne (Vater von Jenni), dass er ein Angebot vom Herren-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst annehmen möchte. „Wir haben ihm auch die Freigabe erteilt, weil er sich zuvor immer gut verhalten hat. Ich bin ohnehin kein Freund davon, Jugendspieler zu sperren“, sagt Dähne.

Er musste nun handeln, denn der Wechseltermin 30. Juni saß ihm im Nacken, und einen zweiten Torwart hinter Gundlach hatte der ehemalige Mittelstürmer des SC Weyhe nicht im Angebot. „Das war wirklich eine dumme Situation. Ich war da vielleicht etwas zu blauäugig, dass ich nur auf einen Keeper gesetzt habe“, erinnert sich Dähne. Es kam ein Torwart zum Probetraining nach Sudweyhe, doch zum Wechsel kam es nicht.

Eines Abends kam es dann zum Gespräch im Hause Dähne in Oyten. Jenni Dähne erinnert sich noch genau: „Papa stand da in der Tür und hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, in Sudweyhe in der A-Jugend zu spielen.“

Nun muss man wissen, dass das Torwartgeschäft für Jenni Dähne nun wahrlich kein Neuland ist. Bei den männlichen C-Junioren stand sie in Sudweyhe schon mal im Kasten, ehe sie zum SV Werder Bremen wechselte und dort zwei Spielzeiten Bestandteil des Bundesliga-Kaders der B-Juniorinnen war. „Mit neun oder zehn habe ich mit Fußball angefangen. Erst im Feld, dann im Tor, weil ich nie Angst vor dem Ball hatte“, sagt Jenni Dähne.

Ein Team bei Sudweyhes A-Junioren: Vater Nils Dähne als Trainer und Tochter Jenni als Torhüterin.

Zurück zur Frage des Vaters: Beide kamen überein, es einmal zu versuchen, wenn die Mannschaft damit einverstanden wäre. Die Resonanz bei ihren künftigen männlichen Mitspielern war eindeutig: Jenni Dähne wurde sehr gern in den Kader aufgenommen. Nach einer zweiwöchtigen Testphase mit zwei Partien gegen höherklassige Jugendteams war klar, dass Sudweyhe nun auf die Gymnasiastin im TuS-Tor setzt. Spartenleiter Holger Siemer muss nur noch die Formalitäten mit der Gastspielerlaubnis in trockene Tücher wickeln.

Jenni Dähne stellt aber auch klar, dass der SV Werder, bei dem sie eine von drei Torfrauen der Bundesliga-Reserve (Regionalliga) ist, klare Priorität besitzt: „Wenn Werder sagt, dass ich fürs Punktspiel im Kader stehe, dann falle ich für Sudweyhe aus.“ Für diesen Fall ist Vater Dähne darauf angewiesen, dass Fionn Zierden (2. A-Junioren) sowie der B-Junioren-Keeper Sebastian Gohla Zeit und Lust zum Aushelfen haben.

Aber Jenni Dähne hofft, möglichst viele Spiele für Sudweyhe machen zu können. In erster Linie will sie sich aber bei Werder durchsetzen. Ihre sportlichen Ziele beschreibt sie so: „Zunächst einmal möchte ich gute Spiele in der Regionalliga machen, wenn ich die Chance dazu bekomme. Dazu fahre ich immerhin dreimal pro Woche zum Training nach Bremen. Und mittelfristig möchte ich mich natürlich in der ersten Mannschaft ins Gespräch bringen.“

Aber vermutlich wird sie für Sudweyhe, wo sie einmal pro Woche am Training teilnimmt, erst einmal mehr Spiele als für Werder bestreiten. Schwingt denn ob ihrer Körpergröße von weniger als 1,70 Meter nicht auch Respekt mit? „Nein. Bei Standards muss das mit den Verteidigern eben gut abgesprochen werden. Ich kann mich schon bemerkbar machen, wenn ich rauskomme.“ Da ist es sicherlich von Vorteil, dass Jenni Dähne keine Angst vor dem Ball hat. Dann bestimmt auch nicht vor gegnerischen Stürmern . . .

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