Trainer befürchtet heftigen Aderlass / 2:1-Sieg gegen Hannover 96

Holle sorgt sich um Zukunft der Lembrucher Frauen

Judith Melcher wird Lembruch womöglich wegen ihres Studiums verlasen. · Archivfoto: Ahrenshop
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Judith Melcher wird Lembruch womöglich wegen ihres Studiums verlasen. · Archivfoto: Ahrenshop

Lembruch - Mit einem mickrigen Kader von gerade einmal 14 Akteuren holten die Fußball-Frauen des SV „Friesen“ Lembruch am Sonntag den elften „Dreier“ in der laufenden Landesliga-Spielzeit, gewannen zu Hause gegen Hannover 96 2:1 (0:0) – Trainer Friedel Holle war hernach dennoch missmutig gestimmt.

Das lag allerdings weniger am Spiel seiner Mannschaft. „In der zweiten Hälfte haben wir super gespielt und den Rückstand gedreht“, lobte er.

In einem in der ersten Hälfte zerfahrenen und schlechten Spiel vergaben die Gastgeber etliche Möglichkeiten, was sich in der 48. Minute mit dem Gegentor zum 0:1 rächte. Matchwinnerin Johanna Möhlmann drehte mit zwei starken Toren das Spiel (59./80.).

Weswegen Friedel Holle alles andere als gut gelaunt war, offenbarte ein Blick auf die Kaderliste, mit der der 54-Jährige gegen die Landeshauptstädter antreten musste: „Derzeit haben wir zwölf Spielerinnen aus dem Kader der ersten Mannschaft, die Ersatzspieler kommen mehrheitlich aus der zweiten.“

Das war freilich nicht immer so. Zu Beginn der Saison hatte Holle mit einem gut bestückten Kader noch den Abgang von Toptorjägerin Giustina Ronzetti ausgleichen wollen, doch es gab da ein paar Probleme: Drei Akteurinnen vom TuS Wagenfeld kamen nach dem Probetraining nicht wieder, auch etliche aus der B-Jugend der SG Diepholz waren fortan nicht wieder gesehen worden.

Schön und gut, aber was ist mit dem Restkader? Etliche aus den Reihen der Ersten und auch mögliche Ersatzspieler aus der Zweiten ziehen in Erwägung, aufgrund ihres Alters in der kommenden Saison in einem Ü30-Team (7er) zu spielen, das der Verein erstmalig melden will. Dazu zählen unter anderem Nina Kleine und Katja Behrens (beide 31). Hinzu kommen mögliche Abgänge der „Jungspunde“ Judith Melcher und Melina Schoote (beide Studium). Jennifer Becker wird ihr Kreuzbandriss womöglich noch bis zum Ende dieses Jahres außer Gefecht setzen. Spielerinnen aus der Zweiten kommen auch aufgrund fehlender Qualität, Zeit oder Einsatz für den Coach nicht in Frage.

Und so schrumpfte der „Friesen“-Kader innerhalb von nur einer Saison. Doch was Friedel Holle erzählt, entspricht eher nicht dem Bild einer bemühten und engagierten Suche des Vereins nach Verstärkung: „Es wird hier und da geguckt, manche werden angesprochen.“ Aber bisher ist noch nichts Konkretes vorzeigbar. Das Problem ist auch: „Verstärkung kriegst du im Umkreis nicht, wir sind hier der einzige Verein in der Nähe, der in der Landesliga spielt“, sagt Holle. Wenn nichts passiert, droht eventuell der Abstieg. Und dabei ist es doch derzeit sehr einfach, in der Landesliga bei den „Friesen“ zu spielen – bei einem Stammkader von zwölf Leuten.

Lembruch: Gottschlich - Henke, Klingenberg (50. Azmy), Melcher, Pörtner, Behrens, Löhmann, Overmöhle, Kleine, Susewind, Möhlmann. · ma

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