Japaner verlässt den TuS Sulingen im Sommer / Wohl zurück nach Düsseldorf

Hirooka geht schweren Herzens

Das Trikot des TuS Sulingen wird er bald nicht mehr tragen: Taiki Hirooka verlässt den Landesligisten im Sommer. Foto: krüger

Sulingen - Von Malte Rehnert. Ob Taiki Hirooka überhaupt noch mal für den TuS Sulingen aufläuft, ist nicht sicher. Sollte die Saison in der Fußball-Landesliga wegen des Coronavirus’ nicht fortgesetzt werden können, würde genau dieser Fall eintreten. Denn ab Sommer – das ist bereits sicher – steht der Japaner dem TuS nicht mehr zur Verfügung. Das hat vor allem berufliche Gründe. Vermutlich zieht es ihn zurück nach Düsseldorf.

Bis Dezember arbeitete der kürzlich 30 Jahre alt gewordene Hirooka in einem Sulinger Verpackungsunternehmen, doch dann war dort Schluss. Und seither ist er arbeitslos. „Ich habe dann intensiv überlegt, wie es weitergeht. Es ist mir sehr wichtig, einen Job zu haben – und zwar so schnell wie möglich. Und ich war mir auch sicher, dass meine Zukunft in Deutschland liegt. Deshalb habe ich mich ein bisschen umgehört und informiert“, berichtet der Mittelfeldmann. Er ließ unter anderem seine Kontakte nach Düsseldorf spielen. Die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens war vor siebeneinhalb Jahren die erste Station in Deutschland für den aus Osaka stammenden Hirooka. Dort wohnte er, dort spielte er eine Saison für Fortuna Düsseldorf II: „Und dort gibt es nach London und Paris die drittgrößte japanische Gemeinde in Europa – man hat viele berufliche Möglichkeiten.“ Sein Ziel ist es, im Sportbereich mit Schwerpunkt Fußball zu arbeiten. Ob es klappt und was genau er dann machen würde, steht noch nicht final fest.

Er hätte auch zurückgehen können in sein Heimatland. Das sei vor einigen Jahren schon mal der Plan gewesen. „Ich wollte drei, vier Jahre Fußball spielen, dann eine Trainerlizenz machen und dann wieder nach Japan“, erzählt Hirooka: „Ich hatte auch ein Angebot von einer Highschool. Dort hätte ich mit meinem Sportlehrerschein arbeiten können. Aber dann habe ich meine Freundin kennengelernt“, sagt er und lächelt. Die Rückkehr-Gedanken waren weg.

Eigentlich, und daraus macht Hirooka kein Geheimnis, wäre er auch in den kommenden Jahren gerne in Sulingen geblieben, wo er mit Freundin Elli wohnt. „Hier gefällt es mir super, ich fühle mich total wohl.“ Neben seinem Engagement in der „Ersten“ des TuS ist der B-Lizenz-Inhaber auch noch als Stützpunkttrainer aktiv, doch auch diesen Job gibt er nach der Saison schweren Herzens auf: „Das ist sehr schade, denn es macht mir richtig viel Spaß. Aber irgendwann musste ich eben eine vernünftige Entscheidung treffen.“ Sollte die Saison weitergespielt werden, würde Hirooka (weilt aktuell in Düsseldorf) versuchen, „an den Wochenenden herzukommen. Schließlich bin ich noch ein Spieler des TuS Sulingen.“

Wie es ab dem Sommer sportlich für ihn weitergeht, weiß der Japaner, der im vergangenen Sommer beim „Württemberg-Cup“ eine schwere Schulterverletzung erlitten hatte und monatelang ausgefallen war, noch nicht: „Auf hohem Niveau werde ich wohl nicht mehr spielen. Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, kann es sein, dass ich weitermache – aber nur noch hobbymäßig. Selbst zu spielen, ist für mich nicht mehr das Wichtigste.“

Was von den Sulinger Jahren bleibt, sind viele positive Erinnerungen. Hier hat Hirooka, der übrigens hervorragend Deutsch spricht, sein privates Glück gefunden – und fußballerisch sehr erfolgreiche Jahre gehabt. Seit seinem Wechsel vom BSV Rehden 2015 holte er mit dem TuS zweimal den Bezirkspokal und stieg 2017 in die Oberliga auf. Prägende, bleibende Erlebnisse. „Ich bin hier damals super aufgenommen worden und dankbar für die tolle Zeit“, meint Hirooka, der bereits ahnt: „Tschüß zu sagen, wird sehr hart.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Meistgelesene Artikel

Vielseitigkeitsreiter Quast holt Gold und Bronze

Vielseitigkeitsreiter Quast holt Gold und Bronze

„Ans Aufhören habe ich nie gedacht“

„Ans Aufhören habe ich nie gedacht“

Torge Rittmeyer überzeugt bei Wetschens 3:1

Torge Rittmeyer überzeugt bei Wetschens 3:1

Asagan bügelt Klattes Fehler aus

Asagan bügelt Klattes Fehler aus

Kommentare