Außenseiter will im Lotto-Pokal-Finale dem FC Oberneuland ein Bein stellen

Highnoon in Arsten – und Brinkum brennt auf den Pott

Brinkum - Von Arne FlüggeAls sich Marshall Will Kane mit der schier übermächtigen Miller-Bande eine wilde Schießerei lieferte, war es zwölf Uhr mittags. Highnoon im Westernstädtchen Hadleyville. Keiner hatte nur einen Cent auf den Lonesome Cowboy, den Außenseiter gesetzt – und doch machte Kane alias Gary Cooper das Unmögliche möglich, schaltete die Spitzbuben aus, ehe er seinen Stern in den Staub warf und davonrauschte.

Ob Trainer Frank Thinius seinen Spielern diesen Western-Klassiker in den vergangenen Tagen als besondere Motivation vorgeführt hat, ist nicht überliefert. Gleichwohl muss sich Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV morgen (16.00 Uhr) als krasser Außenseiter im Lotto-Pokal-Finale auf der Anlage des TuS Komet Arsten gegen Regionalliga-Aufsteiger FC Oberneuland ebenfalls einer Übermacht stellen.

Highnoon in Arsten. Und Thinius gibt den Will Kane – kneifen ist nicht. „Oberneuland ist zu schlagen, das wurde gerade im Saisonfinale der Liga deutlich“, weiß Thinius: „Jeder von uns wird sein Bestes geben. Je länger wir erstmal ein 0:0 halten können, desto mehr wird uns das in die Karten spielen.“ Nur mit spielerischen Mitteln wird Brinkum der Übermannschaft der Bremen-Liga nicht Herr werden können. Kampf ist angesagt – von der ersten bis zur letzten Minute.

Schulterverletzung: Schock für Tim Meyer

Seinen Optimismus zieht der Brinkumer Trainer aus den Spielen seiner Mannschaft gegen die Spitzenteams. „Da haben wir immer gut ausgesehen. Ich erinnere da besonders an unser 1:0 in Bremerhaven oder das 1:1 beim Bremer SV. Wenn wir an diese Leistung anknüpfen können, dann haben wir auch eine Chance, die Überraschung zu schaffen.“, meint Thinius: „Wir müssen von Anfang an eine Spannung erzeugen und die dann auch konsequent hochhalten.“

Seit Wochen fiebert der Brinkumer SV diesem Saison-Highlight entgegen. „Es wird über nichts anderes mehr gesprochen. Die Jungs brennen auf dieses Spiel. Und ich bin auch froh, dass es jetzt endlich losgeht“, blickt Thinius der Partie gegen den sechsmaligen Pokalsieger erwartungsvoll entgegen.

Allerdings erhielt der BSV in den vergangenen Tagen zwei Hiobsbotschaften, die die Vorfreude auf die Partie trübten. Torwart Tim Meyer, nach einem Zehenbruch gerade wieder fit, zog sich am Dienstag bei einem Freundschaftsspiel der zweiten Mannschaft in der letzten Minute eine schwere Armverletzung zu und liegt im Krankenhaus. „Der Arm musste unter Narkose wieder in die Gelenkschale eingerenkt werden“, klärt Thinius auf: „Der Junge ist am Boden zerstört, dass er nun das Spiel des Jahres verpasst. Für ihn tut es mir sehr leid. Denn er hätte es verdient gehabt zu spielen.“ Für Meyer wird nun Niklas Frank das Brinkumer Tor hüten. Coach Thinius: „Auch er genießt mein vollstes Vertrauen.“

Neben Meyer muss der BSV vermutlich noch einen weiteren, bitteren Ausfall verkraften. Mittelfeldspieler Janek Piontek, der ebenfalls gerade erst wieder genesen war, hat sich eine Knochenquetschung zugezogen. „Es wird eng“, sagt Thinius, „er wird wohl nicht dabei sein“. Doch selbst von diesen Rückschlägen lässt sich der Brinkumer Trainer – ganz Marshall Kane like – nicht ins Bocks-horn jagen. „Es ist eben so. Da müssen wir durch. Wir werden immer noch elf hochmotivierte Spieler auf den Platz bringen, die es richten wollen.“

Schließlich geht es nicht nur um Prestige und Pokal. Der Sieger der Partie erhält rund 100 000 Euro und qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals. Ein Anreiz, der die Beine der Brinkumer noch ein bisschen schneller machen wird. „Wenn wir das schaffen würden, wäre es unglaublich“, sinniert Thinius: „Uns trauen doch nur die Wenigsten zu, dass wir diesen eigentlich ungleichen Kampf gewinnen.“ Marshall Will Kane war es ähnlich ergangen – und am Ende hat er doch triumphiert . . .

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