Zwischen Nervosität und Vorfreude: Großer Tag für Rhönradturner der SV Kirchweyhe

Hieke und Kremer greifen zu Hause nach WM-Tickets

Nach der ersten WM-Qualifikationsrunde liegen Jakob Kremer und Lorena Hieke auf den aussichtsreichen Plätzen zwei und sechs.

Kirchweyhe - Segen oder Fluch? Rückenwind oder Bremsklotz? Lorena Hieke zweifelt noch, wie sich die heimische Kulisse auf ihre Leistung auswirken wird. Einerseits sei es ein „großer Vorteil“, in eigener Halle und an den eigenen Geräten ran zu dürfen, sagt die Sportlerin der SV Kirchweyhe. Andererseits sei es eine ungewohnte Situation, vor etlichen Freunden und der gesamten Familie zu performen: „Das hatte ich so noch nie.“ Die Spannung steigt also. Denn am Samstag werden in der KGS-Halle Kirchweyhe die begehrten Tickets für die Rhönrad-Weltmeisterschaft vergeben.

Diese geht vom 6. bis 13. Mai in Magglingen im Schweizer Kanton Bern über die Bühne. Am Samstag starten zehn Mädchen und fünf Jungen sowie zehn Damen und acht Herren in jeweils drei Disziplinen.

Vor vier Wochen sammelten sie die ersten Scoring-Punkte in Leverkusen, für den ersten Platz wurden zehn Punkte vergeben, für den zweiten Platz neun Punkte und so weiter. Bei Gleichstand nach zwei Wettkämpfen zählen die Punkte des zweiten Wettkampfs mehr. Es qualifizieren sich jeweils fünf Turner in jeder Leistungsklasse.

Jakob Kremer (Altersklasse 13/14) und Lorena Hieke (15/16) von der SV Kirchweyhe liegen nach dem ersten Wettkampf auf den aussichtsreichen Plätzen zwei und sechs. Am Samstagmorgen zwischen 10.00 und 13.30 Uhr will das SVK-Duo mit Hilfe des heimischen Publikums die Tickets zur WM perfekt machen.

Dafür zählt es für Lorena Hieke, die direkten Konkurrenten Leonie Sauter (Fünfte) aus Senden und Tami Süßelbeck (Vierte) aus Essen hinter sich zu lassen.

Vor vier Wochen hatte sich Hieke je einen Patzer in der Spirale und in der Geradeübung geleistet. Auch der Strecksalto mit ganzer Schraube in der Disziplin Sprung wies Ungenauigkeiten auf. Letzteres wurmte die 16-Jährige besonders. „Dass ausgerechnet meine Lieblingsdisziplin, die sonst immer klappt, nicht lief, war mega-ärgerlich“, sagt Hieke: „Aber es war einfach nicht mein Tag.“

Somit hat sie sich auf jeden Fall noch Luft nach oben gelassen. Und die SVK-Athletin hat in den vergangenen vier Wochen hart gearbeitet, um sich ihren Wunsch, bei der Weltmeisterschaft zu turnen, zu erfüllen. Hieke verspürt schon einen gewissen Druck: „Schließlich möchte man unbedingt einmal zu einer WM.“

Für Jakob Kremer stehen die Chancen ziemlich gut, da er durch den zweiten Platz bereits etliche Punkte auf seinem Konto verbucht hat. Für ihn heißt es jetzt, die Nerven zu bewahren. Vor der ersten Siegerehrung um 13.30 Uhr werden die Kunstturnerinnen der SV Kirchweyhe noch eine kleine Show präsentieren.

Am Samstagabend startet dann die deutsche Spitze im Seniorenbereich. Ab 17 Uhr zeigen die Athleten auch hier drei Disziplinen, wobei eine Geradekür zu Musik gezeigt wird. Das Rhönrad, der Turner und die Musik müssen eine Einheit bilden, um den Kampfrichtern möglichst viele Punkte zu entlocken. Mit Caroline Schulze vom VfB Fallersleben liegt eine Turnerin aus Niedersachsen dort auf Platz sieben. Auch die Cyr-Turnerinnen und Turner zeigen am Abend attraktive Kürübungen zu Musik. Mit Hauke Narten, Larissa von Behren (beide VfB Fallersleben) und Nico Nessau (MTV Altendorf) haben auch im Cyr Wheel drei Athleten aus Niedersachsen gute Chancen, sich für die WM zu qualifizieren. - wie

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