Hendrik Fischer macht Lessens Kreispokalsieg gegen den Abo-Finalisten im Elfmeterschießen perfekt

„Shortys“ Schuss schockt Vilsen

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„Dieser Titel freut mich besonders für meinen Mentor“, sagte Lessens Co-Trainer Sascha Jäger (l.) – und meinte damit Trainer Carsten Hollwedel (r.). Den Kreispokal erarbeiteten sich (von links) Magnus Wiegmann, Kapitän Christian Stelter, Hendrik Fischer, Christoph Fischer, Dominik Wilker, Sebastian Ziebell, Julian Hartkamp (dahinter), Jannik Reinke, Marius Kordes, Daniel Titze, Christoph Dahm, Kevin Berger, Tobias Schulz, Hannes Langhorst, Jendrik Mühlenhardt, Rene Seidl, Dennis Griffel, Kevin Emker, Dennis Schulz, Christian Tönjes, Dennis Reuter, Sönke Hartkamp und Jörn Breuer.

Bruchh.-Vilsen - Von Cord Krüger. Es war vor acht Jahren, als Hendrik Fischer einen wichtigen Elfmeter verschoss. Im Kreispokal-Endspiel 2007 gegen den TSV Bassum. Damals verlor Fischer mit dem SV Lessen unglücklich. „Klar, dass ,Shorty‘ heute als letzter Schütze ran musste“, verriet Lessens Co-Trainer Sascha Jäger am Samstagabend nach dem Elfmeterkrimi im Kreispokal bei Abo-Finalist SV Bruchhausen-Vilsen. Fischer fackelte nicht lange, vollstreckte vor 550 Zuschauern zum 5:4 im spannenden Shootout nach einem spielerisch dürftigen 1:1 in den 90 Minuten zuvor. „Shorty“ sprang seinem Torwart-Riesen Jannik Reinke in die Arme, bald darauf begruben ihre Kollegen beide unter sich. Lessen hatte Vilsens Traum vom „Finalsieg tohuus“ brutal beendet.

Während die Gäste aus dem Südkreis vor ihrem Anhang tanzten, trugen die Lila-Weißen Trauer: Keeper Dennis Kastendieck blieb noch lange nach „Shortys“ letztem Schuss auf der Torlinie liegen, Kapitän Jan-Hendrik Schwirz kauerte untröstlich weitab in der anderen Hälfte auf dem Rasen. Ihr Trainer Jörn Meyer hatte sich am schnellsten wieder gefasst und zog eine vernichtende Bilanz: „Die ganze Mannschaft hat 90 Minuten lang nicht funktioniert. Ganz offensichtlich konnten wir unseren Respekt vor der großen Kulisse nicht ablegen. Heute bin ich von allen enttäuscht.“

Lessens Kapitän Christian Stelter war hingegen kaum einzufangen: Nach seinem letzten Spiel hüpfte der 31-Jährige mit dem Pokal vor seinem Team. Ein schönes Gefühl, doch seinen Entschluss zum Karriereende konnte dieser Triumph nicht ins Wanken bringen: „Endlich habe ich mal einen Pott geholt – so kann man aufhören. Wir haben uns mit Vilsen einen geilen Fight geliefert und alles reingehauen.“ Besonders lobte er „unsere Super-Abwehr: Sascha hat uns echt wirklich perfekt auf diesen Gegner eingestellt.“

Jäger sorgte nämlich dafür, dass das Abwehrzentrum und das defensive Mittelfeld davor dicht blieb. „So haben wir das hier im Liga-Spiel vor einem Monat ausprobiert, weil ich wissen wollte, wie die Vilser darauf reagieren“, verriet Jäger. Sie reagierten meist mit hohen Bällen – damals wie am Samstag. Sehr zum Verdruss von Coach Meyer: „Wir hatten klar abgesprochen, dass wir gegen diese langen Kerle in Lessens Viererkette möglichst nicht nur hoch und weit reinspielen dürfen“, verriet er vor allem mit Blick auf die Gebrüder Sönke und Julian Hartkamp in der Innenverteidigung. „Aber genau das ist passiert.“ Mit der Konsequenz einer fast 100-prozentigen Lessener Quote bei Kopfballduellen.

Dabei schien es zunächst für den Kreisliga-Fünften nach Plan zu laufen: Selbst vom frühen Aus von Kai Schiffbach, der nach 13 Minuten mit einer Risswunde am Kinn vom Platz musste, ließ sich das Meyer-Kollektiv nicht schocken. Stattdessen markierte Nico Schröder aus spitzem Winkel das 1:0 – fein herausgespielt über Marten Köhler und Moritz Warnke. Vilsen führte Regie, wiederum Nico Schröder wäre von links fast das 2:0 geglückt (vorbei/28.). Doch diese anfängliche Dominanz hatte Jäger einkalkuliert: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sich Vilsen vor so einem Publikum die Lunge aus dem Hals rennen wird, dass das aber nicht von Dauer sein kann.“ So traf es ein. Nach einer halben Stunde gestatteten die Gastgeber den Rot-Weißen zunehmend Räume. Und in Minute 31 nutzte Magnus Wiegmann dies freistehend mit dem 1:1! Sönke Hartkamps Freistoß erreichte Rene Seidl, und dessen Rechtsflanke verwertete Wiegmann im Nachsetzen aus sechs Metern.

Dabei blieb's, weil Christian Mewes mit einem Distanzschuss aus 30 Metern nur das Lattenkreuz traf und Moritz Warnke den Abpraller ins Tor drosch, dabei aber im Abseits stand (40.). „Ob das so war, würde mich mal interessieren“, grantelte Meyer zur Pause. Nach dem Abpfiff verlor er darüber allerdings kein Wort mehr. Zu indiskutabel war die Leistung seiner Männer im zweiten Durchgang – fast ohne einen Spielzug über mehr als zwei Stationen, mit ein paar unplatzierten Gewaltschüssen und der besten Chance in Minute 89, als Feizal Alkozei einen Diagonalpass von Nils Hirsch aufnahm, durchs Lessener Abwehrzentrum schlüpfte und knapp daneben zielte. Es folgte das Elfmeterschießen – mit „Shortys“ letztem Schuss, der die favorisierten Vilser schockte.

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