„Deutschland ist wie eine Wundertüte“

Heimische Handballer trauen DHB-Team bei der WM das Viertelfinale zu

Kreisläufer Cedric Quader von der HSG Hunte-Aue Löwen
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Sieht bei Deutschland vor allem Abwehrprobleme: Cedric Quader (am Ball) von der HSG Hunte-Aue Löwen.

Was ist für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der WM in Ägypten noch drin? Das fragten wir die Handballer aus der Region nach der unglücklichen 28:29-Niederlage des DHB-Teams gegen Ungarn. Die überwiegende Meinung: Das Viertelfinale ist möglich.

  • Die Handballer aus dem Kreisgebiet haben während ihrer Zwangspause noch mehr Zeit, die WM zu verfolgen.
  • Jetzt geht es für die Deutschen in der Hauptrunde weiter. Die Frage an unsere lokalen Experten: Was ist drin?
  • Die überwiegende Meinung: Das Viertelfinale ist drin ‒ wenn Bundestrainer Alfred Gislason in seinem Team eine Schwäche abstellt.

Syke – Kein Training in der Halle, keine Punktspiele bis zum 28. Februar in Niedersachsen – der zweite Lockdown setzt den Handball matt. So verfolgen viele heimische Spieler und Trainer ihren geliebten Sport aktuell im Fernsehen bei der Weltmeisterschaft in Ägypten. So auch am Dienstagabend, als Deutschland in einem spannenden Spiel Ungarn mit der letzten Aktion mit 28:29 unterlag. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason erreichte trotzdem die Hauptrunde, trifft hier bereits heute auf Europameister Spanien. Die weiteren Gegner sind Brasilien und Polen. Wir fragten einmal nach, was der deutschen Mannschaft noch zugetraut wird. Schafft sie den Einzug ins Viertelfinale?

Barnstorfs Kapitän Cedric Quader: „Abstimmungsprobleme in deutscher Abwehr“

„Es wird schwer für Deutschland. Das Team lebt aktuell von der mannschaftlichen Geschlossenheit. Allerdings gibt´s in der Abwehr arge Abstimmungsprobleme, und der Angriff gerät gegen eine massive Deckung oftmals ins Stocken“, analysiert Cedric Quader, Kapitän beim Oberligisten HSG Hunte-Aue Löwen. Was ihm am Dienstag zu denken gab: „Ungarn hat es über 60 Minuten mit einfachen Mitteln geschafft, Tore zu erzielen. Im Prinzip haben Linkshänder Dominik Mathé, Mittelmann Mate Lekai und der 2,04 Meter große Kreisläufer Bence Banhidi das Spiel alleine gewonnen.“

Der 29-Jährige nennt einen positiven Aspekt: „Deutschland ist kämpferisch sehr stark. Darauf lässt sich aufbauen. Jetzt muss die Deckung stabilisiert werden.“ Und wie sieht es mit den weiteren Aussichten aus? „Die Spanier haben mich bislang nicht überzeugt, sie sind aber nie zu unterschätzen. Polen und Brasilien finde ich stark. Beide spielen sehr körperbetont, da hat Deutschland Schwierigkeiten“, sagt Kreisläufer Quader.

Vilsens Trainer Gerd Anton: „Kämpferisch gute Leistung“

Auch Gerd Anton, Trainer der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf, glaubt, dass es die deutschen Handballer schwerhaben, ins Viertelfinale einzuziehen: „Die Leistung hat mich bislang positiv überrascht. Gegen Ungarn war es kämpferisch eine gute Leistung, aber hinten waren wir zu passiv. Außerdem ist die Chancenverwertung nicht so toll gewesen.“

Phoenix-Keeper Yannick Mädler: „Mannschaft ist ausrechenbar“

Yannick Mädler, Torhüter bei der HSG Phoenix, nennt weitere Aspekte: „Die Mannschaft ist topmotiviert, aber ausrechenbar. Das Viertelfinale ist drin, danach wird es schwer, weil mehrere Akteure noch zu unerfahren sind.“

Sulingens Rückraumspieler Jannik Knieling: „Trotz der vielen Absagen gute Mannschaft“

„Deutschland ist aktuell wie eine Wundertüte. Im gestrigen Spiel war´s ein verdienter Sieg für Ungarn mit einem sehr starken Mittelmann und Kreisläufer“, meint Jannik Knieling vom TuS Sulingen. Der Rückraumspieler findet: „Deutschland hat trotz der Absagen mehrerer Akteure, was ich an deren Stelle sehr wahrscheinlich auch gemacht hätte, und Ausfälle eine gute Mannschaft. Natürlich sind die Spieler nicht komplett eingespielt, dies habe ich gegen Ungarn extrem im Abwehr-Mittelblock gesehen. Ich finde die deutsche Mannschaft macht es trotz der ganzen negativen Zustände sehr gut.“ Der 30-Jährige blickt zuversichtlich nach vorn: „Ich glaube, wenn der Zusammenhalt und der Kampfgeist noch stärker werden, dann erreichen wir das Viertelfinale.“

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