Wachtendorf vom Platz / Isensee trifft

Aussetzer und Geniestreich beim Sieg in Bassum

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Heiligenfeldes Feldspieler Roman Obst (Bild) musste gestern nach der Roten Karte gegen Jörn Wachtendorf in den Kasten – und machte seine Sache fehlerfrei.

Bassum - Von Gerd Töbelmann. Die reinen Fakten geben nicht im Ansatz das wieder, was sich da Sonntag auf dem Sportplatz in Bassum abspielte. In der Tabelle der Fußball-Bezirksliga ist da ein 1:0 (0:0) des SV Heiligenfelde beim TSV Bassum zu lesen. Aber das Match hatte viel, viel mehr zu bieten. Von Platzverweisen, über einen Geniestreich oder aber einen verweigerten Handschlag.

Los ging die wilde Reise in der 21. Minute. Bassums quirlige Spitze Manka Madun tankte sich in den Strafraum durch und rasselte dann mit Heiligenfeldes Keeper Jörn Wachtendorf zusammen. Beide gingen zu Boden. Dann ließ sich Wachtendorf zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah von Schiedsrichter Sascha Eilers (VfL Wildeshausen) die Rote Karte. Eigentlich hatten da auch die Gäste keine Einwände, doch Wachtendorf meinte: „Blödsinn. Das war keine Rote Karte.“ Kollege Richard Tischer meinte zu dieser Szene: „Rot kann man geben. Aber dann muss auch der Bassumer vom Platz, der zwei Sekunden später ebenfalls nachgeschlagen hat.“

Die nächste Story folgte direkt im Anschluss. Für Wachtendorf ging Feldspieler Roman Obst in den Kasten, weil der eigentliche Ersatzkeeper Steffen Struß nicht verfügbar war. Und Obst machte seine Sache perfekt, erlaubte sich nicht einen Fehler. „Vor vielen Jahren war ich mal unser Torwart in der Halle. Und jetzt beim Training gehe ich ab und zu auch mal ins Tor“, meinte Obst. Ansonsten hatte die erste Halbzeit sportlich gesehen nicht viele Highlights zu bieten. In Überzahl fiel den Gastgebern wenig ein, um die massive SVH-Defensive zu knacken. „Das war heute unser Manko, dass wir kaum einmal zu Abschlüssen gekommen sind“, musste Bassums Coach Torsten Klein eingestehen.

Doch gleich nach der Pause nahm das Match wieder Fahrt auf. Björn Isensee kam 23 Meter vor dem Bassumer Kasten an den Ball, schaute sich kurz um, sah aber keine Anspielstation. Egal: Heiligenfeldes Mittelfeldmotor nagelte das Leder mit rechts zum 1:0 (47.) in den rechten Winkel – ein Traumtor. Danach folgten die Auftritte von Roman Obst, der in der 58. und 72. Minute nach Schüssen von Michael Wiehle und Mathis Hoffmann auf dem Posten war und den Ausgleich verhinderte. Aber ansonsten galt für Bassum auch weiterhin der Makel, dass das Team vorn wenig Gefahr ausstrahlte.

„Wir haben jedenfalls verdient gewonnen und hätten noch das 2:0 machen müssen. Bassum war ziemlich einfallslos in Überzahl“, meinte SVH-Coach Torben Budelmann nach der Partie. Die Chance zum 2:0 ließ der eingewechselte Clemens Gähler recht kläglich liegen (90.+4). Davor und danach ging es mehrere Male richtig rund, was nicht immer etwas mit feinem Fußball zu tun hatte. In der 86. Minute sah Bassums Kapitän Mathis Hoffmann nach einem Foul die Ampelkarte, wenig später musste auch sein Trainer wegen Reklamierens den Platz verlassen und verweigerte nach dem Abpfiff noch den Handschlag mit seinem Kollegen Budelmann. Was sich hinter so einem trockenen 1:0 doch alles verbergen kann.

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