Einsatz auf der Kippe

Mattias Falck Werders Matchwinner beim 3:1-Sieg

Werder-Coach Cristian Tamas gratuliert seinem Matchwinner Mattias Falck (re.). In der Mitte ist Teamarzt Dr. Milde zu sehen, der Falck erst spielfähig gemacht hatte.
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Werder-Coach Cristian Tamas gratuliert seinem Matchwinner Mattias Falck (re.). In der Mitte ist Teamarzt Dr. Milde zu sehen, der Falck erst spielfähig gemacht hatte.

Bremen - Nach dem ersten verwandelten Matchball ging Mattias Falck gleich zu Dr. Thomas Milde und klatschte ihn ab. Der Teamarzt des Tischtennis-Bundesligisten SV Werder Bremen hatte nur wenige Stunden zuvor offenbar ganze Arbeit geleistet. „Mattias hatte eine Blockade im Rückenbereich, die auf die Brustmuskulatur ausgestrahlt hat. Die habe ich mit einer 20-minütigen Behandlung in seinem Hotelzimmer gelöst und ihm dann noch ein Schmerzmittel gegeben“, sagte Dr. Milde am Freitagabend. „Unser Doc hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Noch eine Stunde vor dem Spiel war ich nicht sicher, ob ich würde spielen können“, war Falck erleichtert, dass er doch zum Einsatz kam.

Und dies mit maximalem Erfolg, denn der Schwede bezwang erst den Dänen Tobias Rasmussen mit 3:1 Sätzen und holte später gegen den deutschen Nationalspieler Dang Qiu (3:2) auch noch den Siegpunkt beim 3:1-Erfolg gegen den Tabellenvierten SV Grünwettersbach. „Schön, dass wir Dr. Milde haben“, freute sich auch Werders Manager Sascha Greber über die erfolgreiche Behandlung.

Ab und an war zu merken, dass Falck nicht zu 100 Prozent fit war. Da griff er sich an die Brust und machte kurze Dehnungen. Aber es war alles gut. Gegen den 24-jährigen Dänen Tobias Rasmussen, dem er im Hinspiel unterlegen war, verlor Falck zwar den ersten Satz (10:12), ließ dann beim 3:1-Sieg aber nichts mehr anbrennen.

Werder-Team nach Doha – nur Tamas bleibt in Bremen

Zwischen dem Match am Sonntag in Bad Homburg und dem letzten Bundesliga-Spiel am 21. März in eigener Halle gegen Grenzau liegt ein ganzer Monat. Die Bremer Spieler legen in dieser Zeit aber nicht die Hände in den Schoß.

Der gesamte Bremer Tross mit Vize-Weltmeister Mattias Falck, Kirill Gerassimenko, Hunor Szöcs und Marcelo Aguirre macht sich auf den Weg nach Katar. In der Hauptstadt Doha steigt vom 28. Februar bis zum 6. März ein hochkarätig besetztes Turnier, das mit insgesamt 200 000 Dollar dotiert ist. Dem Einzel-Sieger am Persischen Golf winken 15 000 Dollar und immerhin 400 Weltranglisten-Punkte. Bremens Spitzenspieler Falck muss als aktuell Weltranglisten-Achter nicht in die stressiege Qualifikation, sondern ist bereits für das Hauptfeld gesetzt. Dort geht es am 3. März mit der ersten Runde los. Das restliche Bremer Trio, das wie Falck von ihrem jeweiligen Landesverband nach Doha geschickt wird, muss ab 28. Februar durch die Quali. Lediglich Werders Coach Cristian Tamas kann in Bremen etwas ausspannen, denn seine Dienste werden nicht gebraucht.

Umgekehrt lief es bei Hunor Szöcs, der gegen Deni Kozul den ersten Durchgang gewann. Aber dann drehte der Slowene auf und holte sich die folgenden drei Sätze recht deutlich.

Gespannt warteten alle danach auf den Auftritt von Werders Kirill Gerassimenko. Der Kasache war zwar leicht am Knie verletzt, lieferte aber gegen den Top-Abwehrspieler Wang Xi eine ganz famose Leistung ab. „Bitter, dass wir ohne Zuschauer spielen mussten. Diese Partie hätte die Leute von den Sitzen gerissen“, meinte Greber mit Recht. Gerassimenko hatte sich toll auf die Rückhand-Schnittvarianten des Deutsch-Chinesen eingestellt und konnte im Verlaufe der Partie immer öfter die Vorhand-Schüsse des 37-Jährigen vermeiden. Am Ende stand ein 11:8 im vierten Satz.

Danach sollte Falck den Sack für Werder zumachen – und der Rücken hielt. Grünwettersbach hatte Kozul durch Dang Qiu ersetzt, doch dieses taktische Manöver brachte nichts. Gegen den Penholder-Spieler, der demnächst beim Branchenführer Borussia Düsseldorf aufschlagen wird, entwickelte sich ein sehenswertes Match. Im Verlaufe der Partie bestach Falck besonders mit seiner Rückhand, gewann im fünften Satz mit 11:7 und avancierte zum Matchwinner. Danach war nicht viel mit Feiern, denn es ging zur Behandlung ins Hotelzimmer.

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