TuS Sulingen beendet nach 1:0 gegen Pattensen Landesliga-Saison als Fünfter

Nur Hegerfeld trifft im Friedensgipfel

Schwer einzufangen: Sulingens Ramien Safi (rechts) zeigte einen starken Auftritt auf dem rechten Flügel. Kurz nach der Pause war er Pattensens Dennis Albrecht (links) los – denn der sah wegen Handspiels die Rote Karte. Foto: Krüger

Sulingen - Von Cord Krüger. Beinahe hätte Maarten Schops selbst noch eingreifen müssen. An seinem letzten Tag als Trainer des TuS Sulingen war dem 43-Jährigen wegen Personalmangels nichts anderes übrig geblieben, als seinen Namen zu denen der Auswechselspieler in der Aufstellung des Fußball-Landesligisten zu setzen. Der wie eh und je drahtige Ex-Profi hätte sich in dieser Partie gegen den TSV Pattensen zwar keinesfalls verstecken müssen, war aber nach dem 1:0 (0:0)-Sieg froh, dass er der eigenen Vita vier Jahre nach seinem Ausstieg als Spieler im Sportpark keinen weiteren Einsatz hinzufügen musste. Gleichwohl räumte er ein, dass er ein paar Minuten zum Schluss in Erwägung gezogen hatte. „Aber dafür hätte alles passen müssen. Am Ende mussten wir noch kämpfen, um den Sieg zu retten. Hätten wir unsere Überzahl vorher besser ausgespielt und höher geführt, wäre ich vielleicht noch mal reingekommen. . .“

Besagte Überzahl hatte seit einer kuriosen Szene in Minute 46 Bestand, als Pattensens Dennis Albrecht im Laufduell mit Sulingens Sebastian Elvers zu Fall kam und als letzter Mann im Liegen den Ball vor Elvers wegfischte. Schiedsrichter Gordon Eckert fragte den „Täter“ noch mitleidig: „Was soll ich da machen?“ „Alis“ Antwort blieb aus, ein Reklamieren allerdings ebenso – klare Sache, Rote Karte.

Bis dahin hatte das Duell der bis dato zweit- und drittfairsten Mannschaft der Liga einem Friedensgipfel geähnelt, wie die 16. Minute ziemlich gut belegte: Pattensens Niklas Kern gab fair zu, dass er zuletzt am Ball war, Eckert entschied also auf Ecke, doch TSV-Keeper Marten Krause spielte trotzdem gern den Balljungen für Sulingens Marvin Zawodny und sprintete ins Grüne. Beinahe hätte Zawodny sich dafür mit einem direkt verwandelten Eckball bedankt, doch Krause kratzte die Kugel aus dem Knick.

Auch danach präsentierten sich beide Seiten ähnlich kuschelweich wie die TuS-grünen Sauna-Frotteetücher, die Spartenleiter Ralf Knake vor dem Anpfiff sieben der neun beim Kehraus anwesenden Aussteiger zum Abschied geschenkt hatte (darüber werden wir noch berichten). „Wir wollten schon ein bisschen aggressiver zu Werke gehen“, räumte Schops danach ein: „In der Defensive ist uns das auch ganz gut gelungen, da haben wir nicht viel zugelassen.“

Dennoch kam der Tabellensiebte zu der einen oder anderen Chance – etwa durch Darius Marotzke (19.) und Georg Schwarz (23.), die knapp drüber zielten. Sulingens scheidender Schlussmann Tim Becker zeigte gegen Marotzke eine Glanzparade (24.). Die vorausgegangene Kombination mit dem Pass von Simon Hinske auf Marotzke trieb Schops’ Puls allerdings ähnlich hoch wie die wenig später verordnete Trinkpause, wegen der er sich kurz mit Referee Eckert anlegte. Anschließend traf Schwarz den Außenpfosten (33.), und Becker rettete per Reflex die Null in die Pause (42.). Den Gastgeber fehlte vorn hingegen „ein bisschen die Qualität“, urteilte Schops.

Kurz nach der Pause führte sein Team jedoch – denn Hegerfeld zirkelte den aus der Roten Karte resultierenden Freistoß aus 17 Metern humorlos in den rechten Winkel (47.). Dabei blieb’s bis zum Ende. Erstens, weil der fleißige Ramien Safi eine scharfe Linksflanke von Kevin Reinking knapp verpasste (55.). Zweitens, weil Hegerfeld einen satten Hinske-Schuss zur Ecke klärte (63.). Drittens, weil Pierre Neuse (73.) und Atsushi Waki (81.) jeweils nach einer Hegerfeld-Ecke knapp am zweiten Pfosten vorbei köpften. Viertens, weil Safi mit seinem letzten Versuch in Keeper Krause seinen Meister fand. Und fünftens, weil Becker gut gegen Marotzke hielt (90.). „Am Ende wurde es noch einmal eng, aber jetzt freuen wir uns über den vierten Sieg in Folge – und, dass wir noch um einen Platz nach oben geklettert sind“, bilanzierte Schops: „Jetzt sind wir Fünfter und im ersten Drittel der Tabelle – das ist das, was wir uns ursprünglich als Saisonziel vorgenommen hatten.“

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