Erster Trainerjob außerhalb von Rehden / „Ich glaube, dass ich so weit bin“

Hegerfeld nabelt sich ab und übernimmt die SG Diepholz

Diepholz - Von Arne HelmsDer BSV Rehden und Marco Hegerfeld, da passte bis jetzt kein Blatt Papier dazwischen. Mit Ausnahme der Jahre 1995 bis 1999, als Hegerfeld in die Sphären der SV Werder Amateure eintauchte und noch ein Jahr beim VfL Herzlake dranhängte, wich er den Schwarz-Weißen nicht von der Seite – weder als Spieler noch später als Trainer. Im Juli bricht für den 37-Jährigen eine neue Zeitrechnung an. Bei der SG Diepholz wird er Nachfolger von Andreas Schultalbers.

Der kurzfristige Rückzug von Schultalbers vor drei Wochen hatte den Vorstand des Fußball-Landesligisten zum schnellen Handeln gezwungen. Zunächst hagelte es jedoch Absagen. „Interesse hatten viele“, berichtet Frank Werner, Sportlicher Leiter der SGD, „aber die Trainer standen bei ihren Vereinen im Wort“. Dann öffnete sich in dieser Zeitung plötzlich eine Tür, an deren Klinke sich bislang niemand herangetraut hatte. „Leute von außerhalb haben immer gedacht, dass es ohnehin zwecklos ist, mich anzusprechen. Weil ich in Rehden so verwurzelt bin“, sagt Hegerfeld.

Doch dann forderte der Coach des BSV Rehden II öffentlich, seine Mannschaft in der nächsten Bezirksliga-Saison auf eigene Beine zu stellen: Weniger Abhängigkeit vom Oberliga-Kader, eventuell ein eigenes Budget, Hegerfeld wollte Planungssicherheit.

Diese konnte ihm BSV-Boss Friedrich Schilling nicht bieten. „Im Zweifel hätte ich halt gar nichts gemacht“, war für Hegerfeld schnell klar, dass es für ihn so nicht weitergehen würde. Zumindest beim BSV Rehden. In Diepholz hingegen witterte man Morgenluft. Von heute auf morgen war ein Trainer auf den Markt gekommen, der genau ins Profil passte. „Ehrgeizig sollte er sein und selbst möglichst höherklassig gespielt haben“, berichtet Frank Werner.

Im Hintergrund machte sich der gute Kontakt zwischen Helmut Schaffer, sowohl in Diepholz als auch in Rehden Großsponsor, und Friedrich Schilling bezahlt. Rehdens Vereinschef, in dessen Steuerbüro Hegerfeld arbeitet, nickte die Anfrage ab, ein paar Tage später sagte Hegerfeld beim Landesligisten zu.

Nachdem der 37-Jährige vor zwei Jahren schon einmal soweit war, etwas Neues auszuprobieren, dann aber den Co-Trainer-Posten des Oberliga-Teams besetzte, ist die Zeit nun reif. „Es ist mein erster Trainerjob außerhalb von Rehden. Und dann gleich der zweithöchste Verein im Landkreis“, sagt Hegerfeld stolz. Er wolle sich mit dieser Aufgabe auch „selbst prüfen und gucken, ob ich mich als Person weiterentwickelt habe. Ich glaube, dass ich so weit bin.“

Völlig abkapseln vom BSV wird sich das Rehdener Urgestein jedoch nicht. Nicht nur, weil er „emotional noch sehr drin“ steckt im Verein – sondern auch, weil er für die Alte Herren noch ein paar Tore schießen will, wenn es zeitlich passt.

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