Squasher schlägt Jüngeren ein Schnippchen

Start-Nr. 16: Heemann trotzt dem Zahn der Zeit

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Spielt im Court seine Routine aus: Der 45-jährige Dirk Heemann vom Zweitligisten 1. SC Diepholz. ·

Diepholz - Es liegt zwar schon eine gefühlte Ewigkeit zurück, doch Dirk Heemann kann sich noch gut an dieses Gefühl erinnern. „Ich habe mich damals auch geärgert, als ich jung war und gegen einen deutlich Älteren verloren habe“, erinnert sich der Zweitliga-Squasher des 1. SC Diep-holz.

Heute, mit 45 Jahren, freut er sich umso mehr, wenn er noch einem 18- oder 20-Jährigen seine Grenzen aufzeigen kann: „Die jungen Hasen sind dann natürlich ein bisschen stinkig, aber da müssen sie durch. Das müssen sie lernen“, grinst der Diepholzer.

Heemann hat gelernt, wie man als teils doppelt so alter Kontrahent den Court als Sieger verlassen kann: „Das ganze Spiel über kann ich deren Tempo nicht mitgehen. Also muss ich Gas aus ihrer Spielweise nehmen und darauf warten, dass sie Fehler machen.“ Damit allein hat das Konditionswunder des 1. SC aber freilich nicht vier seiner sechs Rückrunden-Spiele der Vorsaison gewonnen. In dieser Serie hat Heemann eine Bilanz von zwei Siegen und drei teils knappe Niederlagen aufzuweisen.

Heemann arbeitet hart an sich, hält sich neben den wöchentlich bis zu drei Trainingseinheiten in den Courts des Diepholzer „Sauna- und Sportparadieses“ auch mit Joggen fit. Mit Erfolg: Im unteren Paarkreuz ist der Familienvater immer für Punkte gut. „Mein großes Glück war, dass ich nie schwer verletzt war. Aber wenn ich mir heute zum Beispiel eine Grippe einfange, dauert es drei Wochen, bis ich wieder auf meinem Level bin.“

Wie Dennis Jensen zählt auch Dirk Heemann zu den Männern, die untrennbar mit der Blütezeit des 1. SC verbunden sind: Im Jahr 2000 schafften die Kreisstädter den Aufstieg in die Bundesliga, mussten sich aus finanziellen Gründen aber schon eine Saison später wieder aus dem Oberhaus zurückziehen. 2007 gelang die Rückkehr in die 2. Liga – damals allerdings vorübergehend ohne Dirk Heemann. Der hatte sich nach dem Abstieg 2001 eine Auszeit vom Squash gegönnt.

Dann allerdings, im Jahr 2010, hatte Teamchef Dennis Jensen ihn zur Rückkehr überzeugt. „Damals gab es einen personellen Engpass – und ich bin froh, dass ich zugesagt habe“, erinnert sich der Sportsmann, der die squashfreie Zeit sportlich gesehen mit Fußball bei der SG Diepholz verbracht hatte. Aber diese „große Familie“, wie Heemann das Team und die Squash-Szene nennt, und „unser Wohnzimmer“, die Court-Reihe des „Sauna- und Sportparadieses“, fehlten ihm damals doch.

Konditionell fiel ihm der Weg zurück nicht schwer, „aber das Spiel hatte sich doch sehr verändert: Inzwischen wird viel früher auf den Ball gehauen, da musste ich mich mit meinen Longline-Schlägen umstellen und lernen, öfter Volleys zu spielen.“ Das gelang, und seitdem ist Dirk Heemann zurück. Die Fußballschuhe hat er für seine alte Liebe an den Nagel gehängt, denn „da war mir dann das Verletzungsrisiko zu groß“.

Auch Turniere abseits des Zweitliga-Alltags verkneift er sich inzwischen, „denn da muss man dann ja bis zu vier Spiele pro Tag machen. Das schaffe ich dann doch nicht mehr“, weiß Heemann. Auch deshalb kommt er bei Bundesliga-Spieltagen lediglich zu einem statt zu zwei Einsätzen. Das hat er mit Spielertrainer Jensen schon abgesprochen. „Es muss halt auch Hobby bleiben“, sagt der 45-Jährige, der für den Diepholzer Lokomotiven-Hersteller Schöma in der Finanz- und Lohnbuchhaltung tätig ist und sich sportlich zwei Kalkulationen aufgestellt hat: „Vor allem möchte ich in dieser Saison mit der Mannschaft den Klassenerhalt schaffen – und persönlich mit einer 50-Prozent-Quote von gewonnenen Spielen dazu beitragen. Oder besser…“

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