START IN DIE SAISON „DJ Optimus Rhyme“ versorgt TV Stuhr musikalisch / Muss Stindt mittrainieren?

„Hart auf’m Platz, weich in der Kabine“

Wenn Janis Öhlerking (re.) auflegt, geht die Post ab. Bei dieser Feier geht auch das Thomas-Gottschalk-Double steil.
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Wenn Janis Öhlerking (re.) auflegt, geht die Post ab. Bei dieser Feier geht auch das Thomas-Gottschalk-Double steil.

Stuhr – Die Duelle mit dem unmittelbaren Nachbarn sind für den TV Stuhr in der kommenden Saison der Fußball-Bezirksliga das Salz in der Suppe. Die Trainer Christian Meyer und Stephan Stindt haben sich vorgenommen, in ihrer Staffel oben mitzuspielen. Wenn’s klappt mit dem Saisonziel, will Stindt bei einer besonderen Trainingseinheit mitmachen.

Die neue Saison

Mit welcher Stimmung gehen Sie nach monatelanger Corona-Zwangspause den Fußball-Neustart an?

Es ist eine ungewohnte Stimmungslage. Natürlich herrscht Vorfreude, dass aktuell wieder „normal“ trainiert werden darf. Aber Corona ist doch allgegenwärtig, und wir sind gespannt, ob sich alle Planungen aufrecht erhalten lassen.

Worauf oder auf wen freuen Sie sich am meisten?

Am meisten freuen wir uns auf den Wettkampf gegen andere Teams. Besonders freut uns auch der Aufstieg unseres direkten Nachbarn TSG Seckenhausen-Fahrenhorst – ein spannendes Derby.

Welche war/ist die fieseste Übung in der Vorbereitung?

Das Sechstagerennen – es ist eine Ausdauerübung, auf die sich die Jungs immer besonders freuen.

Wer aus Ihrem Team trifft zweistellig?

Jan-Hendrik Schwirz. Mit seinen nun 34 Jahren hat er genug Erfahrung und Ruhe vor dem Tor . . .

Wer schafft die meisten Kopfballtore?

Nachdem uns Innenverteidiger Janik Troue und Offensivspieler Dimitri Steen verlassen haben, wird es schwierig mit Kopfballtoren . . .

Wer wird der Senkrechtstarter?

Wir haben viele neue junge Spieler, die alle Potenzial haben – beispielhaft genannt Max Opitz, Moritz Sagehorn, Marc Dennis Hussels, Constantin Godt oder Jesco Wehrhahn. Von den etablierten Spielern trauen wir Tim Langreder einen weiteren Leistungssprung zu.

Wer muss am meisten in die Mannschaftskasse zahlen – und wofür?

Bisher eindeutig „Dimi“ Steen, vor allem wegen liegen gelassenen Equipments. Ein neuer Hauptzahler muss sich erst noch herauskristallisieren.

Wie oft spielt Ihr Torwart zu null?

Wir spielen offensiv, trotzdem halten wir mindestens fünfmal die Null.

Angenommen, Sie dürfen sich einen Spieler eines Liga-Konkurrenten aussuchen: Wen würden Sie nehmen? Und warum?

Roman Obst vom SV Heiligenfelde. Er ist seit Jahren ein absoluter Leistungsträger in seinem Team, flexibel auf mehreren Positionen einsetzbar, positiver Typ, Fußballverrückt und menschlich top.

Wer wird Vorrundenmeister – und wie lautet Ihr Saisonziel?

Der SV Heiligenfelde in Staffel 1. Unser eigenes Saisonziel ist es, oben mitzuspielen.

Die Mannschaft

Was darf an einem Spieltag auf keinen Fall fehlen?

Es gibt festgelegte Abläufe, die an einem Spieltag passieren. Die Mannschaft trifft sich dann direkt vor dem Anpfiff am Kreis, und die Kapitäne Fabian Bischoff und Jan- Hendrik Schwirz machen die Jungs heiß.

Was ist in der Kabine verboten? Was passiert bei Verstößen?

Handynutzung oder Handyklingeln. Derjenige muss in die Mannschaftskasse zahlen.

Welche ist die Lieblingslocation für Team-Abende/Siegesfeiern?

Rosis Vereinsheim.

Welches Vereinslied wird im Mannschaftskreis am häufigsten gesungen?

Auch wenn er in diesem Jahr leider nicht mehr dabei ist: Der Paddy-Scheen-Song zur Melodie des Kult-Lieds zu Anthony Modeste darf seit dem Aufstieg bei keiner Mannschaftsfeier fehlen. „Wer lässt jeden Gegner steh’n? Paddy, Paddy, Paddy Scheen!“

Welches Lied darf vor/nach Spielen in der Kabine nicht fehlen? Und wer ist der Kabinen-DJ?

DJ Janis Öhlerking legt am liebsten aus seiner Playlist „Hart auf’m Platz, weich in der Kabine“ „I kissed a girl“ von Katy Perry auf. Das Lied sorgt seit Jahren für die gewisse Lockerheit, die vor einem Spiel benötigt wird – und zaubert den Spielern trotz Anspannung das eine oder andere Lächeln ins Gesicht. Danach geht es, bis in die Haarspitzen motiviert, raus auf den Platz.

Die Trainer

Wer war das Vorbild als Spieler? Wer ist das Vorbild als Trainer?

Christian Meyer: Direkte Vorbilder habe ich nicht. Mir bleiben nur einzelne Spieler in besonderen Spielen in Erinnerung. So fand ich das WM-Turnier 2014 und speziell das Finale von Bastian Schweinsteiger beeindruckend. Sein absoluter Siegeswille, nach Rückschlägen zurückzukommen – ein wahrer Leader. Als Trainer finde ich das Auftreten von Werder-Coach Florian Kohfeldt sympathisch. Es macht Spaß, ihm zuzuhören.

Stephan Stindt: Als ich Jugendspieler war, hatte ich Kai Huntemann als Vorbild. Als Trainer finde/fand ich Jupp Heynckes klasse. Wie er mit den Spielern umgegangen ist, war immer vorbildlich.

Welche Fan-Artikel Ihres (Lieblings-) Vereins besitzen Sie? Gibt es Lieblingsstücke?

Meyer: Schal vom TV Stuhr sowie Schlüsselanhänger.

Stindt: Mehr habe ich auch nicht.

Welche Marotte haben Sie als Trainer?

Meyer: Meine Stoppuhr habe ich immer dabei, um die Spielzeit im Blick zu haben.

Stindt: Ich fahre nach Siegen immer die gleiche Strecke zum Training und Spiel und ändere sie nach Niederlagen. In der Landesliga war es sehr abwechslungsreich . . .

Was muss passieren, damit Ihnen die Hutschnur reißt?

Meyer: Grobe taktische Fehler im Spiel, die man vorab mehrmals angesprochen hat. Das macht mich an manchen Tagen wahnsinnig. Im Gegensatz zu früher bin ich aber deutlich ruhiger geworden.

Stindt: Da ich auf Christian aufpassen muss, kann mir das nicht passieren . . .

Wenn wir unser Saisonziel erreichen, werde ich ...

. . . zufrieden sein, dass wir unseren kleinen Umbruch im Kader gut hinbekommen haben (Meyer). . . . eine Trainingseinheit mit Oliver Sebrantke mitmachen – und wäre nicht der Erste, der aussteigt (Stindt).  mr

Schlag auf Schlag

„Kühlschrank“ Rogalla, „Multi-Fan“ Langreder, Social-Media-Spezialist Bischoff

. . . ist der Schnellste im Kader? Torben Drawert – und zum Buffet Jenno Bülders  . . . . . . hat den härtesten Schuss? Jenno Bülders – allerdings weiß er nicht immer genau, wohin der Schuss geht . . . . . . ist der Gute-Laune-Beauftragte? Auf Team-Events sicherlich Riccardo Azzarello und Rene Rogalla. . . . hat den außergewöhnlichsten Spitznamen? Woher kommt er? Rene Rogalla: Kühlschrank. Verliehen von „fussball.de“, als er auf unnachahmliche Art und Weise „eiskalt“ eingenetzt hat und mit seinem Tor als Amateurtorschütze des Monats zur Wahl stand. Rene hat sich diesen Spitznamen auch außerhalb des Platzes verdient, da er nach den Spielen immer sicherstellt, dass jeder ein Kaltgetränk in der Hand hat. . . . braucht vor und nach Spielen am längsten in der Kabine? Riccardo Azzarello und Rene Rogalla, es wird vor allem ausgiebig geduscht und geschnackt. . . . hat den ungewöhnlichsten Lieblingsclub? Und das skurrilste Idol? Tim Langreder hat zwar keinen ungewöhnlichen Lieblingsclub, ist aber dafür mit Abstand am breitesten aufgestellt. Während 95 Prozent der Spieler dem SV Werder Bremen die Daumen drücken, kann Tim als Anhänger von Paris St. Germain, FC Barcelona, Juventus Turin und Borussia Dortmund bezeichnet werden. Je nachdem, welches Team gerade national oder international erfolgreicher ist, trägt er das passende Outfit von Kopf bis Fuß zu jedem Training. Skurrilerweise ist das große Idol von Tim mit Tim Wiese aber doch ein ehemaliger Bremer. . . . ist die größte Sportskanone? Janis Öhlerking, er arbeitet im Fitnessstudio. . . . hat den aufregendsten Job? Jan-Hendrik Schwirz. Als Polizist immer am Puls der Zeit – und beim Aufwärmen oder in der Kabine hat „Jani“ immer eine Anekdote aus seinem Arbeitsalltag parat. . . . ist der musikalischste? Janis Öhlerking ist als Kabinen-DJ (Künstlername „DJ Optimus Rhyme“) der musikalische Trendsetter. Er trifft immer den richtigen Ton und präsentiert uns vor jedem Spiel eine auf den Gegner abgestimmte Playlist, um uns richtig einzustellen. . . . ist am aktivsten in den Sozialen Medien? Daniel Bischoff ist das, was Neudeutsch „Influencer“ und „Smombie“ genannt wird. Betreibt diverse Social-Media-Kanäle, ist Admin der WhatsApp-Gruppe, kennt alle Gerüchte vom Transfermarkt und teilt alle News und Updates aus der digitalen Welt (auch von anderen Teams) mit seinen Mitspielern.

Rückkehrer Rusche gleich ein Leader?

Ansonsten setzt Bezirksligist bei Neuzugängen in erster Linie auf Youngster

Stuhr – Die Stuhrer planen für die kommende Bezirksliga-Saison offenbar eine Frischzellenkur: Gleich sechs ehemalige A-Jugendliche sollen beim TVS für frisches Blut sorgen. Aus dem eigenen „Stall“ rücken Constantin Godt, Jesso Luca Wehrhahn, Paul Freuchen sowie Fynn Lötzerich auf – und vom JFV Stuhr-Weyhe stoßen Marc-Dennis Hussels sowie Moritz Sagehorn hinzu.

Allesamt Talente, auf die sich Stuhrs Trainer Stephan Stindt freut: „Damit können wir Schritt für Schritt eine Verjüngung einleiten.“

Ausschließlich mit Talenten verstärkte sich der Ex-Landesligist allerdings nicht: Max Opitz (vom TuS Varrel) soll den Konkurrenzkampf im Mittelfeld anfachen, und Augsburg-Rückkehrer Fynn Rusche ist als künftiger Leader und Kopf der Mannschaft fest eingeplant.

Doch der Abgang von Goalgetter Dimitri Steen zum TSV Grolland (Kreisliga A) stellt zweifelsohne einen Schlag ins Kontor dar. „Dimi wird uns fehlen“, bestätigt Stindt, „aber er fängt in Hamburg ein Studium an und hätte so nicht mehr trainieren können. Klar ist es ein schmerzhafter Verlust, aber gerade in der Offensive sind wir unverändert richtig gut aufgestellt.“

Stimmt, Top-Mittelstürmer Riccardo Azzarello und Turbo-Sprinter Torben Drawert sollten dafür sorgen, dass der TVS-Sturm nicht zum lauen Lüftchen avanciert. Und auch von Youngster Sagehorn verspricht sich Stindt „eine ganze Menge. Er hat wirklich gute Ansätze.“

Verzichten muss Stuhr in Zukunft indes auf das Duo Janik Troue/Lukas Müller: Abwehr-Turm Troue beendet seine Karriere, und Müller steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.  drö

STENOGRAMM

Zugänge: Max Opitz (TuS Varrel), Moritz Sagehorn, Marc Dennis Hussels (beide JFV Weyhe-Stuhr), Fynn Rusche (Schwaben Augsburg), Constantin Godt, Paul Freuchen, Jesco Luca Wehrhahn, Fynn Lötzerich (alle eigene U 19).

Abgänge: Dimitri Steen (TSV Grolland), Bjarne Voigt (Studium in Hamburg), Janik Troue (Karriereende).

Restkader: Daniel Bischoff, Niklas-Jonah Lührs - Jannis Böttcher, Lennart Bischoff, Jenno Bülders, Riccardo Azzarello, Janis Öhlerking, Fabian Bischoff, Jan-Hendrik Schwirz, Tim Langreder, Henning Sawall, Torben Drawert, Rene Rogalla, Daniel Horeis, Adrian Herrmann, Tobias Peters, Jan Kondritz, Timo Wetjen, Andre Kück, Philipp Kruse.

Trainer: Christian Meyer (39) im elften Jahr, Stephan Stindt (44) im siebten Jahr.

Saisonziel: Oben mitspielen.

Mitfavoriten: SV Heiligenfelde, TuS Sudweyhe.

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