Nach der Fusion mit dem Kreis Verden blieben die befürchteten Spielausfälle bislang aus / Lindenberg hofft auf langen Halt der Koalition

Handballer im Landkreis Diepholz akzeptieren die letzte Rettung

Dieter Lindenberg, Vorsitzender des Handballkreises Diepholz, freut sich nach der Fusion mit Verden über eine gefestigte Handballregion.

Syke - Von Martin JacobsDer Handballkreis Diepholz hat gerade noch einmal die Kurve bekommen: Weil die Zahl der Mannschaften rapide gesunken war, blieb als letzte Rettung nur noch eine Fusion. Der Nachbar-Kreis Verden sprang in die Bresche und stimmte einem Zusammenschluss aller Ligen auf Kreisebene zu.

„Wir waren einfach nicht mehr spielfähig“, sagt Dieter Lindenberg. Der Vorsitzende des Handballkreises Diepholz hatte sich schon lange für die Umstrukturierung stark gemacht, nun wurde sie umgesetzt. „Verden hat unseren Hilferuf vernommen und uns aus dieser Situation befreit“, beschreibt er erleichtert.

Diepholz hatte bereits im letzten Jahr Schwierigkeiten, ausreichend Teams für die jeweiligen Ligen zusammen zu bekommen. Die Südvertreter HSG Barnstorf/Diepholz und der TuS Lemförde waren ins „Oldenburger Münsterland“ abgewandert, um sich die weiten Fahrten in den Norden zu ersparen. Ihre „Nachbarn“ TSV Wetschen und TuS Wagenfeld entschieden sich genauso. Das war praktisch das Todesurteil für den Handballkreis Diepholz. Verden sorgte für die Wiederbelebung.

„Es gibt jetzt eine gefestigte Handball-Region Diepholz/Verden mit über 300 Mannschaften, das ist doch klasse. Ich denke, dass diese Koalition noch lange Bestand haben wird“, schwärmt Lindenberg. Der ehemalige Bundesliga-Referee habe überwiegend positive Resonanz erhalten. Aber natürlich hätte es auch Kritik gegeben, gesteht Lindenberg: „Vor allem den älteren Herren passen die längeren Fahrten nicht so gut. Wir sind aber guter Dinge, dass alle Vereine mitziehen.“ Bislang ist das auch so, die befürchteteten Spielausfälle blieben aus, die ersten Spieltage verliefen ohne Zwischenfälle.

Trotzdem muss sich der Handball-Kreis Diepholz Gedanken machen. Denn der rapide Rückgang der aktiven Teams von 190 (2009) auf aktuell nur noch knapp über 100 liegt nicht ausschließlich an der Abwanderungswelle. Auch der demografische Wandel eignet sich nur bedingt als Begründung. Vielmehr wird deutlich: Immer weniger Jugendliche im Kreis Diepholz interessieren sich für Handball. „Vor allem in kleinen Vereinen kommt aus der Jugend kaum etwas nach“, hat Jürgen Schmidt, Senioren-Spielwart im Kreis Diepholz, festgestellt. Das Resultat ist eklatant – „auf Kreisebene bluten die kleinen Clubs langsam aus“, meint Dieter Lindenberg.

Doch die Vereine wehren sich, machen in den Schulen Werbung. „Man muss sich einen Vorteil gegenüber anderen Sportarten verschaffen“, erklärt Barnstorfs Spielerlegende Gerd Bredehorst, Trainer der C-Junioren der HSG Barnstorf/Diepholz. Ob die Jungen und Mädchen dann auch dabei bleiben, liege am Konzept der Trainer und Vereine, ist Bredehorst überzeugt.

Den Trend wird das kaum stoppen, die Fusion eine dauerhafte Lösung bleiben. Sie birgt aber auch Zündstoff: Denn in den neuen Kreisgrenzen gibt‘s nun andere (Rand-)-Clubs, die weiter reisen müssen als die Konkurrenz und sich deshalb Wechselgedanken machen könnten.

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