Clubs aus Diepholz sind eher skeptisch

Handballer bleiben beim Re-Start im Januar

Die Handbälle können wieder rausgekramt werden. Der Verband plant eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Januar.
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Die Handbälle können wieder rausgekramt werden. Der Verband plant eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Januar.

Nach den Ferien soll es auf Verbandsebene weitergehen. Möglich macht dies eine Sonderregelung für Teamsport. Die Handball-Trainer sehen noch keinen Grund für Euphorie. Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) bestätigt derweil die Unterbrechung bis Ende Januar.

Syke – Gute Nachrichten für den Hallensport in Niedersachsen und damit auch im Kreis Diepholz: Vieles deutet darauf hin, dass zumindest die Handballer auf Verbandsebene schon Mitte Januar wieder ihren Spielbetrieb, der seit Ende November ruht, aufnehmen. „So wie es aussieht, geht die Tendenz dahin, dass die Unterbrechung – Stand jetzt – nicht weitergeführt wird“, sagt Stefan Hüdepohl auf Nachfrage.

Der Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) verweist aber auch darauf, dass diese Einschätzung nur dann gilt, wenn sich die niedersächsische Corona-Verordnung bis dahin nicht noch einmal ändert. Die Spielklassen der Handball-Regionen Mitte und West Niedersachsen ruhen bis Ende Januar.

Zehn-Quaradtmeter-Regel pro Person

Der Grund für die Entwicklungen ist eine Neuerung in eben jener Verordnung. Dort heißt es: „Bei Kapazitätsbeschränkungen für Sporttreibende auf 10 qm/Person reicht 2G (also ohne Test).“ Angenommen eine Dreifach-Sporthalle ist 1 200 Quadratmeter groß. Dann hätten 40 Sportler reichlich Platz, dort zu trainieren. Und weiter: „Die Verordnung sieht keine Differenzierung zwischen Sportarten mit und ohne Kontakten vor. Die Regelungen über den Wegfall der zusätzlichen Testpflicht im Rahmen einer 2-G-plus-Regelung sind daher auch auf Kontaktsportarten anwendbar“, erklärt Kerstin Wolff aus der Pressestelle des Gesundheitsministeriums.

Der zusätzliche Aufwand für eine Testung war ein Grund dafür, dass die Vereine den Verbänden signalisiert hatten, den Spielbetrieb ruhen zu lassen. Da diese unter Einhaltung der Zehn-Quaradtmeter-Regel pro Person nun wegfällt, stellt sich also die Frage, ob und wann es wieder losgeht.

Auf seiner Situng am 16. Dezember folgte das HVN-Präsidium der Empfehlung des Sportausschusses, dass es nach den Weihnachtsferien auf Verbandsebene wieder losgehen soll (wir berichteten). „Wir haben immer betont, dass wir das Handballspielen ermöglichen wollen und eine mehrmonatige Pause wie in der letzten Saison tunlichst zu vermeiden ist. Die Coronaverordnung des Landes Niedersachsen lässt Amateursport weiterhin zu und dem wollen wir Rechnung tragen“, erklärt Präsident Stefan Hüdepohl.

Vereine müssen Spiele bis zum 31. Dezember terminieren

„Wir sind der Meinung, dass sich die Problematik bezüglich Testungen und Verfügbarkeit von Schnelltest, die ein Hauptargument für die Unterbrechung war, deutlich entspannt hat und bis Anfang Januar weiter verbessern wird, sodass wir den geordneten Spielbetrieb auf Verbandsebene wieder gewährleisten können“, ergänzt Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof, der noch hinzufügt: „Es gibt zwar auch derzeit Kontaktbeschränkungen für Geimpfte im privaten Bereich, aber in Bremen und Niedersachsen ist der Mannschaftssport davon nicht betroffen.“

Für den Damen- und Herrenbereich wird der Ball unter Wettkampfbedingungen in den allermeisten Fällen somit wieder ab dem 15./16. Januar in die Hand genommen, einige Spiele auch in einzelnen Jugendligen finden bereits am Wochenende zuvor statt. „Unser Ziel ist es nach wie vor, eine sportliche Gesamtwertung in der Tabelle hinzubekommen“, sagt Schoof. Dafür wurden die ausgesetzten Spieltage neu im Rahmenterminplan verankert und die betroffenen Vereine müssen die Spiele bis zum 31. Dezember fest an den neu geplanten Wochenenden terminieren.

Die angesprochenen Clubs jedoch sind momentan skeptisch, ob es Mitte Januar tatsächlich wieder losgehen kann. Heiner Thiemann (70), Trainer des Oberligisten HSG Hunte-Aue Löwen, meint zu diesem Thema: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Klar möchte ich wieder loslegen, aber ich mahne dennoch zur Vorsicht. Ich habe auch extra einen Lehrgang gemacht, damit ich bei uns vor jedem Training Tests abnehmen darf. Wir haben am 22. Dezember zuletzt unter 2G+-Regeln trainiert und wollen am 3./4. Januar wieder weitermachen.“ Geplant ist, dass die HSG am 14. Januar in Diepholz den TuS Haren empfängt.

Schnichels wundert sich über Aussage des HVN

Auch Andreas Schnichels, Trainer der Landesklassen-Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf, ist nicht gerade optimistisch: „Ich würde mir eine schnelle Fortsetzung wirklich wünschen, bin aber auch nicht realitätsfremd. Die Zahlen werden wegen Omikron-Variante im Januar wieder steigen. Von daher bin ich skeptisch, dass das alles so läuft, wie sich der Verband das vorstellt. Ich habe mich ohnehin gewundert, warum der HVN zu diesem Zeitpunkt eine solche Aussage mit dem Weiterführen der Saison macht. Wir jedenfalls trainieren schon seit Ende November nicht mehr.“

In diese Kerbe schlägt auch Dustin Oswald (40), der neue Trainer der Landesklassen-Männer der HSG Phoenix: „Die Inzidenzzahlen sind noch zu hoch. Daher kann ich mir eine Re-Start Mitte Januar nicht vorstellen. Bis zum 16. Dezember haben wir unter 2G+-Regeln trainiert und wollen eigentlich damit Anfang Januar fortfahren.“

TTVN verspürt eine „Fürsorgepflicht“

Vom Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) gibt es derweil deutlich defensivere Worte. Zwar wisse der Verband um den Entfall der Testpflicht, „da ausreichend Platz auf der Spielfläche in den Sporthallen vorhanden ist“, erklärt René Rammenstein. Doch der Verantwortliche für Kommunikation des TTVN meint zu einem möglichen Re-Start: „Nein, wir halten weiterhin an der Unterbrechung bis zum 31. Januar 2022 fest.“ Der Verband werde erst in der zweiten Januarhälfte 2022 „unter Berücksichtigung der dann vorliegenden Situation entscheiden, wann und wie es weitergeht“. Das heißt auch: „Ob an der bisherigen Planung mit Vor- und Rückrunde festgehalten wird oder ob auf eine einfache Runde gewechselt wird“, erläutert Rammenstein. Letzteres würde bedeuten, dass die noch ausstehenden Vorrundenspiele in der Rückrunde – mit der Mannschaftsmeldung und den Spielberechtigten der Rückrunde – ausgetragen würden.

Die Zurückhaltung begründet er damit, „dass die Leitindikatoren weiterhin hoch und wir eine Fürsorgepflicht unseren Aktiven gegenüber haben“. Zudem verweist er darauf – wie bereits in der Mitteilung zur Unterbrechung Ende November –, dass es wichtig sei, „unseren Vereinen für diesen Zeitraum von zwei Monaten Klarheit zu verschaffen und zugleich keine Option für die Zukunft zu verbauen“.

Eine gewisse Aufbruchsstimmung ist auch beim Tischtennis-Verband zu spüren. „Viele Vereine haben sicher in den letzten Tagen auch unter der 2G+-Regel Training angeboten. Die 2G-Regel erleichtert natürlich alles“, weiß Rammenstein.

Ein weiterer Passus besagt: Wie die Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigt, gilt nämlich in Warnstufe 2 und 3 „für Sportveranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauerinnen und Zuschauer die Vorschrift (...), dass der zusätzliche Nachweis über eine negative Testung nicht vorgelegt zu werden braucht, wenn die Zahl der gleichzeitig anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer 70 Prozent der Personenkapazität der Einrichtung nicht überschreitet.“  hd/töb

Stefan Hüdepohl hofft auf eine einheitliche Lösung.

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