Kurz vor Vorbereitungsstart verabschiedet sich der Trainer und geht als „Co“ zum VfB Oldenburg

Hammer in Brinkum! Offermann hört auf

Macht Schluss in Brinkum: Trainer Dennis Offermann. Foto: töb

Brinkum - Von Malte Rehnert. Mit verschränkten Armen lächelt Dennis Offermann in die Kamera – unter seinem Konterfei steht der Slogan „Sicher dir den Job, der zu dir passt“ – der 39-Jährige ist eines der Kampagnen-Gesichter einer Internet-Plattform für Arbeitgeber und Arbeitsuchende. Nun war er offenbar der Meinung, dass sein Nebenjob als Trainer des Fußball-Bremen-Ligisten Brinkumer SV nach etwas mehr als anderthalb Jahren nicht mehr perfekt zu ihm passt – deshalb nimmt er einen neuen an. Offermann wird ab sofort Assistenzcoach von Cheftrainer Alexander Kiene (einst beim BSV Rehden) beim Nord-Regionalligisten VfB Oldenburg.

Für Brinkum ist das ein heftiger Schlag. Zum einen, weil in 14 Tagen die Vorbereitung auf die neue Saison startet. Zum anderen, weil Offermann mündlich für eine weitere Saison beim BSV zugesagt hatte – und dieser Rückzieher stößt Brinkums Manager Jörg Bender sehr sauer auf. „Ich bin mega-enttäuscht, das habe ich Dennis auch so klar gesagt. Bei allem sportlichen Ehrgeiz und seinem Wunsch, auch mal noch höherklassiger zu arbeiten: Für mich ist das schwer zu verstehen“, sagt Bender und fügt an: „Wenn man Spieler verurteilt, die ihr Wort nicht halten und dann selbst nicht anders handelt, passt das für mich nicht zusammen. Und dann auch noch so kurz vor dem Trainingsstart.“

Bender wollte sich in dieser Woche eigentlich in Ruhe auf die Hochzeit seines Sohnes Jannik am Freitag (standesamtlich) und Samstag (kirchlich) einstimmen. Nach Offermanns Nachricht, die er am Sonntag erhielt, stehen dem 59-Jährigen nun intensive Tage bevor. „Mit ein bisschen Glück bekommen wir eine schnelle Lösung hin. Am liebsten würden wir gleich morgen jemanden präsentieren“, sagt Bender, ohne bei den Kandidaten ins Detail zu gehen. Nur so viel: „Die Trainersuche läuft nun natürlich.“

Wichtig ist Bender zu erwähnen, „dass die Mannschaft jetzt nicht im Regen steht. Unsere Co-Trainer machen weiter und sind zur Stelle, wenn wir erst mal noch keinen Frontmann haben sollten.“ Und auch die Reaktionen aus der Mannschaft, die „verunsichert“ sei, mache Bender Mut: „Viele haben gesagt: Jetzt erst recht.“ Ihm selbst gehe es ähnlich: „Nach 24 Stunden kann ich sagen: Dadurch werden wir in Brinkum nicht untergehen.“

Trotz einer ziemlich verkorksten Bremen-Liga-Saison, die kürzlich auf Platz acht endete, hatten die Brinkumer Verantwortlichen Offermann früh das Vertrauen ausgesprochen und dem Coach damit den Rücken gestärkt. Es folgte die mündliche Übereinkunft, gemeinsam weitermachen zu wollen. Ein schriftlicher Vertrag existiert laut Bender nicht: „Den brauchten wir bisher nicht. Vielleicht sollten wir das mal ändern. . .“

Offermann, einst auch Spieler beim BSV, war am Montagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auf der Homepage seines neuen Clubs hatte er sich zuvor geäußert und geschwärmt: „Der VfB Oldenburg ist ein Traditionsverein mit großer Strahlkraft. Ich freue mich sehr auf diese tolle Chance, in der Regionalliga zu arbeiten.“ Unter Kiene, der laut VfB seinen Wunschkandidaten bekommt, hatte der 39-Jährige damals als Kapitän bei Preußen Hameln gespielt – nun assistiert er ihm.

Er verlasse Brinkum „schon mit einem weinenden Auge“ und wisse, „dass die Kurzfristigkeit meiner Entscheidung für den Verein jetzt nicht ganz einfach ist“. Aber: „Mir bietet sich die großartige Chance, im Team eines Fußballlehrers in der Regionalliga zu arbeiten. Solche Gelegenheiten bekommt man nicht oft. Ich wollte sie unbedingt nutzen.“

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