Hallen-Leichtatheltik-Landesmeisterschaften in Hannover

Alle Augen auf Freese und Knüpling

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Titelverteidigung fest im Blick: Dreispringer Louis Knüpling vom TSV Asendorf.

Hannover - Von Julian Diekmann. Wenn am Wochenende die Hallen-Landesmeisterschaften in Hannover über die Bühne gehen, steht für die Leichtathleten der Region das erste große Saison-Highlight auf dem Programm.

Mit dabei sind dann auch Louis Knüpling vom TSV Asendorf sowie Anna-Lena Freese vom FTSV Jahn Brinkum. Während Knüpling über die 60 Meter und als Titelverteidiger im Dreisprung an den Start geht, beteiligt sich Vorjahressiegerin Freese ausschließlich am 60-Meter-Sprint.

Besonders Knüpling macht sich in Hannover große Hoffnungen. Immerhin ist der 24-Jährige aktuell in bestechender Form, schaffte am 6. Januar beim Hallensportfest in Hannover im Dreisprung 14,32 Meter. „Mit so einer guten Weite bin ich bisher noch nie in ein neues Jahr gestartet“, berichtet der Wirtschaftsgeograf der Leibniz Universität Hannover: „Und dabei habe ich das Absprungbrett noch nicht einmal richtig getroffen.“ Somit dürfte sogar noch etwas Luft nach oben sein. Die braucht Knüpling auch, wenn er sich bereits vorzeitig das Ticket für die deutschen Hallen-Meisterschaften, die Mitte Februar in Leipzig ausgetragen werden, sichern will. „Dafür muss ich aber eine Weite von mindestens 15,10 Metern springen“, erklärt der Athlet des TSV Asendorf. Schwierig, aber nicht utopisch. Seine persönliche Bestleistung geht sogar darüber hinaus. Die stammt aus dem Jahr 2016, als in Wattenscheid erst bei 15,18 Metern Schluss war.

Ich hätte kein Problem damit, wenn ich bei den Landesmeisterschaften nur Dritter werden sollte, dafür aber in Hannover die DM-Norm von 15,10 Meter schaffe.

Dreispringer Louis Knüpling

Und dass die Qualifikation zur Hallen-DM allerhöchste Priorität hat, daraus macht Knüpling kein Geheimnis. „Ganz ehrlich: Ich hätte kein großes Problem damit, wenn ich bei den Landesmeisterschaften nur Dritter werden sollte, dafür aber in Hannover die DM-Norm von 15,10 Meter schaffe.“ Und damit das große Ziel am Ende auch erreicht wird, hat der Dreispringer bereits frühzeitig die Vorbereitung aufgenommen. „Ich bin schon seit Anfang September wieder im Training“, berichtet der Leichtathlet, der sich für den 60-Meter-Sprint eine Zeit von knapp über sieben Sekunden zum Ziel gesetzt hat: „Meine Bestzeit liegt bei 7,13 Sekunden. Bei den Landesmeisterschaften habe ich vor, sie auf jeden Fall zu verbessern.“

Nun muss Knüpling den Trainingsfleiß nur noch in bare Münze umwandeln: „Falls ich die Dreisprung-Norm in Hannover jedoch verpassen sollte, bleibt mir zwei Wochen später bei den norddeutschen Meisterschaften in Neubrandenburg noch eine weitere Chance.“ So weit soll es aber erst gar nicht kommen: „Wenn der Absprung stimmt, ich mental gut drauf bin und das Publikum mich unterstützt, ist die Erfüllung der Norm auf jeden Fall realistisch.“ Zu wünschen wäre es ihm.

Zumal er noch ein viel größeres Ziel anpeilt. „Ich möchte unbedingt einmal bei der Freiluft-DM starten. Das ist mir bisher noch verwehrt geblieben. Und was gibt es Schöneres für einen Leichtathleten, als bei der DM im August im Berliner Olympiastadion an den Start zu gehen?“, lässt Knüpling keine Zweifel aufkommen, wohin seine Reise 2019 gehen soll. Aber vorweg steht erst einmal die Titelverteidigung bei den Landesmeisterschaften in Hannover an.

Wichtig ist, dass Anna-Lena das umsetzt, was wir zuvor trainiert haben. Und dann schauen wir mal, wie sie abschneidet.

Freeses Trainer Björn Sterzel

Die hat auch die 24-jährige Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) fest vor Augen. 7,49 Sekunden reichten vergangenes Jahr zum Sieg über die 60 Meter. Damit war sie sieben Hundertstel Sekunden schneller als die Zweitplatzierte Svea Kittner vom SV Werder Bremen. „Man merkt Anna-Lena schon richtig an, dass sie Lust hat und bereit für den Wettkampf ist“, erklärt ihr Trainer Björn Sterzel: „Sie ist auf jeden Fall hoch motiviert.“ Und topfit. „Bis auf eine kleine Erkältung, die Anna-Lena zwischenzeitlich hatte, verlief die Vorbereitung komplett störungsfrei“, erklärt Sterzel.

Doch von einem Start-Ziel-Sieg will ihr Coach im Vorfeld des Wettkampfes nicht reden: „Wichtig für mich ist, dass Anna-Lena das umsetzt, was wir zuvor trainiert haben. Wir haben vor allem an der Sprinttechnik gearbeitet, an ihrer Schnelligkeit und waren natürlich auch viel im Kraftraum. Und dann schauen wir mal, wie sie in Hannover abschneidet.“

Bescheidene Worte eines Trainers, dessen Schützling bei den zurückliegenden Landesmeisterschaften nicht zu schlagen gewesen war: „Natürlich ist sie die Nummer eins der Meldeliste, und der Finaleinzug ist auch das klare Ziel. Doch darf auch nicht vergessen werden, dass Anna-Lena nebenbei eine Ausbildung als Industriekauffrau macht. Da ist es nicht immer einfach, Beruf und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen.“ Sollte sie allerdings genauso stark auftreten wie im Vorjahr, dürfte die Norm-Erfüllung für die Hallen-DM sicherlich möglich sein. Die liegt übrigens bei 7,65 Sekunden. „Diese Zeit wird sie schaffen. Da mache ich mir keine großen Sorgen“, betont ihr Trainer: „Wichtig ist nur, dass sie ihre Leistung auch in Stresssituationen abrufen kann.“

Sollte dies sowohl Anna-Lena Freese als auch Louis Knüpling gelingen, ist davon auszugehen, dass auch die neuen Landesmeister wieder vom TSV Asendorf und vom FTSV Jahn Brinkum gestellt werden. 

jdi

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